Archiv der Kategorie: Outdoor

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Canyoning – magisches Abenteuer an der Kobelache

Canyoning ist etwas unglücklich übersetzt und meint: Rutschen, Springen und Abseilen in der Schlucht. Die Kobelache bei Dornbirn ist eine der schönsten Touren im deutschsprachigen Raum und zeichnet sich für die Teilnehmer durch ein wunderschönes Naturerlebnis aus. Weiterlesen

Die Kobelache ist einer der Bäche, die durch das Gütle in die Dornbirner Ach fließen und auf dem Weg dorthin gibt es einiges zu entdecken. Auch wenn der folgende Bericht voller Spaß, Action und Adrenalin ist: Canyoning kann gefährlich sein, der maßgebliche Faktor ist immer der Wasserstand. Wenn ihr die Tour machen möchtet, erkundigt euch besser im Vorhinein, wie stark der Strom ist, oder geht mit einem erfahrenen Guide oder einer professionellen Firma.

So schaut der fertige Canyonaut aus.

So schaut der fertige Canyonaut aus.

Aber nun geht’s los! Naja zumindest fast, denn ohne Ausrüstung ist so eine Schluchtentour nicht zu machen. Der Neoprenanzug schützt vor kaltem Wasser und Abschürfungen, und auch die Neo-Socken sind unverzichtbar, denn mit kalten Füßen macht die Tour nicht wirklich Spaß. Der Helm schützt Denkorgan und Gesicht, der Gurt lässt schwierige Stellen per Abseilen sicher meistern. So (wie rechts) schaut dann der fertige “Canyonaut” aus…

Safety First: Das Sicherheitsgespräch

Zuerst gibt es ein Sicherheitsgespräch. Je nach Canyoning-Erfahrung der Teilnehmer kann dies umfangreich oder kompakt ausfallen. Wichtig ist aber, dass vor der Tour alle Fragen geklärt sind und alle wissen, was auf sie zukommt.

 

canyoning_detail02Bei fitten Gruppen wählt Chris mit seinem Unternehmen Bergwasser oft die Methode “aktives Abseilen”, bei dem die Gäste sich selbst abseilen und natürlich vorher eine vollumfängliche Einweisung und Abseiltraining erhalten müssen. Das erscheint natürlich ein wenig theoretisch und übertrieben, aber beim links abgebildeten Canyonauten, der sich 20 Meter in der Schlucht abseilt, wird schnell klar, warum Sicherheit auf Canyoning Touren allerhöchste Priorität genießt und immer an erster Stelle stehen sollte, damit sich keiner der tapferen Canyoning-Teilnehmer in der wildromantischen Schlucht der Kobelache verletzt und unten alle heil und mit atemberaubenden Erlebnissen bereichert die Schlucht wieder bis zum nächsten Canyoning-Abenteuer verlassen.

 

canyoning_detail03Enge Schlucht vs. Kraxeln in der Sonne

Die Kobelache ist schwer zu beschreiben oder auf eine Erscheinung festzunageln. Denn der Beginn der Tour ist sehr “klamm”, also eng, aquatisch und durchaus angsteinflößend – andere Abschnitte sind wiederum sonnige Kraxeleien im türkisgrünen Wasser. Der letzte Abschnitt führt durch den Dom – ein imposante Felsformation, bei der kaum Sonnenlicht in die Schlucht fällt und so  Canyoning Teilnehmer oft fast andächtig hinterlässt – eben wie in einem großen Gotteshaus. Wer erst einmal vom Rausch des Wassers und der Tiefe der Schlucht ergriffen ist, kann nicht genug kriegen und dem Abseilen in der Schlucht immer neue Facetten abgewinnen.

Rutschen, Springen und Abseilen

Rutschen, Springen und Abseilen sind natürlich das Salz in der Suppe des Canyoning. Wenn die Bedingungen und die Sportlichkeit der Teilnehmer es hergeben, gibt es hier eine Reihe von Abenteuern zu erleben. Bereits der zweite Abseiler führt uns 12 Meter in’s Weißwasser und erfordert starke Nerven. Über die komplette Tour verteilen sich zahlreiche Sprünge, die zwar freiwillig sind, aber einfach auch viel Spaß machen. Die sogenannte “Bobbahn Rutsche” führt um zwei Kurven und hier schauen Teilnehmer beim Auftauchen schon etwas verstörend.

Alles in allem ist es so, dass die Kobelache eine sehr imposante Tour ist, die alle Wünsche des Canyoning-Enthusiasten erfüllt – Rutschen, Sprünge und Abseiler wechseln sich in wunderschönem Naturambiente ab, wie beschrieben birgt Canyoning aber auch Gefahren. Wer noch ohne Canyoning – Erfahrung ist, sollte sich im großen Internet einen guten Anbieter suchen.

canyoning_detail04Chris führt seine Gäste mit dem Unternehmen Bergwasser (https://canyoningallgäu.de)  nun schon seit über 10 Jahren auf Canyoning Touren im Allgäu, Vorarlberg und dem Tessin. Er hat uns mit allen Informationen, Bildern und Videos ausgestattet. Eine Haftung für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Informationen übernimmt weder Chris noch Zauberhaft Reisen. Seid schlau und bringt euer Leben und eure Gesundheit nicht in Gefahr, gebt euch stets der alpinen Gefahren bewusst hinauf in die Berge! „Älles goht da Bach `na“, sagt der Schwabe, und hat mit diesem Spruch sowohl die lauernden Gefahren von Verschleiß und Verletzung im Auge wie auch ab und zu ein ganz vergnügliches, gut gesichertes  Canyoning-Vergnügen in den schönsten Schluchten der Alpen.

INFO

Bergwasser Canyoning
„Bergwasser“ von Christian Lemke bietet besondere und außergewöhnliche Canyoning Touren. „Im Fokus stehen auf die Gäste abgestimmte Touren , sodass alle Spaß haben“. erklärt Chris.
https://canyoningallgäu.de

Bergwasser auf Facebook
www.facebook.com/Bergwasser/

Bergwasser auf Youtube
https://www.youtube.com/channel/UCLigF0hAtmDwoCtOM_jdPhw

Kontakt
Bergwasser – Christian Lemke
Tel. +49 8326 997 97 98

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Donau, Dampf & Drahtesel: Biketouren mit dem Naturpark-Express zwischen Schwarzwald und der Schwäbischen Alb

Der Naturpark-Express macht´s möglich: Zug-Hopping mit Bike und Bahn ist fast nirgendwo so schön wie im Naturpark Obere Donau. Auf vielfältigen Strecken gibt es viel Natur zu entdecken. Vom Sauschwänzle bis auf die Schwäbische Alb, mit Fahrradwagen und Zoller Zwickl on Board. Weiterlesen

Bildquelle: TMBW

Genussvoll radeln im Oberen Donautal (Bildquelle: TMBW)

Vom imposanten obere Donautal mit seiner beeindruckenden Felslanschaft bis zum großen Heuberg mit den höchsten Erhebungen der schwäbischen Alb umfasst der Naturpark Obere Donau eine Fläche von über 149.000 Hektar. MIt etwas Geduld gibt es Vielfältiges zu entdecken: Gämse und Luchse, Storche und Füchse, ja sogar der Eisvogel hat hier  sein Zuhause.

 

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Gasthof Bahnhof (Bild: Heilmann)

Auf Radtouren genießt man sofort die frische saubere Luft an der hier noch intakten Natur der Donau, die sich wie ein blaues Band durch den besonders geschützten Naturpark hindurch schlängelt. Das ständige Auf und Ab des Donauradwegs macht freilich schon bald Durst. Aber Durststrecke ist nicht, denn der lässt sich hier in  urigen Gastronomien und Biergärten einzigartig stillen. Da ist zum einen die Ziegelhütte an der grünen Donauschleife von Beuron nach Fridingen. Eine Oase der Ruhe: Wo kein Auto und nicht mal die Bahnlinie die Radlerruhe stört, da ist Einkehr natürlich Pflicht. Bahnhofsgaststätte kann so schön sein: Wenigstens einmal „Warmer Speisewagon“ oder Schaffnerplatte mit Schwarzwälder Schinken mit einem frischen Leibinger vom Fass im Landgasthof Bahnhof in Hausen im Tal muss ebenso sein, bevor man dieses Idyll verlässt.

 

Wie gut, dass es hier den Naturpark-Express mit großem Fahrradwagen gibt und man das Auto gleich zu Hause stehen lassen kann. Dem Naturpark-Verein ist zu verdanken, dass dieser sogar von Donaueschingen und Blumberg-Zollhaus, wo der Dampfzug der Sauschwänzlebahn wartet, bis Sigmaringen und Gammertingen, wo´s ins Killertal und bald nach Münsingen geht, verkehrt.

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Naturpark Express:  Bahnfahren für Biker (Bild: Heilmann)

Lange vor dem Siegeszug der Klimaanlagen war es der größte Spaß, das Zugfenster zu öffnen und ein Bierchen zu trinken. Der Naturpark-Express ist noch ein bisschen Bahnfahren wie früher: Freundliches Personal hilft beim Ein- und Ausladen des Rads, stets ist ein kühles Zoller Zwickl Bier an Bord, und viele Zugfenster lassen sich kippen, um eine herrlich frische Brise Naturpark  hereinwehen zu lassen.

 

Hop on und hop off. Ergänzt durch die weiteren in den angrenzenden Regionen verkehrenden Sonderzüge und dem Naturpark-Express wird das Bahnfahren mit dem Drahtesel schon bald zu einem Intervalltraining als reinem Vergnügen. Ganz und gar außergewöhnliche Radtouren sind möglich. Das Programm heißt Entschleunigung mit dem Zug und Beschleunigung mit dem Rad.

_sauschwaenzle_galerie_01Besonders aufregend ist eine Anreise mit der Museumsbahn Sauschwänzlebahn zum Naturpark-Express nach Blumberg-Zollhaus. Auf Anmeldung nimmt das Sauschwänzle Fahrräder mit. Die DB fährt von Waldshut direkt zur Sauschwänzlebahn nach Weizen, hier wird in den Dampfzug umgestiegen. Nun geht es durch zahlreiche Tunnel und Kehrtunnel die Wutach hinauf nach Blumberg-Zollhaus.

Hier kann man nach einer köstlichen Mittagspause in den Naturpark-Express umsteigen und ins schöne Donautal fahren. Ein Tipp ist, nur bis Fridingen zu fahren, von hier dem Donauradweg die autofreie Donauschleife nach Kloster Beuron zu folgen und in der Ziegelhütte einzukehren. Sportliche Radler strampeln weiter bis Hausen zum Landgasthaus Bahnhof. Es gilt aber, den Naturpark Express Fahrplan genau zu studieren, dass der Zug auch am gewünschten Tag fährt.

_oberesdonautal_galerie08Eine verwunschene kleine Eisenbahnstrecke, die vor zehn Jahren speziell für Wanderer und Radfahrer wieder aktiviert wurde, führt vom oberschwäbischen Aulendorf nach Pfullendorf. Die Rede ist von der „Räuberbahn“, der durch das Niemandsland ehemaliger Landesgrenzen führt, wo sich einst gern die Räuber aufhielten. Mit dabei Max Elsässer, Nachfahre des Räubers “Grandscharle”. Wer mag, steigt einfach in  den Räuberzug bis nach Pfullendorf, um von dort übers Ablachtal, wo die verwunschenen Schienen der Hegau-Ablachtalbahn liegen, die Donau anzusteuern. Nach nur etwa 25 km wird bei Gutenstein das Donautal erreicht, wo man die Tour nach Beuron oder Fridingen fortsetzen und genüsslich abrunden kann. Die Rückreise kann mit dem Naturpark Express nach Sigmaringen und mit DB nach Aulendorf erfolgen.

Aufmerksame Beobachter des Baden-Württemberg-Schienennetzes werden im Schwarzwald noch einen lockenden Lückenschluss zwischen zwei reizvollen Bahnen entdecken, der mit dem Fahrrad in zwei bis drei Stunden zu bewältigen ist: Nämlichkeit die Reise mit der 3Seenbahn nach Seebrugg (verkehrt im Frühjahr und Sommer mit Dampflok von Titisee über Schluchsee dorthin), und von dort weiter nach Blumberg-Zollhaus, wo der Naturpark-Express startet.

_oberesdonautal_galerie09Überhaupt kein Problem, denn die 3Seenbahn nimmt nicht nur Kinderwagen sondern auch Fahrräder mit, nur bei größeren Gruppen oder Sonderfahrten kann es mal eng werden. Die Fahrt mit der 3Seenbahn ist ein wahres Spektakel. Dabei wird auch die höchste Bahnstation Deutschlands, Feldberg-Bärenthal, passiert. Ein Ausstieg, um zum Beispiel den Romartihof anzusteuern, lohnt sich immer.

INFO

Mit Bike und Bahn rund um den Naturpark Oberes Donautal fahren

Tour 1 
Schluchsee – Blumberg Zollhaus
Anreise: Mit RE der DB ab Freiburg & wahlweise 3Seenbahn ab Titisee durchs Höllental und weiter nach Schluchsee (Schwarzwald). Rückreise von Sigmaringen mit DB nach Freiburg.
37,6 km, 669 Höhenmeter. Abfahrt des Naturpark-Express Richtung Sigmaringen um 14:08 (Samstage, Sonn- und Feiertage vom 1. Mai bis 20. Okt 2019).

Tour 2
Pfullendorf-Fridingen an der Donau
Anreise: Mit DB bis Aulendorf, weiter mit der „Räuberbahn“ (ebenfalls DB) bis Pfullendorf
Die Räuberbahn verkehrt vom 1. Mai bis 21. Oktober 2019 jeden Sonn- und Feiertag 3 mal.
Rückreise ab Fridingen an der Donau mit DB oder Naturpark-Express über Sigmaringen nach Aulendorf.  (Achtung: Letzter Naturpark-Express 19:02 hält nicht in Fridingen, nur Beuron)

Allgemeine Infos

Naturpark Obere Donau und Naturpark-Express
www.naturpark-obere-donau.de

3-Seenbahn (Dampfzug Titisee-Schluchsee-Seebrugg)
www.3seenbahn.de

Sauschwänzlebahn
https://sauschwaenzlebahn.de/

Räuberbahn (Aulendorf-Pfullendorf)
www.raeuberbahn.de

 

 

 

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Bella Italia am Idrosee: Die besten MTB- und Wandertouren

Es muss nicht immer Tremalzo und Gardasee sein. Der Lago d´Idro, sonst eher fürs Surfen bekannt, bietet auch viel Spaß für Mountainbiker, und besonders schöne Bike- und Hike-Touren. Vom Monte Censo bis zum Monte Stino lockt Bergfreunde ein faszinierendes Panoramakino. Weiterlesen

Zwischen Gardasee und Iseosee liegt etwas versteckt der Idrosee, wo zwar wenig MTB Strecken ausgewiesen sind, dafür wird der Sprung ins Abenteuer mit anderen Annehmlichkeiten versüßt. Der Idrosee ist der höchstgelegene Voralpensee der Lombardei und bietet an der Grenze zum Trentino Ruhe und Erholung pur. Im Gegensatz zum Gardasee, der mit seinen MTB- Klassikern wie Tremalzo speziell im Sommer sehr überlaufen ist, erlebt man hier noch Touren, wo man den unter sich ist und je nach Jahreszeit sogar die Gipfel für sich exklusiv hat. Oben am Monte Censo merkt man: Der Idrosee ist definitiv einer der Seen in Italien, die es zu sehen lohnt.

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Aktiv in Bewegung

Der Idrosee bietet auf nur 10 Kilometern Länge alles, was Aktivurlauber wünschen: Biken und Hiken, Klettersteige und Kletterwände, Canoning, Surfen und Kitesurfen, Stand-Up-Paddling und Segeln, individuelle sowie geführte Touren. Natürlich spricht im Sommer auch nichts gegen eine Partie Beachvolleyball. Das Azur Sportcamping Rio Vantone ermöglicht für alle, die einen Aktivurlaub mit einem Campingurlaub verbinden wollen, alle diese Aktivsportarten, an einem schönen, gut ausgestatteten Campingplatz direkt am Idrosee.

 

 

Entspannt genießen

Beim Bike & Hike auf aussichtsreiche Gipfel mit Blick auf den Idrosee oder beim Passieren umliegender Alpenpässe wächst mit gesammelten Höhenmetern der Hunger und Durst oder doch zumindest der Appetit auf ein Eis. Auf gar keinen Fall kann man vom Idrosee abreisen, ohne wenigstens einmal das unglaublich leckere Eis der Boom Boom Gelateria in Crone, oder zumindest eine der unglaublich vielfältigen, leckeren Pizzas in der Pizzeria Bar Cinzia in Idro, einem der bekannten Biker Hot Spots, genussvoll ausprobiert zu haben. Gehobene Küche gibt es im Hotel Pizzeria Ristorante Albergo Milano.

INFO

Anreise
Auto
Von Norden über die Brenner-Autobahn A 22 Richtung Verona-Modena, oder über Reschenpass und Meran in Bozen auf die A 22 Richtung Verona-Modena. Von der Ausfahrt “Rovereto” über Riva Richtung Gardasee  zum Idrosee. Alternativ Ausfahrt „Trento Nord“ und über Vezzano Richtung Idrosee. Im Sommer ist eine Anreise über das Stilfser Joch zum Idrosee möglich.
Bahn, Bus und Rad
Eine nachhaltige Alternative zur Anreise mit dem Auto ist die Anreise mit der Bahn, wobei ab Rovereto auf Busse umgestiegen (über Riva del Garda mit den Buslinien 301/214/215) oder viele Restkilometer mit den Fahrrad zurückgelegt werden müssen. Als Bahn & Bike Kombination empfiehlt sich eine Anreise bis Desenzano del Gardo, ab hier ca. 50 km, 1300 hm / 4,5 Std Fahrt. Keine Fahrradmitnahme im ÖBB Nightjet.
www.oebb.at
www.trenitalia.it
www.trentinotrasporti.it

Beste Reisezeit
Mai -September

Touren
Bike & Hike auf den Monte Censo (1.013 m) – Schönster Aussichtsberg am Idrosee
Beim nördlichen Ortsausgang von Anfo die Asphaltstraße links hoch Richtung  Rifugio  Baremone.  Auf  halber  Höhe  beim  Cuca Chetoi  =  926m  die  Straße  rechts  verlassen  (Kammhöhe)  und dem Wegweiser zum Monte Censo auf einem Waldweg folgen.  Die  letzte Viertelstunde zum  Gipfel  muss  man  das Fahrrad abstellen und wandern. Start & Ziel: Anfo Dauer: ca. 2h Höhenmeter: 700 m

Monte Stino (1.466 m)
Entweder auf alten Kriegspfaden wandernd oder auf Umwegen mit dem Bike

PDF-Download: MTB-Touren am Idrosee

Unterkünfte

Bed & Breakfast Tulipano
Bed and Breakfast Tulipano – rundum empfehlenswert und besonders herzlich dank der wundervollen Gastgeberin Susy!
Hervorragend ausgestattet mit Kühlschrank, Kartenmaterial für Ausflüge, Bike-Garage und vielem mehr.
Via Giorgio La Pira, 11, 25074 Idro BS, Italien, www.booking.com

 

Casa Ruth, Via Sasse, 1, 25074 Vesta, Italien, einfache Ferienwohnung für Selbstversorger

AZUR Sportcamping Rio Vantone,
www.idrosee.eu

Genießen
Boom Boom Gelateria Crone, Via Lungo Lago Vittoria, 18, 25074 Crone BS, Italien

Bar Pizzeria Cinzia, Via Lungo Lago Italia, 33, 25074 Crone BS, Italien

 

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Autofrei im Aostatal: Charmantes Chamois & La Magdeleine

Autofreier Urlaub in Italien? Das gibt es nur einmal in einem kleinen Ort südlich des Matterhorns. Wer weit weg sein will vom Rummel, der sollte sich im Aostatal die alpine Perle Chamois aussuchen. In Ruhe mit dem Hund spazieren, eine Runde Mountainbiken oder Wandern auf einsamen Wegen. Danach eine köstliche Polenta vom Ofen. Hier ist es noch möglich. Weiterlesen

Das Auto muss sich nicht den Berg hinaufschinden. Die 700 Höhenmeter aus dem Aostatal  hinauf in das autofreie Chamois auf 1.800 Metern lassen sich nur mit der Seilbahn überwinden. Der Urlaub im kleinen hundert Seelen Dorf Chamois oder nebenan in La Magedeleine (welches zur Not mit PKW erreichbar ist) beginnt ebenso entspannt, wie er irgendwann wieder aufhört. Vielleicht bei Polenta mit Fontinakäse über dem Feuer nach einem genussvollen Spaziergang.

Als Alpine Perlen haben sich 25 schöne Urlaubsorte in sechs Alpenländern zusammgeschlossen, die sanfte Mobilität und umweltfreundlichen Urlaub mitten in alpiner Bergkulisse versprechen. Zum ABC dieser besonderen Orte zählt neben mondänen Orten wie Arosa und Berchtesgaden auch das kleine autofreie Chamois mit dem benachbarten La Magdeleine. Wer sich hierher verirrt, findet noch nachhaltige Urlaubsfreude, echte Ruhe und sanft-mobile Ferienerlebnisse.

Mit Hund oder Helm
Von leichten Biketouren übers Gleitschirmfliegen bis hin zu spannenden Hochgebirgswanderungen reicht die Vielfalt der Urlaubserlebnisse. Wanderer finden in Chamois und La Magdeleine ein vielfältiges Angebot aussichtsreicher Spazier- und Wanderwege mit einem besonderen Startvorteil: Beide Orte liegen auf 1.600 bis 1.800 n Seehöhe und ermöglichen, auch das Hochgebirge ohne allzu große Anstrengung zu Fuß zu erreichen. Auch Mountainbiker mit etwas Abenteuergeist finden schnell spannende Wege & Touren. Familien mit Hund fühlen sich speziell in La Magdeleine wohl. Hier heißen nicht nur Hotels und Gasthäuser Hunde ausdrücklich willkommen, es gibt auch einen tollen „Trekking & Dog Bike Park.“

Chamois heißt übrigens auf Französisch Gams, so heißt aber auch das Polster der Radlerhose. Gämsle wurden zwar nicht gesichtet, dafür aber schöne Radwege und auch spannende Trails, die allerdings erst einmal entdeckt werden wollen. Der Mountainbiker kann sich dafür auf Lifte freuen, auch wenn diese vielleicht etwas altmodisch sind. Gern wird das Bike an den Sessellift  angehängt und fährt rauf zum Lago Lod, von wo aus gern Touren in Angriff genommen werden. Vom benachbarten La Magdeleine sind vor allem Touren über den Col Pilaz empfehlenswert.

20180906_140047Großer Genuss
Groß wird der Genuss geschrieben, sowohl in den ausgezeichneten Restaurants wie auf den vielen Festen. Probiert werden sollten Crespelle (Pfannkuchen) alla Valdostana, Pasta alla Valdostana, Spezzatini di Vitello (Kalbsgeschnetzeltes) sowie natürlich Polenta: Polenta Concia mit Fontina Käse aus dem Aoastatal oder Tomino alla boscailola mit Pilzen. Ausgezeichnet ist auch die Küche im Hotel Albergo Residence du Village in La Magdeleine, wo Fabio immer etwas Herzhaftes zubereitet,  das er bei Lob bescheiden mit „meno male“ quittiert. Echte Genießer sollten nicht „Il Gusta di una Passeggiata“ verpassen: 60 Stände mit regionalen Spezialitäten stehen am dritten Sonntag im August auf dem Weg von La Magdeleine nach Chamois zur Wahl. Hochprozentig gehts Anfang September beim „Grappa Summit“ zu.

Sowohl Chamois als auch La Magdeleine haben beide nur jeweils rund einhundert Einwohner. Dem nachhaltigen Tourismuskonzept der beiden Gemeinden als „Alpine Perlen“ ist Erfolg zu wünschen,  aber natürlich ist auch hier die Überalterung ein Problem. Viele Junge wandern ab.

chamois_galerie12Nachhaltig in die Zukunft
Nicht so Simone und David. Sie haben eine klare Idee davon, von dem was sie hier oben erreichen wollen. Sie setzen ein starkes Zeichen gegen die Abwanderung, ihre Leidenschaft hat nichts mit iPhones und Discoteken zu tun, von dem ihre Altersgenossen schwärmen. Sie haben beschlossen, Ziegen zu hüten. Mitten in Chamois grüßen sie uns von einem Bild. Beste Wünsche dabei, Jungs! La Magdeleine und Chamois zeigen, dass abseits der Gigantomanie riesiger Skigebiete auch ein nachhaltiger Tourismus möglich ist, der im Sommer wie im Winter sowohl die landwirtschaftlichen Wurzeln erhält als auch Urlaubsgäste dazu einlädt, schöne Urlaubstage in einem Alpendorf zu verbringen, wie es früher einmal war.

INFO

Allgemein
Alpine Pearls
www.alpine-pearls.com

Chamois und La Mageleine – Alpine Perlen
www.alpine-pearls.com/urlaub/italien/chamois-la-magdeleine/

Verkehrsamt Chamois
Loc Corgnolaz
E-Mail: info@infochamois.it

Anreise
Bahn: Eurocity bis Mailand, Umstieg auf Regionalzüge, Zielbahnhof Chatillon. Ganzjährig verkehrt die Seilbahn von Buisson hinauf nach Chamois. Vom Bahnhof Chatillon ins Aostatal verkehren Busse von SAVDA/Arriva, die in Buisson halten (Aktuelle Linienpläne im Internet).
Viele Unterkünfte arrangieren aber auch gerne eine Abholung ab Chatillon.
www.savda.it

Aktiv
Sommer
Mountainbike- und Fahrradverleihstation sowohl in Chamois als auch in La Magdeleine
Winter
Im Winter lockt Chamois mit einem preiswerten Skigebiet bis auf 2.470 Meter, in dem es noch Tagesskipässe zu  20 EUR (Mo-Fr) bzw. 26 EUR (Sa-So) gibt.

Unterkunft
Residence du Village, La Magdeleine

 

Gipfelluft in der Radlkluft: E-Bike & Hike in der Wildschönau

_wildschoenau_header_04_susan_wehrmakerIn die Berge und Almen radeln ohne Schmerz in den Wadeln, auf entlegene Gipfel hochlaufen ohne schon vorher zu schnaufen: „E-Bike & Hike“ in der Wildschönau im Tirol machts möglich. Dank routiniertem Mountainbike-Guide, Fahrtechniktrainer und Bergwanderführer dringen die Teilnehmer der wöchentlichen Exkursion bis in entfernteste Winkel des herrlichen Hochtals vor. Weiterlesen

Wenn Rainer Schoner freitags früh mit seinen Urlaubsgästen tief in die Berge radelt um anschließend geheime Gipfel zu besteigen, leuchten nicht nur die Augen der munteren Radler trotz saftiger Steigungen. Auch der waschechte Wildschönauer ist voll in seinem Element.

_wildschoenau_galerie_22_susan_wehrmaker_small170.000 Höhenmeter macht Rainer in einer einzigen Saison. Keines der 45 Länder, in denen er schon als Bike-Guide unterwegs war, und auch nicht die Rocky Mountains, in denen er 16 Jahre Skilehrer war, würde er gegen die heimischen Tiroler Berge tauschen, die er wie seine Westentasche kennt und deren bezauberndste Winkel oft in der noch immer urigen Wildschönau liegen, mit seinen bodenständigen Menschen, Almen und Bauernhöfen.

Denn wo Mountainbiker in seinen grünen Heimatbergen öfters schwindlige Höhen erklimmen, will das Wildschönauer Urgestein nun dauerhaft bleiben. Wenn Rainer Schoner die Gäste zum Warm-Up versammelt, dann nicht um sie zu schonen, sondern um zu klären, wie es um Fitness und Fahrtechnik bestellt ist. Nach kurzer Einweisung ins E-Mountainbike und die Fahrtechnik wird in entlegene Winkel der Wildschönau geradelt, die zu Fuß schwer zu erreichen wären.

_wildschoenau_galerie_06_susan_wehrmaker_smallSchon nach den ersten steilen Rampen den Berg hinauf wird klar: Das E-Mountainbike hilft, für die spätere Gipfelwanderung Kraft einzusparen. Dadurch rücken entlegenere Ziele in Reichweite einer spannenden Tagestour – besonders für Leute, die über wenig bis eine normale Kondition verfügen. Heut geht’s aufs Feldalpenhorn, wo der MTB-Guide und Bergwanderführer das Panorama erläutert.

Rosskopf und Lämpersberg, Kitzbüheler Alpen, Loferer Steinberge, Wilder Kaiser. Beim Anblick der Berge schmeckt die mitgebrachte Jause doppelt so gut. Teils noch in Radlkluft, aber stets in festen Bergschuhen werden die bezauberndsten Gipfel der Wildschönau miteinander erobert. Die richtige Bremstechnik zuvor am Lenker vermittelt, stellt die rasante Abfahrt in das idyllische Bergtal der Wildschönauer Ache niemand vor Probleme und alle genießen den Fahrtwind.

__wildschoenau_galerie_09_henning_smallRiesiges Repertoire
300 km Wanderwege, von denen viele auch ambitionierten Mountainbikern Abwechslung bereiten, durchziehen das wundervolle Hochtal der Wildschönau. Dem Wanderer vorbehalten sind einerseits die höchsten Gipfel wie der Lämpersberg (2202 m) und das Große Beil (2309 m), aber auch manch idyllischer Spazierweg im Tal wie der Franziskusweg mit seinen schönen Skulpturen. Entlegene Gipfel wie Breitegg Gern (1981 m) oder Feldalphorn (1923 m) lassen sich wiederum am besten mit Bike und Bergschuh kombiniert erobern, so wie es bei „E-Bike & Hike“ der Fall ist. Ein ambitioniertes Ziel mit dem MTB ist die bewirtschaftete Neuhögenalpe (1718 m), unter dem Lämpersberg gelegen auch Bike & Hike geeignet.

Werktags wandern
Auch Werktags lockt die Wildschönau mit einem wundervollen Wanderprogramm, gemeinsam mit Wanderführern die Wildschönau zu erkunden – übrigens mit der Wildschönau Card ganz kostenlos! Möslalm (1110 m), Breiteggspitze (1866 m), Gratlspitz (1893 m), Joelspitze (1964 m): Die Vielfalt der Mo-Fr erklommenen Berge und Gipfel ist schier grenzenlos. Früh hinauf geht es bei der Sonnenaufgangswanderung aufs Kragenjoch (1425 m). Neu ist die „Bienenwanderung“.

__wildschoenau_galerie_10_henning_smallAuszeit auf der Alm
Achentalalm, Feldalm, Holzalm, Markbachjochalm, Möslalm, Rosskopfhütte, Schönangeralm & mehr: Sonnige Almen und Jausenstationen machen Wanderungen in der Wildschönau zu einem ganz besonderen Genuss. Wer mag, steuert früh morgens die Norderbergalm (1364 m) an, wo ab neun Uhr Gästen ein köstliches „Auszeit-Bergfrühstück“ serviert wird. Auch mit Bike lässt sich die Neuhögenalpe (1713 m) erobern, die aber recht selten angesteuert wird. Hier werden das Bier und die Limo noch im Brunnen gekühlt. Nachdem die Kühe gemolken sind, wird gern ein leckerer Apfelstrudel serviert. Ambitionierte Wanderer erobern anschließend gerne den mächtig über der Alm thronenden Lämpersberg (2202 m).

Preiswert mit Pool
Die Fair-Preis-Region Wildschönau ist bekannt für ihr gutes Preis-/Leistungsverhältnis. 3 Nächte in einer Pension mit Frühstück gibt´s schon ab 84 Euro pro Person im DZ. Andernorts in Tirol reiht sich oft ein Luxushotel an das andere. In der Wildschönau gibt es hingegen noch liebevoll geführte Familienbetriebe mit viel Herzlichkeit und echter Tiroler Gastfreundschaft, die auch auf 3-Sterne-Niveau pure Urlaubsfreude bereiten.  Nur ein Beispiel dafür ist der Lenzenhof mit seinem wunderschönen Garten und großem Pool, geradezu perfekt für Familien geeignet.

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INFO

Allgemein
Die Wildschönau ist ein idyllisches Hochtal in den Kitzbüheler Alpen und ausgezeichnetes Ziel für aktiven Sommerurlaub mit Wandern und Mountainbiken. 300 km Wanderwege bieten ein schier unerschöpfliches Potential. Für Mountainbiker noch ein Geheimtipp, lässt es sich auch in der Wildschönau herrlich biken, was auch das neue Angebot „E-Bike & Hike“ beweist. Hinzu kommt die Mountainbike Schule Wildschönau mit ihrem umfangreichen Angebot. E-MTBs können auch für Kinder ausgeliehen werden, hinzu gibt es Kinder-MTB-Workshops.

Anreise

Bahn & Bus
Umweltfreundliche Anreise per Bahn bis Bahnhof Wörgl im Tiroler Unterland. Der Bahnhof ist ca. 10 km von der Wildschönau entfernt, Anschluss mit Postbus oder Abholung durch das Hotel.

Weitere Infos zur Anreise

Geführte Touren

Wandertouren
Mo-Fr geführte Wanderungen. Die Teilnahme ist mit der Wildschönau Card (ab 1 Übernachtung) kostenlos. Von Mai bis September, nähere Details sind im Wanderprogramm angegeben.

MTB-Touren
Jeden Mittwoch: Geführte E-Mountainbike-Tour mit Rainer Schoner zu den schönsten
Hochalmen. Anmeldung bis Montag bei Wildschönau Tourismus. Mit Wildschönau Card
48 Euro pro Person (inklusive Bike)
Jeden Freitag: „E-Bike and Hike“ mit Rainer Schoner. Anmeldung bis Mittwoch bei
Wildschönau Tourismus. Die Tour ist mit der Wildschönau Card kostenlos. Das Ausleihen
des E-Bikes kostet 38 Euro.

Mountainbikeschule Wildschönau
https://www.mountainbikeschule-wildschoenau.at/

Veranstaltungen

Sa, 22.09.2018 Gruhnacht und Almabtrieb weitere Infos
Do,27. – Sa 29.09.2018 Wander-Weltmeisterschaft weitere Infos
So, 30.09. – So 07.10.2018 Krautingerwoche – der legendäre Rübentrunk weitere Infos

Übernachtung
Tipp: Ferienhotel Lenzenhof – preiswertes 3-Sterne-Hotel mit wunderschönem Pool im Garten
www.lenzenhof.at

Unterkunftsverzeichnis Wildschönau
https://www.wildschoenau.com/de/unterkuenfte-hotels

Kontakt
Wildschönau Tourismus
Tel. 0043/(0)5339 8255-0
www.wildschoenau.com

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Linksab nach Lessinia: Auf in die wilden Veroneser Berge

Wenn in Rovereto Radler aus dem Zug steigen, dann meistens, um die letzten Kilometer zum Gardasee hinüberzustrampeln, manchmal auch, um in einen Zug ins Valsugana umzusteigen. Aber wer hat schon einmal etwas von Lessinia gehört? Dabei ist es absolut lohnenswert, die wilden Veroneser Berge und den Naturpark Lessinia mit dem Rad zu erklimmen und entdecken. Danach lohnt es sich, die Tour in den Weinregionen Valpolicella und Soave ausklingen zu lassen. Weiterlesen

Kaum einer Handvoll Touren in Lessinia stehen in einschlägigen Foren zumeist gleich hunderte Touren am Gardasee entgegen. Zugegeben, wer auf dem MTB noch nie Tremalzo gefahren ist, für den ist es sicher reizvoller, erst einmal den Gardasee auf den Bike zu entdecken. Aber gleich danach folgt Lessinia, diese eigentümlich wilde Landschaft im Norden Veronas.

Weg vom Trubel
Wer jahrein, jahraus Riva als Revier wählt, und einmal weg von all dem Trubel will, dem sei der Naturpark Lessinia in den Voralpen nördlich von Verona einmal ganz besonders ans Herz gelegt. Nur wenige Stationen nach Rovereto folgt in dem Regionalzug nach Verona das kleine Örtchen Peri, von wo aus sich eine kleine, aber kehrenreiche Straße (SP57) auf dasbezaubernde Hochplateau von Lessinia windet. Auf nur sechs Kilometern sind knapp 800 Höhenmeter zu überwinden, bevor im Örtchen Fosse endlich das Hochplateau der Lessinia erklommen wird. Völlig dehydriert mit reichlich Gepäck für fünf Tage das erstbeste Lebensmittelgeschäft gestürmt und etwas Energie getankt. Noch mal 400 sind es bis nach Erbezzo, dem höchstgelegenen Ort der Provinz Verona (1.118 m.ü.M.).

signal-2843078_1920Terrasse mit Traumblick
Alles, was der müde und durstige Radler hier braucht, gibt es im „Al Terrazzo“: Restaurant, Bar, Pizzeria, gepflegte Zimmer mit Dusche und sogar frisches Fohrenburger vom Fass aus Vorarlberg, das ich hier nicht erwartet hätte. Dieses genießt man auf der herrlichen Sonnenterrassse mit wunderschönem Blick in die benachbarten Berge Lessinias.

Erbezzo zählt zu den 13 Gemeinden, einer früheren deutschen Sprachinsel in Lessinia zwischen der Etsch und dem Agno in der Provinz Verona. Das einst gesprochene „Zimbrische“ ist heute gänzlich ausgestorben. Das zimbrische Kulturerbe wird aber noch gepflegt, wie beim „Tzimbar Race“, einem Triathlon aus 10 km Laufen, 15 km Mountain Bike und Holzstämmen sägen.


„Lessinia Legend“

10 km weiter liegt Bosco Chiesanuova, dies heißt eigentlich „Neuenkirchen“. Hier findet immer Ende Juni ein MTB Rennen der Superlative statt. „Bist Du bereit, in die Geschichte einzugehen und zur Legende zu werden?“ wirbt Lessinia Legend, der wohl härteste Mountainbike Marathon Italiens.

Zwischen 55 und 100 km und zwischen 1740 und 3610 Höhenmeter werden bezwungen. Bis zu 1000 Biker überwinden die Distanzen. Laut Red Bull Europas härtestes MTB Rennen. Hier nimmt auch die MTB-Elite teil, aber jeder der möchte, kann seine Heldenhaftigkeit frei entfalten. Eine Herausforderung in Landschaften verkannter Schönheit, eingebettet in den venetischen Voralpen östlich des Gardasees und zwischen den Provinzen von Trient, Verona und Vicenza.

20180624_111211Zur Entspannung nach den technisch anspruchsvollen Trails in den Höhenzügen des Lessinia Naturparks lohnt es sich anschließend, die Nachbarregionen kennenzulernen und die Radtour nach Verona, Soave oder Vicenza fortzusetzen. Dabei geht es fast ständig sanft bergab. Wer die richtige Route wählt, kann es im wildromantischen Tal des Torrente Squaranto bis kurz vor Verona fast ohne jeden Verkehr richtig schön rollen lassen. In Montorio trifft man auf große und herrschaftliche Weingüter.Es lohnt sich, die Fahrt hier Richtung Soave und Vicenza fortzusetzen. Über eine anstrengende Anhöhe wird San Martino di Buon Albergo bei Marcellise im Weinbaugebiet des Valpolicella erreicht. Hier sollte unbedingt ein Zwischenstopp in der Locanda Marcellise mit ausgezeichneter Küche und köstlichem Birra Lessinia eingelegt werden, bevor die Tour weitergeht.

 

Foto: Pinotshop / Creative Commons

Weiter geht die Fahrt auf Nebenstraßen nach Soave in das Anbaugebiet berühmter Weißweine. Bei ausreichender Zeit lohnt sich der Besuch einer der vielen Weingüter in der Region. Das mittelalterliche Soave ist von einer Wehrmauer umgeben, die von der Burg hinabführend errichtet wurde. Der gigantische Verteidigungswall ist umgeben von einem Meer aus Weinreben, aus deren Beeren der berühmte Soave-Wein hergestellt wird. Überall wird der Wein gerne gekostet, gleichzeitig ist das Städtchen auch der touristischste Abschnitt unserer Tour. Bei der Weiterfahrt zum Zielort Vicenza lohnt sich ein Ausflug nach Lonigo, dass ich als Gast beim Couchsurfen näher entdecken und kennenlernen durfte.

 

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Lonigo
liegt etwa 30 Kilometer östlich von Verona und auch ca. 30 Kilometer südwestlich von Vicenza. Genau in der Mitte, ist die Kleinstadt gut für einen Zwischenstopp zwischen  den beiden Orten geeignet. Sehenswert ist hier vor allem die Villa Pisani, die als eine der von Andrea Palladio entworfenen und gebauten Villen zum Weltkulturerbe der Stadt Vicenza und der Villen Andrea Palladios zählt. Einen Besuch ist auch die Chiesa del Santissimo Redentore wert. Das kleine Städtchen hat auch eine hübsche Fußgängerzone, Montags lohnt sich der Besuch auf dem Markt mit frischem Obst und Gemüse, wie es eben nur auf italienischen Märkten anzutreffen ist. Schön ist auch der Park im Herzen des Städtchens.

 

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Das reizvolle Zentrum von Vicenza wird von der lebhaften Piazza dei Signori und der mächtigen Basilika beherrscht. Mit der Villa La Rotonda und der Basilica Palladiana befinden sich zwei Hauptwerke Palladios in Vicenza. 1994 wurde Vicenza als „Stadt des Palladio“ in die Liste des UNESCO-Welterbes eingetragen. Sehenswert ist auch das Teatro Olimpico. In Vicenza besteht Anschluss an internationale Zuglinien aus Deutschland und Österreich in Richtung Venedig. So lässt sich das Fahrrad bequem in den reservierten Zug hinein packen und beim gemütlichen Rattern über die Schienen noch einmal die schöne Fahrradreise Revue passieren.

 

INFO

Praktische Informationen zu dieser ca. 5 tägigen Fahrradtour

  • Start: Peri (bei Rovereto)
  • Ziel: Vicenza
  • Stationen: Erbezzo, Bosco Chiesanuova, San Martino di Buon Albergo, Soave, Lonigo, Val Liona, Vicenza
  • Länge: 118 km | Dauer: 4-5 Tage | Höhenmeter: 2.353 m
  • Schwierigkeitsgrad: mittel
  • Beste Jahreszeit: Juni-September
  • Praktische Tipps: Tourplanung mit Naviki-App (Basisversion gratis)
  • Ausrüstung: Mountainbike. Trekkingbike
  • Einkehrmöglichkeiten:  Locanda Al Terrazzo (Erbezzo), Locanda Marcellise (San Martino di Buon Albergo)
  • Übernachtung: Locanda Al Terrazzo (Erbezzo), Hotel Frizzolan (Bosco Chiesanuova)