Die Skirunde "Der Weiße Ring" in Lech-Zürs begeistert Jung und alt. (Foto: Heilmann)

Weißer Ring in Lech-Zürs – die neunte Auflage

5.500 Höhenmeter und 22 Kilometer Abfahrten sind beim legendären Skirennen „Der Weiße Ring“ in Lech-Zürs in Bestzeit zu überwinden. Dabei treten Skifahrer und Snowboarder aus Nah und Fern an. Die Faszination des Rennens begeistert Jung und Alt, Profis und Amateure. Auch in der 9. Auflage des Kult-Rennens waren wieder 1.000 Rennläufer am Start.

Auf dem 2.362 Meter hohen Rüfikopf weht ein eisiger Wind. Die eintausend Teilnehmer des Rennens auf der legendären Skirunde „Der Weiße Ring“ harren dicht gedrängt auf den Startschuss und das es endlich losgeht. In 20er Gruppen und 1,40 Minuten Abstand starten die Teilnehmer in die Skirunde. So wird das Risiko von gefährlichen Stürzen minimiert.

Manchmal wirkt das Skirennen „Der Weiße Ring“, als wäre es schon immer da gewesen. Das Alter der Teilnehmer reicht von 16 bis über 90. Manche Skianzüge sehen aus wie aus den siebziger Jahren. Urgesteine aus Skiclubs aus ganz Vorarlberg wirken als Streckenposten mit, als hätten sie es vor einem Vierteljahrhundert schon getan. Eigentlich ist es merkwürdig, dass „Der Weiße Ring“ heuer erst zum neunten Mal stattfand. Eine Idee hat voll eingeschlagen!

Profitraining mit Patrick Ortlieb.

Profitraining mit Patrick Ortlieb.

Seit über 50 Jahren verbindet der Weiße Ring nun schon Lech mit Zürs, Zug und Oberlech. Auf dem neben der Sellaronda wohl beliebtesten Skikarussell in den Alpen ist keine Piste wie die andere. Und keiner kennt die Pisten so gut wie Olympiasieger Patrick Ortlieb, der seit 2006 den Streckenrekord mit 44 Minuten und 35 Sekunden hält. Wer mag, kann im Vorfeld des Rennens an einem Profitraining mit dem Vorarlberger Skistar teilnehmen.

Die erste Etappe führt über den Schüttbodenlift, die Trittalpbahn und die faszinierende Hexenboden-Piste hinab nach Zürs. Beim Rennen werden auch die Liftzeiten mit in die Gesamtzeit eingerechnet. Und so verwundert es auch nicht, dass an den Liften die Ungeduld groß ist und es schon mal vorkommt, dass eine Sechsergondel auch zu siebt befahren wird.  An der Talstation in Zürs wartet mit der Seekopfbahn, dicht gefolgt von der Madlochbahn,
der nächste große Aufstieg auf 2.444 Meter Seehöhe auf die Rennfahrer.

Auch an der Bergstation der Madlochbahn pfeift der Wind. Hier beginnt der wohl anspruchsvollste Teil des Weißen Rings, die fast fünf Kilometer lange Skiroute „Madloch“. Dennoch geht es hier heute etwas entspannter zu, da die berühmte Skiroute mit der Nummer 33 aufgrund der schwierigen Schneeverhältnisse für alle Rennteilnehmer einheitlich mit 22 Minuten, 22 Sekunden und 22 Hundertstel gewertet wird. An der Talstation in Zug haben es die Profis plötzlich wieder eilig, denn ab dem Einstieg in den Lift gilt die Wertung wieder. Die Zugerbergbahn führt noch einmal hoch hinaus auf das Balmengrat auf 2.106 Meter Höhe.

An der Balmalp heißt es nochmal "alles geben".

An der Balmalp heißt es nochmal „alles geben“.

An der Balmalp feuern begeisterte Weißer-Ring-Fans die Fahrer an und bauen die Rennteilnehmer mit Stamperln Schnaps an der Strecke auf. Die Alp passierend, wird den Rennläufern noch einmal alles abverlangt. Denn bis zur Talabfahrt nach Lech ist noch eine etwa 100 Meter lange Strecke leicht bergauf zu überwinden. Manche Snowboarder nehmen das Brett gleich unter den Arm und rennen, was das Zeug hält.

Auf der blauen Zielpiste der Schlegelkopf-Talabfahrt heißt es Schuss fahren, soweit es geht. Skifahrer und Boarder demonstrieren ihre Balance bei leichten Sprüngen über die letzten Hügel. Das Zieltor ist nun nur noch wenige hundert Meter entfernt. Im Ziel amüsieren sich die Zuschauer über Stürze auf den letzten Metern und Teilnehmer, die notgedrungen auf den Hosenboden ins Ziel rutschen. Alle werden angefeuert, Mitmachen ist alles.

In der „Schneggarei“ hat das Team schon alle Hände voll zu tun. Sie kümmern sich um die Getränke in der Kultbar direkt am Zieltor. Viele Rennläufer kehren hier noch auf ein Zielbier ein. Die eigentliche Party geht ein paar Stunden später ab. Auf der „White Winners Night“ in der „Schneggarei“, auf der alle Erstplatzierten mit Begleitung und die Presse eingeladen sind, wird noch bis in die Morgenstunden wild und ausgelassen gefeiert und getanzt.

Factbox

Fazit
Wer nach Lech zum Skifahren kommt, sollte sich den Weißen Ring auf keinen Fall entgehen lassen. Die eindrucksvolle Skirunde gehört zu den schönsten im gesamten Alpenraum und begeistert neben bestens präparierten Pisten mit einem traumhaften Panorama.

Fakten
Weißer Ring. Legendäre Skirunde im Skigebiet Lech-Zürs (Vorarlberg). Verbindet Lech mit Zürs, Zug und Oberlech. Sechs Lifte, 5.500 Höhenmeter, 22 km Skiabfahrten. Zur leichteren Orientierung führen Ringsymbole durch den Weißen Ring. Der Einstieg befindet sich an der Bergstation der Rüfikopfbahn in Lech.

Tipp: Training mit dem Olympiasieger
Regelmäßig finden kurz vor dem „Weißer Ring“-Rennen Profitrainings mit Patrick Ortlieb statt. Ortlieb erklärt, über welche Kuppen man bedenkenlos drüber brettern kann, welche Wellen hingegen gefährlich sind, wie man welche Kurve am schnellsten fährt und was die besten Einstiegspositionen für den Lift sind – damit man beim Aussteigen Zeit spart (die Liftzeiten werden in die Runde eingerechnet). Keiner kennt sich so gut aus wie Ortlieb, der mit einer Zeit von 44:35:07 noch immer den Streckenrekord hält.

Weitere Infos
Der Weiße Ring – Alle Infos über das legendärste Skikarussell der Welt
www.derweissering.at

Lech-Zürs – von Pistenplan bis Unterkunftsverzeichnis
www.lech-zuers.at