_oberschwaben-fasnet_960

Glückselige Fasnet in Oberschwaben

Nach Bad Waldsee kann man auch zur Kur fahren. Oder aber zur Fasnet. Letztendlich ist Oberschwaben zur närrischen Zeit doch einfach am schönsten. Nach fünf Tagen kann man erstaunliche Parallelen in der gesundheitsfördernden Wirkung feststellen.

Manche kommen immer wieder. Einfach nur zum Fasnet feiern, die es im Norden Baden-Württembergs gar nicht so richtig gibt. Hier dafür umso mehr. Oft beginnt die hohe Phase der Fasnet schon eine Woche vor Aschermittwoch. In den „Gompigen Donstig“ wird wild hineingefeiert. In Bald Waldsee wird dabei der „Schrättelestanz“ auf dem Marktplatz aufgeführt. Dabei dreht es sich um einen symbolischen Kampf zwischen den Wintermächten, den Schrättele, und dem Frühling, vertreten durch die Weißnarren (Faselhannes und Narros).

Guggamusig spielt auf

Nach dem Schrättelestanz auf dem eiskalten mitternächtlichen Marktplatz gibt es in der Gaststätte „Grüner Baum“ kein vor und zurück mehr, Guggamusigen spielen auf, das Bier fließt und es wird wild auf den Tischen getanzt. Wozu Sauna, wenn man es doch auch in einer dichtgedrängten Kneipe schön heiß haben kann und man noch dazu im Auf und Ab der Menschenmenge durchgeknetet wird? „Narra-hi, Narra-her, richtet ebbes z´saufet her!“

Brezeln, Würstle und Landjäger für die Kinder beim "Wächsebrauch"

Brezeln & Landjäger für die Kinder beim „Wächsebrauch“

Sorgen sind schnell vergessen. Die schwäbische Fasnet macht glückselig, weil die weltlichen Mächte für ein paar Tage wirklich nichts zu sagen haben und echte Narrenfreiheit herrscht. So werden nicht nur der Bürgermeister und der Gemeinderat, sondern konsequenterweise auch die lästigen Schulleiter und sonstigen Amtsleiter (Amtsrichter, Bankenchefs) abgesetzt.

 

 Fasnet mit Aha-Erlebnis

Am „Gompigen“ Donnerstag findet dann in Bad Waldsee schon ein großer Umzug statt. Der Fasnetsruf „Aha! schallt die Straße auf und ab, wenn sich die Federle, Schrättele, Faselhannes, Narro, Schorrenweible und Werners Esel zum Narrensprung versammeln. Beliebt ist auch der Wächsebrauch: Dabei versammeln sich die Kinder vor dem Haus Albrecht, um neben „Gutsla“ auch Würste und Wecken zu fangen. Dieser Brauch geht auf den Wachszieher Alois Albrecht, der mit übergroßen Köpfen, genannt „Wächseköpfe“, in den Giebelfenstern seines Hauses erschien und den Kindern Wurst, Wecken, Äpfel oder Süßigkeiten zuwarf.

Ebenso ausgelassen wird die Fasnet in Bad Saulgau gefeiert. Wer die Fasnet so richtig nach Tradition feiern will, trifft sich zum „Sauschwanzessen“ (der Sauschwanz ist eine Spezialität von hier) und zieht anschließend im Fasnetshäs durch die Bad Saulgauer Lokale. Spät in der Nacht treffen sich dann meist alle auf der großen Fasnetsparty im Hotel Kleber Post.

Guggamusigen spielen auf den Umzügen, in Lokalen und Geschäften auf.

Guggamusig spielt auch in Lokalen und Geschäften auf.

Nach einer Nacht mit viel Tanz und Polonese skandieren wir am Tag drauf in Weingarten „Breisgau Ofaloch!“, den traditionellen Fasnets-Schlachtruf der Stadt. Dabei wird es uns trotz dichter Nebelglocke auch schnell warm. In jedem Ort sind die Sprüchle verschieden. „Doraus, detnaus, bei der alte Linda naus“, heißt es in Bad Saulgau, „Aha“ in Bad Waldsee. Die Vielfalt und die Gaudi sind enorm.

 

Fazit: Die oberschwäbische Fasnet macht alle gesund, denn Lachen hält gesund, heiß wird einem auch, und wer je mal ins Frieren kommt, findet in den Thermen in Bad Waldsee oder Bad Saulgau den Ausgleich zum vielen Schunkeln und „Viertele schlotza“.

Zu den schönsten Fasnets-Versen zählen übrigens die folgenden: Horig, horig, horig isch dia Katz, und wenn die Katz nit horig isch, no fängt sie koine Mäuse nicht! Sara, Sara, Pfanna hot a Loch! d´Knöpfla sind verfahra, d´Suppa hommr doch. Herrlich isch dia Fasenacht, weil mei Muttr Kiachla bacht,wenn se aber koine bacht, no pfeif i auf die Fasenacht!

 INFO

Oberschwaben Tourismus GmbH
www.oberschwaben-tourismus.de

Ausflugsziele und Events in Oberschwaben
www.oberschwaben-tipps.de