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Mit Berggotta und Berggötte durch die Liechtensteiner Alpen

Die Schweiz hat das Matterhorn, Österreich die Streif, aber das kleine Liechtenstein hat neuerdings den Berggötte und die Berggotta, die dem Urlauber intimste Geheimnisse der Berge verraten. Mit ihrer Heimat innig verbunden, begleiten Sie die Gäste auf über 400 km Wanderwegen, sagenhaften alpinen Steigen und so manch atemberaubenden weglosen Gipfel.
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Eine Bergpatin ("Berggotta") ist mehr als nur Wanderführerin

Berggotta Rosaria: Mehr als nur Wanderführerin

Beim „Berggötte“ und der „Berggotta“ stand der Name Pate für einen Ausdruck tiefer Verbundenheit zwischen Wanderer und Bergführer, zwischen Urlauber und intimen Kennern der Bergwelt. „Gotta“ und „Götte“ (Alemannisch) sind in Liechtenstein und Vorarlberg Ausdrücke für Patin und Pate. Genau das ist der Gedanke hinter dem außergewöhnlichen Projekt, das man im Fürstentum Liechtenstein im Sommer 2016  ins Leben rief.

Wie ein Pate, der oft ein Leben lang Verbundenheit und Sicherheit schenkt, nehmen dabei ausgebildete Wanderleiter und Bergführer die Gäste an die Hand, um sie auf eine unvergessliche Reise in die Liechtensteiner Bergwelt zu begleiten. In Kleingruppen von maximal zehn Personen laden sie ein, verborgene Schätze, sagenumwobene Täler, tierreiche Wälder, atemberaubende Gipfel und die schönsten Ausblicke hautnah zu erleben.

Roasaria, Esther, Nikolaus, Michael,  Herbert und Robert: Sechs Berggotta und Berggötte begleiten den ganzen Sommer bis Mitte Oktober zweimal pro Woche die Urlaubsgäste in ihre Heimat, die Liechtensteiner Bergwelt.  „Wir wollen keinen Massentourismus, sondern die Alpen als echtes Naturerlebnis erhalten“, betont Berggotta Rosaria als Initiatorin.

Berggötte Herbert: Mit der alpinen Tierwelt verbunden.

Berggötte Herbert: Mit der alpinen Tierwelt verbunden

Berggötte Herbert erwartet uns in Vaduz, wo wir mit dem Liechtenstein Bus hinauf nach Gaflei fahren. Von dort erklimmen wir zunächst die Alpspitz (1.999 m), bevor uns unser Weg auf der anderen Bergseite auf den legendären Fürstensteig führt. Für schwindelfreie und trittsichere Wanderer ist der Fürstensteig ein einmaliges Erlebnis. Der 1898 eröffnete und spektakulär in den Fels gehauene Weg zählt zu den schönsten  Weganlagen des Rätikons.

Am Abend treffen wir oberhalb von Steg im Berggasthaus Sücka ein. Das ehemalige Kurhaus erfrischt uns mit „Weiza“ vom Liechtensteiner Brauhaus. Bei großem Wanderhunger bestellen Gäste gerne das „Sückabrett“, und fallen daraufhin auch meist bald ins frisch gemachte Bett. Wer sich die Panoramatour zur Pfälzerhütte über den Rappenstein  zutraut, sollte etwa achteinhalb Stunden reine Wanderzeit einplanen und muss daher schon früh raus.

Der Rappenstein (2.222 m) ist nicht etwa nach dem schwarzen Pferd, auch nicht nach dem kleinsten Schweizer Münzgeld, sondern nach der Bergdohle benannt, welche ebenfalls Rappe heißt. Diese stellt hier gern ihre Flugkünste zur Schau. Was für ein herrlicher Rundblick: Jenseits des Rheins grüßen die Gipfel der Glarner Alpen, die Churfirsten und der Säntis.

In der Ferne leuchtet bei gutem Wetter der Bodensee. Unterwegs passiert man die Jagdhütte „Auf dem Krüppel“, welche ihren Namen von dem ständigen Auf und Ab des Wegs hat – so bezeichneten ihn viele als „Krüppel“. Wem die 1.700 Höhenmeter über den Rappenstein zu viel sind, erreicht die Pfälzer Hütte auch etwas unterhalb auf bequemeren Weg.

Berggötte Nikolaus: Mit Pinot Noir und Malbuner Speck

Berggötte Nikolaus: Mit Pinot Noir und Malbuner Speck

„Jeder Mensch hat seinen eigenen Tritt“, weiß Berggötte Nikolaus. Daher stellt er sich mit angepasstem Schritttempo auf seine Gäste ein, um auf längeren Touren Durchhänger zu vermeiden. Für Nikolaus ist die Bergwelt das beste Heilmittel gegen Burnout und die Entspannung der wichtigste Moment. Wenn es zum Picknick geht, packt er gerne einen Pinot Noir aus dem Ländle und Malbuner Speck aus.

 

Gemeinsam mit Alpacas genießen wir unterhalb des Naafkopf die Rast. Nikolaus erzählt aus seiner Zeit als Trainer vom Liechtensteiner Skiteam und von der Streif-Ikone Marco Büchel, die er selbst ein Jahr trainiert hat. Lebhaft erinnert er sich an Zeiten, wo es noch den „Füferbolla“ gab, ein kleines Bonbon, das mal für fünf Rappen Kindern großes Glück bescherte.

Nach einigen Höhenmetern auf der Pfälzer Hütte (2.108 m) angekommen, hat es abgekühlt und die von Schneefeldern gescheckte Bergwelt Liechtensteins zeigt sich dieses Jahr noch im Juni von seiner winterlichen Seite. Gut, das uns am Abend ein leckeres Rösti erwartet.

Mit Berggötte Michael nachts auf den Naafkopf

Mit Berggötte Michael nachts auf den Naafkopf

Berggötte Michael, der als ausgebildeter Bergführer gerne auch schwerere Gipfel besteigt, macht uns mit den Herausforderungen des nächsten Tages und mit dem Achterknoten vertraut. Tapfere begeben sich mit ihm schon um vier in der Früh zur Sonnenaufgangswanderung auf den Naafkopf (2.571 m). Es ist zwar Ende Juni, aber dennoch wollen dabei einige steile Schneefelder überwunden werden.

 

Michael Bargetze war schon als kleiner Bub immer am Berg unterwegs. „Früher musste noch jeder mit anpacken und heuen.“ Schülerwanderungen führten oft quer durch Liechtenstein. So lernte er früh das „Land hinter dem Tunnel“ zu schätzen und die Berge zu lieben. Später zog es ihn auf die Berggiganten der Welt, nach Alaska, Neuseeland und nach Feuerland.

Zu den sportlichen Höhepunkten des talentierten Bergführers zählt eine Landesumrundung Liechtensteins in nur 23 Stunden und 20 Minuten. Mit erfahrenen Gästen erklimmt Berggötte Michael nach einer Vorbesprechung auf Wunsch auch schwere Gipfel wie Schwarzhorn (2.574 m) oder Grauspitz (2.599 m), auf die keine markierten Wege führen. Der Grauspitz wurde als einer der „European Summits“ (höchste Ländergipfel Europas) in den letzten Jahren immer beliebter, ist aber ohne Bergführer sehr gefährlich zu besteigen.

Auf dem Fürstin Gina Steig

Auf dem Fürstin Gina Steig

Nach einem gesunden Frühstück steht die nach dem Fürstensteig wohl schönste Panoramawanderung Liechtenstens auf dem Programm, der Fürstin Gina Steig. Bis zum höchsten Punkt, dem Gipfelkreuz am Augstenberg (2.359 m), queren wir mehrere Schneefelder. Am Augstenberg kommt es zum Gipfeltreffen zwischen Michael, Nikolaus und Berggotta Rosaria, die aus Malbun zu uns hinzustößt.

 

Berggotta Rosaria: Geht gern auf weglose Gipfel

Berggotta Rosaria: Geht gern auf weglose Gipfel wie den Ochsenkopf

Berggotta Rosaria hat einen Lieblingsberg: Den Ochsenkopf. Sie geht am liebsten auf Gipfel, auf die keine Wege führen. Davon gibt es in ihrer Heimat noch einige. Heute hat sie das Hahnenspiel (1976m) ausgesucht, das ein tolles Rundum-Panorama zu den höchsten Liechtensteiner Bergspitzen Naafkopf, Schwarzhorn und Grauspitz sowie hinaus ins Walgau zum Dünser Älpele bietet. Auf dem Gipfel genießen wir einen auf wundersame Weise frisch zubereiteten Kaffee. Am Abstieg hält Rosaria eine weitere Überraschung  bereit. Aus einer riesigen Tasche zückt Sie ein Alphorn hervor und stimmt darauf romantische Bergmelodien an.  Später darf dem Schweizerischen Nationalinstrument jeder noch seine ganz individuellen Töne entlocken. Mit Berggotta und Berggötte sind immer einzigartige Erlebnisse vorprogrammiert.

 

INFO

Allgemein
Liechtenstein liegt im Dreiländereck von Liechtenstein, der Schweiz und Österreich. Als Einstieg in die herrliche Bergwelt eignet sich vor allem Malbun, welches von Vaduz aus über eine Bergstraße mit dem Auto oder mit dem Linienbus erreichbar ist.

www.tourismus.li

Wandern mit der Berggotta / dem Berggötte

Von Ende Juni bis Mitte Oktober findet beinahe wöchentlich eine etwas leichtere Dienstagstour (Gehzeit 3-5 Stunden) und eine anspruchsvollere Donnerstagstour (Gehzeit 4-7 Stunden) mit Berggotta/Berggötte statt. Die genauen Termine sind der Homepage zu entnehmen.

Für Gäste der liechtensteinischen Beherberger (Hotels und Pensionen) ist das Wandern mit der Berggotta / dem Berggötte kostenlos. Für Inhaber eines liechtensteinischen Museums- und Erlebnispasses ist das Angebot um CHF 10.- reduziert. Tagesgäste können gegen eine Gebühr von CHF 39.- teilnehmen. Die Teilnehmeranzahl ist pro Entdeckungstag auf 10 „Berg-Paten-Kinder“ beschränkt. Bei mehr als 10 „Berg-Paten-Kinder“ kommt ein zweiter Berggötte oder eine weitere Berggotta hinzu. Treffpunkt ist um 9 Uhr beim „Berggotta Berggötte“ Turm beim Ortseingang Malbun, gegenüber dem Alpenhotel Malbun unterhalb der Kapelle. Anmeldungen telefonisch oder per E-Mail am Vortag bis 10 Uhr an: Liechtenstein Center, Städtle 39, 9490 Vaduz, Liechtenstein, T +423 239 63 63, info@liechtenstein.li

Anreise

Auto
Von München über die A96, in Österreich auf die A14, Ausfahrt Feldkirch

Bahn und Bus
In Feldkirch steigt man einfach von der Bahn auf das gut ausgebaute Busnetz Liechtensteins (LIEmobil) um und erreicht so über die Hauptstadt Vaduz schnell das alpine Malbun.

www.liemobil.li

Übernachtung

Unterkunftssuche in Liechtenstein

Das Alpenhotel Vögeli gleich am Ortseingang von Malbun beim „Berggotta Berggötte“ Turm bietet ein beeindruckendes kulinarisches Angebot und ein erfrischendes Schwimmbad.
http://www.alpenhotel.li/

Die Pfälzerhütte (2108 m) des Liechtensteiner Alpenvereins ist von ca. Mitte Juni bis ca. Mitte Oktober durchgehend bewirtschaftet. Telefonische Reservierung, während der Saison direkt auf der Hütte. Tel. Pfälzer Hütte +423 / 263 36 79

www.alpenverein.li

 

Mal lieblich, mal rasant: MTB in Sasbachwalden

Sasbachwalden: Flowtrail für Feinschmecker

Es gibt Orte, denen wohnt ein besonderer Zauber inne. Ein solcher ist Sasbachwalden, wo rasante Action auf Deutschlands längstem Flowtrail nur ein paar Tables und Jumps vom lieblichen Weindorf und der einzigartigen Vielfalt der „Badischen Genussmeile“ entfernt liegen. Weiterlesen

Sasbachwalden (Foto: Ferienregion Sasbachwalden)

(c) Sasbachwalden

Weindorf im Flow
Auf den ersten Blick ist Sasbachwalden zunächst einmal ein urgemütliches Schwarzwälder Weindorf. Auf einer Höhe von 180 bis 1.164 Metern ü. M. reicht die Vielfalt von sonnigen Weinreben und idyllischen Obstwiesen rund um das Dorf bis zu dunklen Wäldern, sprudelnden Wasserfällen und einem rauen Hochmoor am Gipfel des Hausbergs Hornisgrinde.

 

Doch wer näher hinsieht entdeckt hier auch den Alpirsbacher  Klosterbräu Schwarzwaldtrail, mit einer Länge von über vier Kilometern der längste präparierte Flowtrail Deutschlands. Der Trail enthält auf 550 Höhenmetern vielfältige Hindernisse wie Wellen, Tables, Anleger und Sprünge und bietet etwas für jeden fahrtechnischen Anspruch.

Aussichtsloge am Trail
Der Flowtrail ist so ausgelegt, dass er von allen Mountainbikern befahren werden kann. Schwierigere Hindernisse können problemlos umfahren werden. Ein paar kleine Pausen auf den Aussichtslogen unterwegs wie beispielsweise dem Gleitschirmfliegerplatz mit Blick bis nach Straßburg und in die Vogesen sollten vor der nächsten Etappe eingeplant werden.

Das Ziel des Flowtrails liegt am Spinnerhof, mit seinem gemütlichen Gastgarten nicht nur Basis für Mountanbiker, sondern auch Mekka für Freunde edler Brände. An einer Besichtigung der Erlebnisbrennerei mit Schnapsprobe sollte man aber erst nach der letzten Abfahrt auf dem Flowtrail teilnehmen – und dann das Bike am besten in den Bus packen (zurück zum Start gelangt man mit Shuttle-Service oder dem Linienbus mit Fahrradanhänger).

Ganz großer Genuss
Überhaupt wird Genuss groß geschrieben.  An der sogenannten „Badischen Genussmeile“ in Sasbachwalden reihen sich vom Tal bis hinauf auf den Berg über 20 Gastwirtschaften wie an einer Perlenschnur aneinander, bei gerade mal 2.500 Einwohnern eine einzigartige Vielfalt.

Ein Geheimtipp mit regionalen Spezialitäten ist die Wilderer Stube mit Wildgehege, welche in Bischenberg unweit des Zielpunkts des Flowtrails liegt. Unbedingt ein Ulmer Bier aus der Ortenau und das köstliche Knödel-Trio genießen! Ebenfalls köstlich: Ein Flammkuchen oder Käsefondue sowie Raclette in der rustikalen Weinstube „Ald Saschwalle“.

Ausbau geplant
Mit der Eröffnung des Alpirsbacher Klosterbräu Schwarzwaldtrails ist in Sasbachwalden für die MTB-Freunde der Startschuss gefallen. Weitere Anschluss-Trails hinauf zur Hornisgrinde und hinunter bis ins Tal sind geplant, um den Fahrspaß komplett zu machen. Übrigens, wer nicht alleine sein will, schließt sich einer geführten Tour von Bikesport Sasbachwalden an.

INFO

Allgemein
Ferienregion Sasbachwalden
www.sasbachwalden.de

Bikesport Sasbachwalden
http://bikesport-sasbachwalden.de/

Anreisen
Mit der Bahn bis Bahnhof Achern, Umstieg auf die Südwestbus Panoramalinie 7123 von Achern zur Hornisgrinde (1.164 m.ü.M.) . Fahrradmitnahme möglich: Busse mit Fahrradanhängern verkehren von Mai bis Oktober Sa, So & Feiertags (Fahrradmitnahme kostenfrei möglich, Baden-Württemberg-Ticket gültig). Reservierung empfohlen (Tel. +49 781 9354 0).
www.bahn.de

Einkehren

Ald Saschwalle
Käsefondue, Raclette und Flammkuchen in rustikaler Weinstube
www.aldsaschwalle.de

Wilderer Stube
Wildspezialitäten, Knödel, Wildgehege mit Rehen und Hirschen
www.wildererstube.de

Unterkunft

Landhaus Schönen
Kostenloses WLAN, kostenfreies Parken, Fahrradgarage
www.landhaus-schoenen.de

Ferienhof Straub
Ferienwohnungen auf dem Winzerhof, fahrradfreundlich
www.ferienhof-straub.de

 

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Radurlaub an der Ruhr bietet Naturgenuss pur

Wie ein grünes Band verbindet die Ruhr die Gebirgsregion des Sauerlands mit den aufregenden Metropolen im Pott. Statt rauchenden Schloten wird allerhand Natur geboten: Auf über 230 Kilometern gibt es auf dem Ruhrtalradweg nicht nur Industriegeschichte an vielen Ecken, sondern auch herrliche Seen und eine faszinierende Vogelwelt zu entdecken. Weiterlesen

Ruhrtalradweg begins here: Beim Start in WinterbergVon der Quelle bis zum Rhein
Die Ruhr ist sicher eines der abwechslungsreichsten Flüsse Deutschlands. Sie bietet Natur pur und zahlreiche Stauseen, aber auch kleine stillgelegte Zechen und spannende Industriekultur zu besichtigen. Mit einer überaus sympathischen Radlergruppe bin ich den Ruhrtalradweg von der Quelle bis zur Rheinmündung gefahren!

Mit internationaler Fahrradkarte erreiche ich am Abend Winterberg im Sauerland. Bei einer köstlichen Ofenkartoffel besprechen wir in Bennys Kartoffelkiste Details unserer viertägigen Tour durchs Ruhrtal. Nicht weniger als 232 Streckenkilometer, 543 Meter Aufstieg und 1158 Meter Abstieg stehen bevor. Lecker und gesund gestärkt, peilen wir das Nachtquartier an.

Nach wenigen Höhenmetern erreichen wir am nächsten Tag die Ruhrquelle. Herrlich im Grünen gelegen, wie der Großteil des Radwegs bis zur Rheinmündung. Hier  ein kleines Bächlein, ist die 218 Kilometer lange Ruhr erst ab Fröndenberg schiffbar. Bis dahin ist es noch ein weiter Weg. Melanie von „Simply out Tours“ begleitet uns dabei mit allerhand Wissenswertem über das Ruhrtal und seine Geschichte. Munter radeln wir das Ruhrtal Richtung Arnsberg, unserem ersten Etappenziel, hinab. Die zunächst noch recht frostige Witterung macht Hoffnung auf mehr Sonne. Allerdings ist dadurch auch so mancher Gegenanstieg leichter. Bei Meschede wechseln wir die Ruhrseite und machen einen Abstecher nach Wehrstapel.

Gastlichkeit hat einen Namen: Hier empfängt uns das Restaurant St Wendelin mit heißer Spargelsuppe und einer Brotzeit. Als Abschluss wähle ich das Zipfelmützchen, heißer Zwetschgenschnaps und Likör mit Sahne. So´n usseliges Wetta, sagt man im Ruhrgebiet. Köstlich von innen gewärmt, fallen die letzten Kilometer bis Arnsberg dennoch nicht schwer.

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Das Kettenschmiedemuseum in Fröndenberg

Am nächsten Morgen brechen wir wieder zu einer etwa 70 km langen Etappe auf. Mittags machen wir in Fröndenberg am einzigen Kettenschmiedemuseum Deutschlands Rast. Bei sprühenden Funken und klirrenden Schmiedehämmern lässt sich hier Industriegeschichte mit allen Sinnen  erleben. Manchmal springt der Funken auch auf andere Art über, denn heute ist die Kettenschmiede auch eine Heiratsschmiede.

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Blässhuhn und Kormoran: Vogelwelt an der Ruhr

Besonders lieblich wird der Ruhrtalradweg bei Herdecke am Hengsteysee und Harkortsee. Gleich hinter Herdecke verzaubert das imposante Ruhrtalviadukt, das den Beginn des Harkortsees markiert. Hier erwartet den Ruhrtalradler eine außergewöhnliche Vielfalt an Wasser- und Sumpfvogelarten. Blässhuhn, Haubentaucher, ja sogar Kormoran und Eisvogel fühlen sich hier heimisch.

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Fahrradfähre bei der Burgruine Hardenstein

Bei der Burgruine Hardenstein hat man das Vergnügen, die Ruhrseite mit der Fähre zu wechseln. Ende des 19. Jahrhunderts verkehrte an dieser Stelle ein Ruderboot. Heute nimmt die Fähre Radfahrer und Spaziergänger an Bord. Am anderen Ufer lädt das Schleusenwärterhäuschen mit Biergarten zur Rast ein. Hier erfrischt ein kühles Pils aus der Bochumer Privatbrauerei Moritz Fige die Radler.

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Viel Grün rundum die stillgelegte Henrichshütte.

So lecker verwöhnt, fällt die Weiterfahrt in die schöne Altstadt von Hattingen leicht. Highlights sind das Bügeleisenhaus und die St Georgskirche mit schiefem Kirchturm. Ausgezeichnete Eiscafés laden zur Rast. Am Stadtrand kann die in den 80ern stillgelegte Henrichshütte besichtigt werden. Hier wird Industriegeschichte für Groß und Klein verständlich erklärt, zudem lockt ein gigantischer Ausblick.

 

Unser abendliches Ziel lautet Essen, wo wir den Abend nach einer anstrengenden Etappe in der Rüttenscheider Hausbrauerei ausklingen lassen. Wir genießen unfiltriertes Kellerbier im gemütlichen, rustikalen Ambiente. Zwei gebürtige Iraner haben die einzige Hausbrauerei in Essen übernommen und führen diese schöne Tradition fort.

Tags drauf steht der letzte Tag der Tour an. Vorbei an Baldeneysee und Villa Hügel erleben wir noch einmal eine schöne Fahrt ins Grüne. Am Aquarius Wassermuseum in Mülheim an der Ruhr erfahren wir, welche Bedeutung das Wasser nicht nur an der Ruhr hat.

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An der Rheinorange ist das Ziel der Tour erreicht.

An der Rheinorange, einer orangenen Steele, mündet die Ruhr in den Rhein und in der Ruhrmetropole Duisburg endet unsere Tour. Wer sich etwas Wellness gönnt, radelt weiter Richtung Dinslaken und schließt die Tour in der Niederrhein-Therme ab.  Entspannt im Solebecken, beim Erlebnis-Aufguss in der Kelosauna oder beim Sonnenbad lässt sich hier die aufregende Tour Revue passieren.

 

INFO

Allgemein
Ruhrtalradweg
www.ruhrtalradweg.de

Organisierte Touren
Simply Out Tours
www.simply-out-tours.de

Daten & Fakten
Start: Winterberg (Sauerland)
Ziel: Duisburg
Schwierigkeit:   mittel
Strecke: 232 km
Aufstieg: 543 m
Abstieg: 1158 m
Tiefster Punkt: 23 m
Höchster Punt: 694 m
Dauer: 3-4 Tage

An- und Abreise
Internationale Züge bis Dortmund, Umstieg auf RE 57 nach Winterberg.
An verkehrsreichen Tagen verkehren zusätzlich Busse mit Fahrradanhängern zwischen Dortmund und Winterberg. Abreise von Duisburg ebenfalls mit IC oder City Night Line mit Fahrradmitnahme (reservierungspflichtig) möglich.
www.bahn.de

Unterkunft
Alle Betriebe entlang des Ruhrtalradwegs sind vom ADFC Bett+Bike zertifiziert

Entdecken

Henrichshütte Hattingen
www.route-industriekultur.ruhr/ankerpunkte/henrichshuette.html
Ruhrtalradweg-Kurzfilm
www.ruhr-tourismus.de/radrevierruhr/ruhrtalradweg.html

Einkehren

Bennys Kartoffelkiste, Winterberg
www.bennys-kartoffelkiste.de

Restaurant St Wendelin, Meschede-Wehrstapel
www.restaurant-sanktwendelin.de

Rüttenscheider Hausbrauerei, Essen
www.ruettenscheider-hausbrauerei.de

Entspannen

Niederrhein-Therme
www.niederrhein-therme.de

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Andelsbuch-Bezau: Skifahren als schönste Nebensache

Bezau, einst Endstation der Bregenzerwaldbahn und noch immer beliebte Sommerfrische, hat auch für Wintersportler viel zu bieten. Die neue Bergbahn fährt blitzschnell ins Ski- und Rodelvergnügen und ins abwechslungsreiche Skigebiet Niedere Andelsbuch. Weiterlesen

Beim Einstieg in die 2010 komplett erneuerte Seilbahn Bezau komme ich mir mit meinen Schi schon etwas exotisch vor. Etwa drei Viertel haben Rodel dabei, manche Schneeschuhe, einige gehen Winterwandern, andere haben den Gleitschirme im Gepäck, nur zwei andere Ski dabei. Eine bunte Mischung , die die ganze Bandbreite an Aktivitäten wiederspiegelt.

Gipfelstation Baumgarten: Ein Rundblick, der seinesgleichen sucht

Gipfelstation Baumgarten: Ein einzigartiger Rundblick

Niedere: Der unscheinbare Berg in der Mitte des Bregenzerwaldes hat so einiges zu bieten. Das Gipfelpanorama reicht bis in die Schweiz, an den Bodensee, ins Allgäu und nach Tirol. Eine Aussichtsplattform bringt die Bergspitzen auf Informationstafeln zum Greifen nah. Im Sommer zieht es Wanderer, jede Menge Gleitschirmflieger und öfters auch Mountainbiker hierher.

 

Doch was im Sommer schön ist, muss ja im Winter nicht weniger erholsam sein.  So sind auch im Winter Paraglider willkommen, die meist oben auf der Niedere Höhe ihre Schirme ausbreiten. Winterwandern kommt der Reihenfolge nach sogar vor dem Wintersport, viele Touren sind ausgeschildert. Wöchentlich findet eine geführte Schneeschuhwanderung statt.

Auch Sonntags freie Fahrt auf der Piste

Skigebiet Niedere: Auch Sonntags freie Fahrt auf der Piste

Aber die Kabine der Seilbahn Bezau fährt nicht nur zum Wandern und Paragliden, sondern eben auch sehr schnell in das Schigebiet Niedere, ein familienfreundliches Schigebiet mit 20 km präparierten Schipisten, zwei Doppelsesselbahnen und fünf Schleppliften. Bei der Ankunft an der Bergstation lacht das Herz. Herrlich breite Carving-Pisten soweit das Auge reicht. Ein Steilhang verspricht rasante Action.

 

Doch vor allem wer die Ruhe und die Einfachheit zu schätzen weiß, wer auf den Komfort von Hightech-Skiliften und auf Aprés-Ski-Zirkus verzichten kann, wer herrliche, weitläufige Pisten ohne den Rummel großer Skigebiete genießen oder neue Spuren in den glitzernden Pulverschnee ziehen möchte, wird sich im Skigebiet Niedere zwischen Andelsbuch und Bezau bestimmt wohlfühlen. „Es war nicht gewollt, nicht mit der Zeit zu gehen, aber mittlerweile haben wir die Vorzüge der Langsamkeit entdeckt“, erklärt die Broschüre der Bergbahnen.

Die Schlepplifte an der variationsreichen und bestens zum Carven geeigneten Abfahrt Muldenlifte mögen nicht den Glanz großer Ski-Metropolen versprühen, aber stören weniger, wenn im Sommer die Wiesen blühen. Flink laufen die Lifte alle, speziell der Schlepplift Niederekopf, eine Art Turbo-Tellerlift to the Top. Oben fasziniert gleich die tolle Aussicht.

Schwarz, steil, top präpariert: Die Piste 3

Schwarz, steil, top präpariert: Die Niederekopfabfahrt

Auf der Niedere Höhe (1715 m) lockt für ambitionierte Skifahrer die top präparierte schwarze 3, an einer Schanze stellen Könner ihr Talent zur Schau. Wer sich die schwarze Piste nicht zutraut, nimmt die blaue 6. Schlangen vor den Liften sind auch am Wochenende selten. An schneereichen Tagen ist die Abfahrt nach Andelsbuch möglich, eine Skiroute lädt zur Abfahrt bis Sonderdach ein.

 

Insgesamt sehr abwechslungsreich, aber nicht teuer: Eine Nachmittagskarte ist an der Seilbahn Bezau ab 12:15 für 22 Euro erhältlich. Den ganzen Schitag sind Erwachsene für 30,80 Euro auf den Pisten, Kinder (Jahrgang 2000-2009) können sämtliche Pisten schon ab morgens um neun für nur 17,80 Euro genießen, Jugendliche (1997-1999) um 27,40 Euro.

Am Ende eines sonnigen Schitags legt sich ein Nebelmeer ins Tal. Ich fahre mit der Seilbahn ins Tal und blicke in glückliche Gesichter.  Irgendwann muss ich die Natur-Rodelbahn zur Mittelstation Sonderdach (3 km, 440 Höhenmeter) probieren. Schifahren ist hier beinahe Nebensache. Ob mit Schi, Rodel oder Wanderschuhen: Bezau ist immer eine Reise wert.

INFO

Skigebiet Niedere Andelsbuch-Bezau

Allgemeines
Das Skigebiet Niedere Andelsbuch-Bezau ist besonders familienfreundlich. Der Hausberg „Niedere“ bietet ein eindrucksvolles Panorama vom Bodensee bis zu den Schweizer Bergen. Das kompakte Skigebiet bietet abwechslungsreiche Abfahrten in allen Schwierigkeitsgraden. Ski- und Snowboardschulen bieten Kurse. An der Seilbahn Bezau lockt eine Naturrodelbahn. Bei Anfahrt aus dem Allgäu ist das Skigebiet ohne österreichische Autobahn vignettenfrei erreichbar.

Meereshöhe
655 – 1.715 m

Saison
Bis 13. März 2016 täglicher Fahrbetrieb

Anreise

Mit ÖPNV
Per Bahn zum Bahnhof nach Bregenz oder Dornbirn – umsteigen auf Landbuslinien
www.vmobil.at

Vom Busbahnhof Bezau zur Seilbahn Bezau mit der Linie 34 (Bezau/Bizau/Mellau)

Mit dem Auto

Deutschland
Autobahn A14 bis Ausfahrt Dornbirn Nord
– Achraintunnel – Alberschwende – Egg – Andelsbuch – Bezau
Schweiz
Dornbirn – Autobahn A 14 bis Ausfahrt Dornbirn Nord
– Achraintunnel – Alberschwende – Egg – Andelsbuch – Bezau
Allgäu
Oberstaufen – Riefensberg – Langenegg – Egg – Andelsbuch (ohne Vignette)

Adressen

Seilbahn Bezau GmbH & CO KG
Telefon +43 (0)5514 2254
E-Mail: hallo@seilbahn-bezau.at
www.seilbahn-bezau.at

Bergbahnen Andelsbuch
Telefon +43 5512 2540
E-Mail: info@bergbahnen-andelsbuch.at
www.bergbahnen-andelsbuch.at

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Mit der Bahn auf die Bretter (1): Zügig nach Davos

Ist zuhause mal nix los, fahr´n wir zügig nach Davos. Im Klassiker des alpinen Skilaufs der Schweiz ist dieses Motto wörtlich zu nehmen. Schon vor über 80 Jahren wurde eine Standseilbahn auf den Hausberg Parsenn errichtet, die noch heute die spektakuläre Bergwelt erschliesst. Man steigt am Weissfluhjoch (2.662 m) aus, schnallt die Ski und ist fast am Gipfel. Weiterlesen

Schon allein durch das Wort Davos werden Bilder tief verschneiter Pisten wach. Die Parsenn ist die Wiege des Skisports in der Schweiz. 1895 verirrten sich vier englische Touristen mit ihren Skiern unterwegs nach Arosa und landeten in Küblis. Einheimische wiederholten ein Jahr später die Abfahrt von der Weissfluh nach Küblis: Die legendäre Skiabfahrt, eine der längsten der Schweiz, die noch heute viele lockt, war entdeckt. Die Bahnlinie ins Prättigau ist sogar noch ein paar Jahre älter, schon 1890 fuhr sie von Landquart über Küblis nach Davos.

Foto: RhB

Rhätische Bahn im Prättigau Foto: RhB

Die Reise über Landquart nach Davos führt auch heute über Küblis. Ein Blick aus dem Auto oder Zugfenster offenbart , ob Frau Holle schon Schnee ins Tal brachte, oder ob der Winter bisher nur in den Bergen Einzug hielt. Liegt der Schnee schon bei der Anfahrt an den Gleisen, ist die legendäre Parsenn-Abfahrt von der Weißfluh nach Küblis vielleicht schon möglich. Im aktuellen Pistenplan ist sie mit der Nummer 56 eingetragen.

 

Im oberen Abschnitt der legendären Parsenn (Foto: Heilmann)

Im oberen Abschnitt der legendären Parsenn

Die wichtigsten Daten zur Parsenn-Abfahrt: Über 2.000 Höhenmeter, 12 Pistenkilometer, Start auf 2.843 Metern auf dem Weißfluhgipfel im Skigebiet Parsenn, Ziel in Küblis auf 814 Metern. 2011 wurde die Legende nach vielen Jahren das erste Mal wieder präpariert. Die Rückfahrt von Küblis nach Davos ist in Wintersportbekleidung mit Skipass in der Rhätischen Bahn gratis.

 

Wer zur Vor- oder Nachsaison nach Davos-Klosters reist, muss zwar meist auf das Highlight der Parsenn-Abfahrt verzichten, kommt aber in den Genuss vergünstigter Skipässen oder sogar von Gratis-Skipässen für Hotelgäste. Das Klischee, dass die Schweiz generell teurer ist, stimmt nicht immer. Für 44 CHF darf ich um halbzwölf ins Skigebiet Parsenn einsteigen. Um diese Zeit wäre es am Arlberg sogar teurer, und die Standseilbahn fährt unheimlich zügig ins weisse Glück. Kaum zu glauben, dass die Wurzeln der Bahn in den 30er Jahren liegen.

Oberer Abschnitt der Parsennbahn (Foto: Heilmann)

Oberer Abschnitt der Parsennbahn (Foto: Heilmann)

Die neue Parsennbahn ist außerordentlich flink. An der Mittelstation am Höhenweg startet die 2. Sektion der Bahn, welche sich der Piste entlang aufs Weissfluhjoch schlängelt. Wer sich die rote Piste 4 hinabschwingt, hat an der Mittelstation die Wahl, in den Sessellift „Rapid“ oder in die Bahn einzusteigen. Spannend ist, dass die Bahn bei gleichzeitigem Start den Lift sogar überholt.

 

Bergrestaurants sorgen für das leibliche Wohl und laden zum Sonnentanken auf den Terrassen ein. Wer es etwas sparsamer haben möchte: Sich an der Piste selbst zu verpflegen, ist nirgendwo schöner, als am Skilift Hauptertäli auf Parsenn, wo sich auf klappbaren Bänken das ganze Alpenpanorama der Bündner Alpen wie auf einer Leinwand präsentiert.

Das Skigebiet Parsenn ist von Davos und Klosters aus zugänglich und ist das grösste der fünf Skigebiete in Davos Klosters, zu denen zudem Madrisa, Pischa, Jakobshorn und Rinerhorn zählen. Seine breiten, langläufigen Pisten machen Parsenn neben Carvern auch bei Snowboardern sehr beliebt, die gerne kleine Schanzen errichten und in der Schneebar Totalp chillen. Ein Geheimtipp ist der Morning Flow Ride: Dabei besteht Anfang April die einmalige Chance, die Parsenn Abfahrt mit einem Mountainbike auf Schnee zu befahren.

INFO

Lage
Davos liegt auf 1560 m ü.M. im Bezirk Prättigau des Kantons Graubünden, ca. 1,5 Stunden mit dem Auto von Zürich entfernt. Ausgezeichneter Bahnanschluss mit Bernina Express, Glacier Express und Regionalzügen der Rhätischen Bahn.

Saison
20.11.2015- 10.04.2016

Skigebiet Davos-Klosters
(gesamt / Parsenn)

Höhenlage: 810-2.844 m
Saison: 20.11.2015- 10.04.2016
Pistenkilometer: 320 (102)

Mit der kostenlosen App von Davos Klosters ist man immer schnell informiert, welche Anlagen und Pisten gerade geöffnet sind.

www.davos.ch

Events

Morning Flow Ride
Parsenn-Abfahrt mit dem MTB, 5. Edition
Sa, 02.04.2016
www.morningflowride.ch

Adressen
Destination Davos Klosters
Telefon +41 (0)81 415 21 21
E-Mail: info@davos.ch
www.davos.ch

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Wanderlust an der Costa Dorada

Ein Urlaub an der Costa Dorada, der Goldküste Kataloniens, ist ohne die goldenen Berge im Hinterland nicht komplett. Beim Wandern längs Weingärten,  im Kloster oder beim Klettern, unter Steineichen und in der Serra del Montsant entdeckt man erst die ganze Vielfalt und Schönheit der Region. Ein organisiertes Wanderprogramm macht das Ganze unvergesslich.
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Costa Daurada - Tarragona 005 -® Tarragona Turisme

Antikes Weltkulturerbe vor blauem Meer: Tarragona

Ein schöner Auftakt zum Wandern an der Costa Dorada ist Tarragona. Die antike Stadt mit Weltkulturerbe hat nicht nur ausgezeichnete Restaurants mit viel Flair, sondern auch eine Rambla mit Balkon. Am Ende der Flaniermeile hat man eine großartige Aussicht auf das Meer. Lohnenswert ist auch ein Spaziergang entlang der Stadtmauern und über den Archäologischen Spazierweg.

 

Am Morgen darauf empfängt uns schon der Krauland Wanderbus, um mit uns die herrlichen Berge im Hinterland der Costa Daurada zu entdecken. „Ich hoffe, ihr habt´s alle Steigeisen und genug Seil dabei“, scherzt Wanderführer Gregor, als sich „Montblanc“ Wegweiser verdichten. Aber das gleichnamige Städtchen ist nicht ganz so alpin und liegt nur wenige Kilometer von Poblet, dem Ausgangspunkt unserer heutigen Wanderung, entfernt.

Mirador de la Pena bei Poblet

Mirador de la Pena: Fantastische Aussicht bei Poblet

Aussichtsloge mit Picknick
Gleicht hinter Poblet steigen wir in unsere erste Bergwanderung ein. Durch einen grandiosen Steineichenwald wandern wir bei herrlichem Herbstwetter aufwärts zum Mirador de la Pena auf 950 Metern Meereshöhe. Hier empfängt uns ein atemberaubender Rundblick in die weite Landschaft der Costa Daurada und ein Picknick mit Aussichtsloge.

 

Das mächtige Zisterzienserkloster Santa Maria de Poblet, 1151 gegründet und heute das größte bewohnte Zisterzienserkloster Europas, empfing uns als zweites Ausflugsziel. Seit etwa einem Jahrtausend  ist der Zisterzienserorden mit dem Weinbau verbunden. Hier wird der „Pinot Noir“ kultiviert, eine zarte und schwierige Sorte, die weiche und elegante Weine hervorbringt. Das Weingut Abadia de Poblet entstand aus dem Wunsch des Klosters heraus, die tausendjährige Weintradition wieder aufleben zu lassen. Heute werden hier edle Tropfen aus der Region verkostet, gern auch schon vor der anschließenden Klosterbesichtigung.

Santa Maria de Poblet, größtes bewohntes Zisterzienserkloster Europas

Das Zisterzienserkloster Santa Maria de Poblet

In Santa Maria de Poblet fanden einige katalanische und aragonesische Könige in kunstvollen Sarkophagen ihre letzte Ruhe. In dem schon 1991 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärten Zisterzienserkloster lohnt sich, die schönen Bögen des Kreuzganges in Augenschein zu nehmen ebenso wie das Brunnenhaus. Am Abend werden schöne gregorianische Choräle vorgetragen.

 

Zedern und Zypressen
Tiefenentspannt von gregorianischen Gesängen lasst Gregor auf der Weiterfahrt noch mal verschiedene Pflanzenarten und Tiere des Tages Revue passieren. Salbeiblättrige Zistrose, Zedern und Zypressen. Bienenfresser und Eichelhäher. Unser abendliches Ziel heißt etwas später Falset. Die noch ursprünglich erhaltene Kleinstadt im Priorat strahlt eine behagliche Ruhe aus. Durch enge Gässchen erreichen wir unser gemütliches Hotel „L´Escoleta“, das auf mehreren Etagen einer alten jüdischen Schule schöne Appartements bietet.

La Villela Baixa in der Serra del Montsant

La Vilella Baixa: Montsant für die Fototapete

Nach einem reichlichen Frühstück geht die Fahrt in unserem bequemen Wanderbus morgens weiter. Bei blauem Himmel tingeln wir in die schmucken Berge des Montsant hinein. Einen ersten Stopp legen wir mit Aussicht auf das Bergdörfchen „La Vilella Baixa“ ein, das vor den Felswänden des Montsant seine Reize entfaltet. Nur etwa 200 Einwohner leben in dem verschlafenen Ort, der sich wie ein Gemälde in die Landschaft schmiegt.

Hier sind wir bereits am Eingang der Serra del Montsant. Noch etwa acht weitere Bergdörfer  zählen  zu dem Küstengebirge, das vor allem bei Kletterern äußerst beliebt ist. Die sich hoch auftürmenden Kalkfelsen des Montsant sind ein wahres Eldorado für Sportkletterer. Weltweit bekannt ist vor allem Margalef. Hier befinden sich einige bekannte und sehr schwere Routen. Etwas weniger bekannt Cornudella de Montsant, weit bekannter dessen Teilörtchen Siurana – mit einigen der schwersten Kletterrouten der Welt wie „La Rambla“.

Wanderlust zwischen Weinreben und Wacholder

Wanderlust zwischen Weinreben und Wacholder

Wein und Wacholder
Siurana ist aber erst unser morgiges Ziel, heute begnügen wir uns mit einer spätsommerlichen Wanderung, die weder Seil noch sonstige Sicherungen erfordert. Herrlich, zwischen bunt gefärbten Weinreben und Wacholderbüschen zu wandern und die Aussicht auf die Felsmassive des Montsant zu genießen. Von Ulldemolins nach Sant Bartomeu führt die von Gregor ausgewählte Tour.

Zum ersten Mal werden die Beine etwas schwer, die Sonne brennt und der Durst meldet sich. Zuerst mal ein Bier. Hervorragende Weine lassen den späteren Nachmittag in der benachbarten Weinregion Priorat äußerst lustig ausklingen. Entspanntes Mittagessen vom Grill im Les Figueres, anschließend eine Weinprobe in der Weinkellerei Clos Figueres. Syrah und Carbernet Sauvignon, gemischt mit den lokalen Traubensorten Garnacha und Carinena. Durchaus erschwinglich, eine Weinprobe ist ab etwa 15 Euro möglich.

 

Wacholder wächst am Wegesrand

Wacholder wächst am Wegesrand

Morgens im schunkeligen Bus nochmal Pflanzenkunde zur Auffrischung: Sternanis und Hagebutte, Immortelle und Currygewächs, Haselnuss und Bittermandel zählen wir auf, welchen wir bereits begegnet sind. Gregor ist stolz auf uns. Noch zu erwähnen ist der Wacholder, der auch im Gin sowie im wieder sehr beliebten Wermut Verwendung findet. Weiter geht die Fahrt ins schmucke Siurana.

 

Schön und spektakulär: Siurana

Auf einem beeindruckenden Felsplateau thront Siurana, ein kleines spektakuläres Bergdorf, das zu den 10 schönsten Dörfern Kataloniens zählt. Heute zählt der bei Kletterern beliebte Ort gerade mal drei Dutzend Einwohner und weit mehr Besucher, die entweder nur die Aussicht genießen oder die reizvolle Umgebung beim Wandern, Biken und Klettern erkunden.

Siurana thront auf einem Felsplateau

Siurana thront auf einem Felsplateau

Dennoch wurde Siurana (737 m ü.M.) nicht wegen des schönen Blicks in so schwindliger Höhe errichtet. Vielmehr diente die Lage zur Verteidigung, als die Christen versuchten, das Land den Mauren abzuringen. Lange galt Siurana als uneinnehmbar. Auch wer ganz einfach das Panorama und die Restaurants in Siurana genießt, hat eine Menge Spaß.

 

Nicht entgehen lassen sollte man sich die Küche im La Siuranella. Entenleber mit Mango, Gänseleberpastete, Kaviar mit luftgetrocknetem Schinken: Alles mit Liebe kunstvoll zubereitet. Vegetarier kommen bei Himbeer-Ziegenkäse, überbackenem grünen Spargel und Steinpilzen auf ihre Kosten. Dazu ein edler Tropfen Rot- oder Weisswein im urgemütlichen Gastgarten und dabei der unbezahlbare Blick in die Berge des Priorat.

Sonniger Sonntagsbrunch im La Siuranella

Sonntagsbrunch im La Siuranella

Ein Ort, den man gar nicht wieder verlassen möchte. Wer sich Hals über Kopf in das bezaubernde Bergdorf verliebt, kann im Hotel La Siuranella in einem der sechs hübschen Zimmer, welche nach Weintrauben benannt sind, vielleicht gleich ein Quartier beziehen. Es geht natürlich auch günstiger in einem nahe gelegenen Camping. Die goldene Mitte ist eine geführte Wanderwoche mit Krauland in Kooperation mit Neckermann Reisen. Das von Wolfgang Krauland geführte Familienunternehmen aus Österreich schnürt für Gruppen auch Wanderpakete nach Maß und bietet das genussvolle Wanderprogramm „Wanderlust an der Costa Dorada“ wieder ab Mitte März an (das Detailprogramm steht unter www.krauland.at zum Download bereit).

 

INFO

Allgemein

Katalonien Tourismus
www.catalunya.com

Krauland
Wandern mit Krauland: Katalonien – Costa Dorada

Reiseblog von Katalonien Tourismus
katalonien-tourismus.de

Facebook
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App
katalonien-tourismus.de/app-katalonien-ist-aktivurlaub

Patronat de Turisme de la Diputació de Tarragona Costa Daurada
www.costadaurada.info

Anreise

Flug
Abflughäfen für Wanderprogramm „Wanderlust an der Costa Dorada“ siehe Neckermann Reisen-Katalog Spanien Festland.

Individuelle Anreise mit Flug: Die nächstgelegenen Flughäfen sind Reus und Barcelona. Entfernung Reus-Tarragona 13,5 km, Reus-Siurana 35 km.  Barcelona-Tarragona 98,5 km, Barcelona-Siurana 147 km
Individuelle Anreise mit Bahn: Bahnhof Marsa-Falset, ca. 2 Std. Fahrtzeit ab Barcelona