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Mit Berggotta und Berggötte durch die Liechtensteiner Alpen

Die Schweiz hat das Matterhorn, Österreich die Streif, aber das kleine Liechtenstein hat neuerdings den Berggötte und die Berggotta, die dem Urlauber intimste Geheimnisse der Berge verraten. Mit ihrer Heimat innig verbunden, begleiten Sie die Gäste auf über 400 km Wanderwegen, sagenhaften alpinen Steigen und so manch atemberaubenden weglosen Gipfel.
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Eine Bergpatin ("Berggotta") ist mehr als nur Wanderführerin

Berggotta Rosaria: Mehr als nur Wanderführerin

Beim „Berggötte“ und der „Berggotta“ stand der Name Pate für einen Ausdruck tiefer Verbundenheit zwischen Wanderer und Bergführer, zwischen Urlauber und intimen Kennern der Bergwelt. „Gotta“ und „Götte“ (Alemannisch) sind in Liechtenstein und Vorarlberg Ausdrücke für Patin und Pate. Genau das ist der Gedanke hinter dem außergewöhnlichen Projekt, das man im Fürstentum Liechtenstein im Sommer 2016  ins Leben rief.

Wie ein Pate, der oft ein Leben lang Verbundenheit und Sicherheit schenkt, nehmen dabei ausgebildete Wanderleiter und Bergführer die Gäste an die Hand, um sie auf eine unvergessliche Reise in die Liechtensteiner Bergwelt zu begleiten. In Kleingruppen von maximal zehn Personen laden sie ein, verborgene Schätze, sagenumwobene Täler, tierreiche Wälder, atemberaubende Gipfel und die schönsten Ausblicke hautnah zu erleben.

Roasaria, Esther, Nikolaus, Michael,  Herbert und Robert: Sechs Berggotta und Berggötte begleiten den ganzen Sommer bis Mitte Oktober zweimal pro Woche die Urlaubsgäste in ihre Heimat, die Liechtensteiner Bergwelt.  „Wir wollen keinen Massentourismus, sondern die Alpen als echtes Naturerlebnis erhalten“, betont Berggotta Rosaria als Initiatorin.

Berggötte Herbert: Mit der alpinen Tierwelt verbunden.

Berggötte Herbert: Mit der alpinen Tierwelt verbunden

Berggötte Herbert erwartet uns in Vaduz, wo wir mit dem Liechtenstein Bus hinauf nach Gaflei fahren. Von dort erklimmen wir zunächst die Alpspitz (1.999 m), bevor uns unser Weg auf der anderen Bergseite auf den legendären Fürstensteig führt. Für schwindelfreie und trittsichere Wanderer ist der Fürstensteig ein einmaliges Erlebnis. Der 1898 eröffnete und spektakulär in den Fels gehauene Weg zählt zu den schönsten  Weganlagen des Rätikons.

Am Abend treffen wir oberhalb von Steg im Berggasthaus Sücka ein. Das ehemalige Kurhaus erfrischt uns mit „Weiza“ vom Liechtensteiner Brauhaus. Bei großem Wanderhunger bestellen Gäste gerne das „Sückabrett“, und fallen daraufhin auch meist bald ins frisch gemachte Bett. Wer sich die Panoramatour zur Pfälzerhütte über den Rappenstein  zutraut, sollte etwa achteinhalb Stunden reine Wanderzeit einplanen und muss daher schon früh raus.

Der Rappenstein (2.222 m) ist nicht etwa nach dem schwarzen Pferd, auch nicht nach dem kleinsten Schweizer Münzgeld, sondern nach der Bergdohle benannt, welche ebenfalls Rappe heißt. Diese stellt hier gern ihre Flugkünste zur Schau. Was für ein herrlicher Rundblick: Jenseits des Rheins grüßen die Gipfel der Glarner Alpen, die Churfirsten und der Säntis.

In der Ferne leuchtet bei gutem Wetter der Bodensee. Unterwegs passiert man die Jagdhütte „Auf dem Krüppel“, welche ihren Namen von dem ständigen Auf und Ab des Wegs hat – so bezeichneten ihn viele als „Krüppel“. Wem die 1.700 Höhenmeter über den Rappenstein zu viel sind, erreicht die Pfälzer Hütte auch etwas unterhalb auf bequemeren Weg.

Berggötte Nikolaus: Mit Pinot Noir und Malbuner Speck

Berggötte Nikolaus: Mit Pinot Noir und Malbuner Speck

„Jeder Mensch hat seinen eigenen Tritt“, weiß Berggötte Nikolaus. Daher stellt er sich mit angepasstem Schritttempo auf seine Gäste ein, um auf längeren Touren Durchhänger zu vermeiden. Für Nikolaus ist die Bergwelt das beste Heilmittel gegen Burnout und die Entspannung der wichtigste Moment. Wenn es zum Picknick geht, packt er gerne einen Pinot Noir aus dem Ländle und Malbuner Speck aus.

 

Gemeinsam mit Alpacas genießen wir unterhalb des Naafkopf die Rast. Nikolaus erzählt aus seiner Zeit als Trainer vom Liechtensteiner Skiteam und von der Streif-Ikone Marco Büchel, die er selbst ein Jahr trainiert hat. Lebhaft erinnert er sich an Zeiten, wo es noch den „Füferbolla“ gab, ein kleines Bonbon, das mal für fünf Rappen Kindern großes Glück bescherte.

Nach einigen Höhenmetern auf der Pfälzer Hütte (2.108 m) angekommen, hat es abgekühlt und die von Schneefeldern gescheckte Bergwelt Liechtensteins zeigt sich dieses Jahr noch im Juni von seiner winterlichen Seite. Gut, das uns am Abend ein leckeres Rösti erwartet.

Mit Berggötte Michael nachts auf den Naafkopf

Mit Berggötte Michael nachts auf den Naafkopf

Berggötte Michael, der als ausgebildeter Bergführer gerne auch schwerere Gipfel besteigt, macht uns mit den Herausforderungen des nächsten Tages und mit dem Achterknoten vertraut. Tapfere begeben sich mit ihm schon um vier in der Früh zur Sonnenaufgangswanderung auf den Naafkopf (2.571 m). Es ist zwar Ende Juni, aber dennoch wollen dabei einige steile Schneefelder überwunden werden.

 

Michael Bargetze war schon als kleiner Bub immer am Berg unterwegs. „Früher musste noch jeder mit anpacken und heuen.“ Schülerwanderungen führten oft quer durch Liechtenstein. So lernte er früh das „Land hinter dem Tunnel“ zu schätzen und die Berge zu lieben. Später zog es ihn auf die Berggiganten der Welt, nach Alaska, Neuseeland und nach Feuerland.

Zu den sportlichen Höhepunkten des talentierten Bergführers zählt eine Landesumrundung Liechtensteins in nur 23 Stunden und 20 Minuten. Mit erfahrenen Gästen erklimmt Berggötte Michael nach einer Vorbesprechung auf Wunsch auch schwere Gipfel wie Schwarzhorn (2.574 m) oder Grauspitz (2.599 m), auf die keine markierten Wege führen. Der Grauspitz wurde als einer der „European Summits“ (höchste Ländergipfel Europas) in den letzten Jahren immer beliebter, ist aber ohne Bergführer sehr gefährlich zu besteigen.

Auf dem Fürstin Gina Steig

Auf dem Fürstin Gina Steig

Nach einem gesunden Frühstück steht die nach dem Fürstensteig wohl schönste Panoramawanderung Liechtenstens auf dem Programm, der Fürstin Gina Steig. Bis zum höchsten Punkt, dem Gipfelkreuz am Augstenberg (2.359 m), queren wir mehrere Schneefelder. Am Augstenberg kommt es zum Gipfeltreffen zwischen Michael, Nikolaus und Berggotta Rosaria, die aus Malbun zu uns hinzustößt.

 

Berggotta Rosaria: Geht gern auf weglose Gipfel

Berggotta Rosaria: Geht gern auf weglose Gipfel wie den Ochsenkopf

Berggotta Rosaria hat einen Lieblingsberg: Den Ochsenkopf. Sie geht am liebsten auf Gipfel, auf die keine Wege führen. Davon gibt es in ihrer Heimat noch einige. Heute hat sie das Hahnenspiel (1976m) ausgesucht, das ein tolles Rundum-Panorama zu den höchsten Liechtensteiner Bergspitzen Naafkopf, Schwarzhorn und Grauspitz sowie hinaus ins Walgau zum Dünser Älpele bietet. Auf dem Gipfel genießen wir einen auf wundersame Weise frisch zubereiteten Kaffee. Am Abstieg hält Rosaria eine weitere Überraschung  bereit. Aus einer riesigen Tasche zückt Sie ein Alphorn hervor und stimmt darauf romantische Bergmelodien an.  Später darf dem Schweizerischen Nationalinstrument jeder noch seine ganz individuellen Töne entlocken. Mit Berggotta und Berggötte sind immer einzigartige Erlebnisse vorprogrammiert.

 

INFO

Allgemein
Liechtenstein liegt im Dreiländereck von Liechtenstein, der Schweiz und Österreich. Als Einstieg in die herrliche Bergwelt eignet sich vor allem Malbun, welches von Vaduz aus über eine Bergstraße mit dem Auto oder mit dem Linienbus erreichbar ist.

www.tourismus.li

Wandern mit der Berggotta / dem Berggötte

Von Ende Juni bis Mitte Oktober findet beinahe wöchentlich eine etwas leichtere Dienstagstour (Gehzeit 3-5 Stunden) und eine anspruchsvollere Donnerstagstour (Gehzeit 4-7 Stunden) mit Berggotta/Berggötte statt. Die genauen Termine sind der Homepage zu entnehmen.

Für Gäste der liechtensteinischen Beherberger (Hotels und Pensionen) ist das Wandern mit der Berggotta / dem Berggötte kostenlos. Für Inhaber eines liechtensteinischen Museums- und Erlebnispasses ist das Angebot um CHF 10.- reduziert. Tagesgäste können gegen eine Gebühr von CHF 39.- teilnehmen. Die Teilnehmeranzahl ist pro Entdeckungstag auf 10 „Berg-Paten-Kinder“ beschränkt. Bei mehr als 10 „Berg-Paten-Kinder“ kommt ein zweiter Berggötte oder eine weitere Berggotta hinzu. Treffpunkt ist um 9 Uhr beim „Berggotta Berggötte“ Turm beim Ortseingang Malbun, gegenüber dem Alpenhotel Malbun unterhalb der Kapelle. Anmeldungen telefonisch oder per E-Mail am Vortag bis 10 Uhr an: Liechtenstein Center, Städtle 39, 9490 Vaduz, Liechtenstein, T +423 239 63 63, info@liechtenstein.li

Anreise

Auto
Von München über die A96, in Österreich auf die A14, Ausfahrt Feldkirch

Bahn und Bus
In Feldkirch steigt man einfach von der Bahn auf das gut ausgebaute Busnetz Liechtensteins (LIEmobil) um und erreicht so über die Hauptstadt Vaduz schnell das alpine Malbun.

www.liemobil.li

Übernachtung

Unterkunftssuche in Liechtenstein

Das Alpenhotel Vögeli gleich am Ortseingang von Malbun beim „Berggotta Berggötte“ Turm bietet ein beeindruckendes kulinarisches Angebot und ein erfrischendes Schwimmbad.
http://www.alpenhotel.li/

Die Pfälzerhütte (2108 m) des Liechtensteiner Alpenvereins ist von ca. Mitte Juni bis ca. Mitte Oktober durchgehend bewirtschaftet. Telefonische Reservierung, während der Saison direkt auf der Hütte. Tel. Pfälzer Hütte +423 / 263 36 79

www.alpenverein.li

 

_malbun_header_620_CopyrightLiechtensteintourismus

Wo Familien fürstlich skifahren

Schneesicher, familiär und urig – der kleine Bergort Malbun auf rund 1.600 Höhenmetern in Liechtenstein lädt zum entspannten Skiurlaub ein. Das höchste Dorf des Fürstentums liegt in einem idyllischen Seitental der Samina, bietet 23 Kilometer traumhafte Pisten und ist ebenso schneesicher wie familienfreundlich. Das fam Hotel Gorfion ist ganz auf die Wünsche der Liebsten eingerichtet, im Herzen Malbuns wartet der malbi-Park auf die Kinder, und in Vaduz entsteht unter dem fürstlichen Schloss ein bezauberndes Weihnachtsdorf mit Eispark.

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fam Familienhotel Gorfion in Malbun – Familienurlaub im Fürstentum – weitere Informationen

Carven & wedeln in majestätischen Bergen

Von einfach bis anspruchsvoll: Perfekt präparierte blaue, rote und zwei schwarze Pisten laden ein – zum Carven, Wedeln oder einfach zum Genießen. Ohne Warteschlangen.

__malbun_galerie_2_Copyright_Liechtenstein_TourismusUnd die Wege sind kurz: Im verkehrsberuhigten Malbun liegen die Hotels direkt an der Piste. Moderne und durch Hauben geschützte Liftanlagen lassen die Skifahrer komfortabel nach oben schweben. Fürstliches Panorama inklusive: Hoch über Malbun thront der Augstenberg (2.359 Meter), und auch der Ausblick an der Bergstation am Sareiserjoch (2.000 Meter) ist sensationell.

Vollmondtouren und Outdoor-Fondue

Die atemberaubende Winterlandschaft Liechtensteins lässt sich für Genießer optimal beim Wandern oder Langlaufen erleben. Rund 15 Kilometer Loipen in einer herrlich ruhigen Naturlandschaft mit Blick auf die höchsten Berge Liechtensteins erwarten den Besucher beispielsweise im Langlaufmekka Steg. Abends ist der drei Kilometer lange Rundkurs im idyllischen Valünatal extra beleuchtet. Und wer gerne rodelt, dem stehen abwechslungsreiche, unvergessliche Schlittenabfahrten zur Verfügung. Neu sind übrigens die urigen Hüttenfeste, die Schneeschuh-Vollmondtouren und die Winterwanderungen mit Outdoor-Fondue…

Spielerisch Ski fahren lernen

Insbesondere der im Herzen von Malbun gelegene malbi-Park mit Ski-Karussell, malbi-Hort und weiteren Attraktionen ist bei Familien beliebt. Auf dem „malbi-teppich“ gleiten die kleinen Pistenkönige wie auf einem Förderband 40 Meter bergauf.

_malbun_detail_3_copyright_Liechtenstein_TourismusIm „malbi-rondo“ Karussell lernen sie behutsam Kurven ziehen oder starten am Übungslift ihre ersten Fahrversuche. Eltern können den malbi-Park entweder gemeinsam mit ihren Kindern erkunden oder sie geben die Kleinen in die Hände ausgebildeter Betreuerinnen. Hier erleben die kleinen und großen Besucher Schneespaß pur. Und lernen spielerisch das Skifahren.

Familiengerecht und nachhaltig

Das fam Familienhotel Gorfion passt mit seinem vielfältigen Programm für gemeinsame Erlebnisse von Eltern und Kindern wie Familienfackelwanderungen, Rodelnachmittag mit Raclette oder Schnee-Parcours sowie mit optimalen Betreuungsmöglichkeiten für Kinder in das familienfreundliche Konzept Malbuns. Morgens wartet ein großes Kinderfrühstücksbuffet auf die Kleinen – natürlich ganz ohne künstliche Zusatzstoffe, dafür mit viel Geschmack, jeder Menge Spaß und den besten Zutaten aus der Natur. Familienurlaub zum Wohle aller. Nicht umsonst wurde Malbun mit dem schweizerischen Gütesiegel „Familien willkommen“ ausgezeichnet. Die Kombination aus entspannter Atmosphäre, kristallklarer Luft, verschneiter Winterlandschaft und familiengerechten Aktivitäten in Liechtensteins Bergwelt macht Malbun so liebenswert.

FACTBOX

Anreise
Das Skigebiet Malbun in Liechtenstein ist einfach zu erreichen. Nach Fertigstellung der Autobahn 96 und der zweiten Pfänder-Tunnelröhre ist das fürstliche Berggebiet innerhalb von drei Stunden bequem mit dem Auto aus München oder Ulm zu erreichen. Wer auf das Auto verzichten kann, erreicht Malbun auch umweltfreundlich und günstig mit Bahn und Bus. An den Bahnhöfen Sargans, Buchs/SG und Feldkirch besteht Umstiegsmöglichkeit auf das dichte Busnetz Liechtensteins, von Vaduz verkehren Busse nach Malbun.

Skipass-Preise

Tagesskipass: Erwachsene 47 SF (38,20 EUR), Kinder 29 SF (23,60 EUR), Kinder bis 6 Jahren frei (Stand 23.10.2013)

Pauschalangebote

1 Woche Winterurlaub inkl. Halbpension und 6-Tagesskipass: Preis pro Person ab 589,– EUR im Doppelzimmer. Bei Buchung eines Packages von 7 Nächten im Januar, März und April fahren Kinder bis 15 Jahre gratis Ski. Gültigkeit: 18.12.2013-13.04.2014
Vorsaison-Special 4=3 Nächte inkl. Halbpension und 3-Tagesskipass. Preis pro Person ab 279,– EUR im Doppelzimmer. Gültigkeit: 18.-22.12.2013

Alle Infos und Angebote unter www.skiurlaub.li

_gorfion_winter_detail1_CopyrightGorfionHotel-Tipp

Das fam Familienhotel Gorfion in Malbun hat sich ganz den Wünschen der Kleinsten und ihrer Eltern verschrieben.
Weitere Informationen
www.gorfion.li

 

Events

21.12.2013        Saisoneröffnungsparty in Malbun mit Weihnachtsmarkt und Hüttenfest
26.12./29.12.2013    Weihnachtskonzert in Triesenberg und Malbun
31.12.2013                Silvesterparty an den Schneebars und in den Hotels
16.1./15.2./16.3.    Geführte Schneeschuh-Vollmondtour
18.1./15.2./15.3.    Hüttenfest Après-Ski-Party mit  Livemusik
1.2.            Ice Night in Malbun

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Liechtensteins höchste Gipfel erklimmen

Die Bergwelt Liechtensteins oberhalb von Malbun ist majestätisch und lockt mit  echten Herausforderungen. Was für manche Biker das Ziel, ist für Wanderer Ausgangspunkt alpiner Gipfeltouren: Die Pfälzer Hütte auf 2108 Metern. Weiterlesen

Der Aufstieg zum Grauspitz führt zunächst hinab ins Tal

Der Aufstieg zum Grauspitz führt zuerst hinab ins Tal

„Do you know about Grauspitz and how to get there?“ schrieb mein Couchsurfing-Gast Johnny ein paar Wochen vor der Ankunft. Grauspitz? Nie gehört. Dabei ist der Grauspitz mit 2599 Metern der höchste Berg des Fürstentums Liechtenstein. Der Doppelgipfel besteht aus Hintergrauspitz (2574 m), zumeist Schwarzhorn genannt, und Vordergrauspitz (2599 m).  Johnny hat ein ehrgeiziges Ziel: Er will die höchsten Gipfel Europas bezwingen.

Doch gerade der Grauspitz zählt sicher zu den kniffligeren Herausforderungen in Sachen alpiner Schwierigkeit. Es ist noch nicht einmal ein Weg dorthin ausgeschrieben.

Blick zum hinteren Grauspitz

Blick zum hinteren Grauspitz

Im Morgengrauen zum Grauspitz

Schon der Aufstieg von der Pfälzer Hütte (2108 m) zum Schwarzhorn ist schwer, der Aufstieg erfolgt durch loses Geröll und lockeres Gestein. Nachdem es uns nach den ersten Schneefeldern und dem Aufstieg im teils lockeren Fels an der Grenze zur Schweiz schon etwas mulmig wurde, wollen wir schon etwas zerknirscht den Rückzug antreten.

Doch dann entdeckt Johnny eine Variante auf einem Bergrücken, auf dem man bis weit oben in der Wiese aufsteigen kann. Während mich die Sonne so stark blendet, dass ich nach kurzer Zeit auch diese Variation aufgebe, erklettert Johnny den Bergkamm und ist schon nach kurzer Zeit am Schwarzhorn. Doch zum Grauspitz führt nur ein schmaler ausgesetzter Grad. Schwindelfreiheit und Trittsicherheit sind erforderlich. Es gibt keinerlei Sicherungen. Wer den Grauspitz besteigt, muss sich schon sehr sicher sein, was er da tut. Viele Bergsteiger geben sich mit dem Schwarzhorn zufrieden. Schließlich ist der hintere Grauspitz (2574 m) ja fast ebenso hoch. Auch Johnny entscheidet sich heute für den Rückzug. Auf der Rückkehr zur Pfälzer Hütte grüßen uns Murmeltiere auf unserer Rast. Vielleicht ein anderes Mal. Es gibt auch geführte Touren zum Grauspitz, Hauser Exkursionen bietet Touren mit Bergführer an.

Traumhaftes Panorama am Gipfel des Augstenbergs

Traumhaftes Panorama am Gipfel des Augstenbergs

Gipfel für jeden Geschmack

Wer eher mit mittelschweren Touren liebäugelt, auch der findet in Liechtenstein passende Gipfel. Zum Beispiel den Naafkopf (2.571 Meter), zu dem man von der Pfälzer Hütte etwa eineinhalb Stunden hin und zurück wandert. Oder man wandert von der Pfälzer Hütte auf dem sonnigen Panoramawanderweg „Fürstin Gina Weg“ zurück nach Malbun.

Gesäumt von unzähligen Alpenblumen führt der Pfad vorbei am  höchsten Punkt der Wanderung, dem Augstenberg (2359 Meter). Am mächtigen Gipfelkreuz lockt ein herrlicher Blick ins Rätikon und in die Schweizer Berge. Passagenweise ausgesetzt, sollte der Weg nur nüchtern begangen werden. Unterwegs schweift der Blick hinab zum Nenzinger Himmel. Die Alpe und Feriensiedlung liegt in Österreich und bietet einen alternativen Zustieg in die Liechtensteiner Bergwelt. Drei Länder, drei Gipfel, das wäre von der Pfälzer Hütte aus kein Problem. So bieten sich auch im kleineren Rahmen grenzüberschreitende Herausforderungen. Es müssen ja nicht gleich alle europäischen Gipfel sein. Übung macht schließlich den Meister.

INFO

Empfohlener Reiseführer

Auf die Pfälzer Hütte
Beste Wanderzeit: Juni-Oktober Start/Ziel: Malbun, Liechtenstein, Parkplatz (kostenfrei). Wege gut begehbar, im Frühjahr speziell auf dem Fürstin Galina Weg Schneefelder möglich.

Allgemein
Liechtenstein liegt im Dreiländereck von Liechtenstein, der Schweiz und Österreich. Als Einstieg in die herrliche Bergwelt eignet sich vor allem Malbun, welches von Vaduz aus über eine Bergstraße mit dem Auto oder mit dem Linienbus erreichbar ist.

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Anreise

Auto
Von München über die A96, in Österreich auf die A14 (ca. 3 Stunden)

Bahn und Bus
In Sargans, Buchs/SG oder Feldkirch steigt man einfach von der Bahn auf das gut ausgebaute Busnetz Liechtensteins (LIEmobil) um und erreicht so schnell den Ausgangspunkt Malbun.

www.liemobil.li

Übernachtung
Die Pfälzerhütte (2108 m) des Liechtensteiner Alpenvereins ist von ca. Mitte Juni bis ca. Mitte Oktober durchgehend bewirtschaftet. Telefonische Reservierung, während der Saison direkt auf der Hütte. Tel. Pfälzer Hütte +423 / 263 36 79

www.alpenverein.li