Archiv der Kategorie: Klettern

Klettern am Fuße der Geislerspitzen.

Villnöss – Kletterparadies in den Dolomiten

Das Villnösser Tal ist eines der schönsten Bergorte der Dolomiten. Am Fuße der majestätisch anmutenden Gipfel der Geislergruppe, wo Reinhold Messner das Klettern erlernte, lockt ein kinderfreundlicher Klettergarten mit traumhaftem Panorama und spannenden Routen. Weiterlesen

Sonne, blauer Himmel, Dolomiten. Und noch dazu ein traumhafter Klettergarten am Fuße der Dreitausender-Spitzen von Forchetta und Sass Rigais. Was will das Kletterherz mehr? All das kann man im Klettergarten am Adolf-Munkel-Weg in Villnöss erleben. In etwa 40 Minuten gelangt man von der Zanser Alm dorthin. Gemeinsam mit Bergführer Josef Fischnaller, der als Reinhold Messner noch in Villnöss lebte, persönlich mit ihm befreundet war, erklimmen wir zunächst eine leichte Route , auf der das Klettersteiggehen mit Hüftgurt trainiert werden kann.

Traumhaft Klettern in den Dolomiten

Traumhaft Klettern in den Dolomiten

Kurze Zeit später wagen wir uns an die erste seilgesicherte Kletterei, Josef sichert uns dabei professionell. Dann winkt schon wieder die nächste Route im Fels, diesmal schwerer, die sogenannte „Hermikante“, benannt nach Hermine Lottersberger, die erste Frau, welche mit Reinhold Messner die Forketta Nordwand durchstiegen ist. Hier sollte man bereits Klettererfahrung haben. Neben dem herrlichen Klettergarten an der Zanser Alm locken in Villnöss eine Reihe von Klettersteigen, zum Beispiel zum Peitlerkofel (2.875 m) und zum Sas Rigais (3.025 m). Erfahrene Bergsteiger können sich an den Günther Messner Steig wagen. Mittwochs werden regelmäßig geführte Bergtouren auch auf diesen Klettersteigen angeboten.

 

Logenplatz an der Glatsch Alm

Logenplatz an der Glatsch Alm

Nur zwei Stunden hatten wir zum Schnupperklettern in Villnöss. Da fiel der Abschied natürlich schwer! Einmal infiziert, lässt einen nämlich der Klettervirus nie wieder los. Hier könnte man eine Woche bleiben und sich jeden Tag an neue Routen wagen. Auch bei Familien ist Villnöss beliebt. Dienstags werden regelmäßig Kinderkletterkurse angeboten. Für die anschließende Stärkung ist ganz in der Nähe gesorgt: Nur wenige Minuten vom Klettergarten erreicht man den Berggasthof Glatsch Alm (1.902 m, Mitte Mai bis Mitte Oktober geöffnet), wo man bei einer deftigen Brotzeit mit Südtiroler Wein den besten Logenplatz zum Ausblick auf die Nordwände der Geislerspitzen hat. Ohne Zweifel eine der schönsten Almen Südtirols!

 

INFO

Als „Alpine Perle“ setzt Villnöss auf sanfte Mobilität und nachhaltigen Tourismus.  Die Urlaubsorte von „Alpine Pearls“ garantieren ein umweltverträgliches, kulturell vielfältiges und klimaschonendes Ferienerlebnis. Villnöss bietet ein gut ausgebautes Öffentliches Busnetz, Wanderbusse bringen Gipfelstürmer zu den Ausgangspunkten der schönsten Wanderungen.

Anreise

Empfehlenswert ist die Anreise in die „Alpine Perle“ Villnöss mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Bahn bis Brixen Bhf., Umstieg auf Buslinie 340 ins Villnösser Tal. Besonders zu empfehlen ist die „Mobilcard Südtirol“, welche in den Regionalzügen, Nahverkehrsbussen, sowie diversen Seilbahnen gültig und ab 15 € erhältlich.

Kontakt

Dolomitental Villnöss
St. Peter 11
I-39040 Vilnösser Tal
Tel. +39 0472 840 180
info@villnoess.info
www.villnoess.info

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Über 120 Kletterrouten in Saalfelden-Leogang (Foto: Saalfelden Leogang Touristik)

Traumhaft klettern in Leogang

Die Region Saalfelden Leogang gilt mit über 120 Kletterrouten und -steigen in den Steinbergen sowie mehreren Kletterhallen im Tal als eines der abwechslungsreichsten Gebiete Österreichs. Mit einer neuen Außen-Kletterwand bietet das Hotel Salzburger Hof Leogang ein echtes Alleinstellungsmerkmal als Aktiv-Hotel in der Region.

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Die beiden Kletterhallen vor Ort und seit Mai auch die neue Kletterwand des Aktiv-Hotels Salzburger Hof Leogang bieten einen idealen Einstieg in das alpine Sportklettern und ein perfektes Trainingsgelände. Fortgeschrittene Klettermaxe können zwischen einem Hochseilgarten, drei Klettersteigen und 120 Kletterrouten zwischen Kuchelhorn, Kaserwand und Fahnenköpfl wählen. Mit 45 Seillängen ist der „Pinzgawurm“ in der 1.400 Meter hohen Birnhorn Südostwand eine der längsten Kletterrouten in den Alpen. Auf Kletter Camps und Alpinkletterkursen lassen sich die Technik verfeinern und Freundschaften schließen. Das gesamte Gebiet rund um die Steinberge gehört dem Kletterbündnis „Climbers Paradise“ an.

 

Kurzum: Leogang bietet einfach alles, was einen rundum gelungenen Kletterurlaub ausmacht. Nur Klettern muss man schon noch selbst – wobei sich im Salzburger Hof Leogang mit seinem sportlichen Publikum auch schnell neue Kletterfreunde für Groß und Klein finden.

INFO

Saalfelden Leogang Touristik GmbH
Mittergasse 21a
A-5760 Saalfelden
www.saalfelden-leogang.com

Salzburger Hof Leogang
Sonnberg 170
A-5771 Leogang
Direkt an der Asitzbahn
www.salzburgerhof.eu

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Zimba – Königliche Spitze in Vorarlberg

Wer Vorarlberger ist oder einfach nur hier zu Gast, wer gerne hoch hinaus will, und wer sich Schwindelsicher fühlt, der sollte auf alle Fälle eine Besteigung der Zimba (2643) in Realität umsetzten! Weiterlesen

Die Zimba als „Muss“ einzustufen, dafür gibt es mehrere Gründe. Einer davon ist ein sehr abwechslungsreicher Auf- und Abstieg, weiters benötigt man eine große Portion Schwindelfreiheit und sollte sich im Handling mit diversen Seiltechniken eher sicher sein (ansonsten ist ein Guide sinnvoll) und ganz oben lässt vor allem die Aussicht das Bergsteigerherz höher schlagen. Jetzt aber mal von Anfang an…

P1010335Gestartet wurde in aller Früh von Vandans weg mit dem Bus ins Rellstall (1.500m). Von dort läuft man in gut einer, bis eineinhalb Stunden auf die Heinrich-Hueter-Hütte (1.766m). Mittlerweile hat sich eingebürgert, dass man ein Zustieg zur Hütte einen Tag vorher macht, um sich diesen Marsch am „Zimba-Besteigungstag“ zu ersparen, das wird meiner Meinung nach überbewertet und ist absolut nicht notwendig. Die gemächliche Wanderung zur Hütte kann man als angenehme „Aufwärmstrecke“ sehen. Obwohl es sicherlich sehr schön ist, mit einem gigantischen Blick auf die Zimba beim Frühstück zu sitzen.

Von der Hütte ging es weiter gut 2,5 Stunden auf das Joch der Zimba (Zimbajoch, 2387 m). Von dort kann man die Zimba über den Normalweg am Westgrad besteigen. Nach einer kurzen Pause, machten wir uns bereit die letzten 300 Meter in Angriff zu nehmen. Wir zogen unsere Gurte an, „schnallten“ uns das 50 Meter Doppelseil um und mit genügend Material zur Fixierung der „Kletterstellen“, sowie zum Abseilen starteten wir. Meine Mutter ließen wir im Joch zurück, der Aufstieg – der nicht ganz leicht und ziemlich ausgesetzt ist – hatte ihr gereicht. Sie wartete lieber in sicherem Gelände bis wir wiederkamen.

P1010336Schon am Beginn des „Kletterparts“ kamen uns mehrere Seilschaften entgegen. Alle unter Führung Professioneller (Bergführer). Sprüche wie „Ach, ihr seid aber spät“. „Uij, euer Seil ist aber lange“ oder „Da oben ist es schweinekalt, macht dass ihr schnell wieder runter kommt“, „motivierten“ uns so richtig.
Die ersten paar Meter kann man gut am laufenden Seil gehen. Nach oben hin, wird es selbstverständlich immer etwas ausgesetzter und luftiger. Die anspruchsvollste Stelle – im Normalweg ist die Sohmplatte (diese kann man anscheinend auch umgehen). Eine kurze drei Meter Kletterstelle im 4ten Schwierigkeitsgrad, die gut eingebohrt auch mit Bergschuhen keine Probleme bereitet. Gu hatte für die Stelle trotzdem seine Kletterschuhe angezogen, und wäre am liebsten eine Variante gerade nach oben zum Gipfel geklettert. Das mussten wir aber wegen seiner Mama im Schlepptau unterlassen (zum Glück! War ganz schön froh darüber, hier nicht ne Erstbegehung durchs brüchige Gelände zu versuchen). Der Aufstieg verlief alles in allem problemlos. Wir kamen zwar eher langsam voran. Was aber bestimmt daran liegt, dass wir nicht unbedingt Profis im „alpinen Bergsteigen“ sind.

P1010348Oben angekommen genossen wir ein unglaubliches Ambiente. Der Blick über die schweizerischen und österreichischen Alpen erfüllte uns mit uns Stolz und Glücksgefühlen. Auch ein kleines Schnäppschen wurde uns von der Bergrettung gegönnt, die zeitgleich über die Ostvariante die Zimba bestiegen.
Wir waren also nicht die Letzten auf der Zimba, und kalt war es auch nicht oben – also paperlapapp, Morgenstund hat halt nicht immer nur Gold im Mund.
Der Weg nach unten gestaltete sich als gleich schwierig und langwierig wie der Weg nach oben. Die Seile waren etwas zu lang und das Seilhandling dauerte dementsprechend. Dafür war es praktisch um die Sohmplatte an einem Stück abzuseilen, was nur möglich ist, wenn man ein langes Seil dabei hat.

Nach vier Stunden endlich zurück im Zimbajoch war meine Mutter überglücklich, dass wir unbeschadet festen Boden unter den Füßen erreicht hatten. Die ganze Zeit über hatte sie mit Herzrasen unser semi-professionelles Treiben beobachtet, sie war wohl fertiger als wir alle zusammen.

Zurück ins Tal wurde nun die Variante über Norden zur Sarotlahütte (1611m) gewählt. Abgesehen davon, dass es ziemlich lange, ziemlich steil über ein „Schutthang“ geht, war dieser Weg unproblematisch. So empfehle ich jedem Stöcke, der es an den Knien hat. Mein Problem war ein anderes: ich hatte keine Bergschuhe, sondern nur leichte Trekkingschuhe an, weshalb meine Zehen vom langen Bergabgehen ziemlich zu schmerzen begannen. Dass ich für meine Wahl der Schuhe bestraft werden sollte, wurde mir bei jedem Schritt immer mehr und mehr bewusst (eine Nagelbettentzündung war das Resümee am nächsten Tag).
Nach zwei Stunden Abstieg übers wegsame Geröll erreichten wir die Sarotlahütte. Hier hätte ich gerne übernachtet so müde war ich bereits, das war aber nicht geplant und so wurde nur Zwischenstopp eingelegt. Um tapfer und motiviert zu bleiben, gönnten wir uns dafür einen leckeren Nussschnapps.

P1010365Weitere zwei bis drei Stunden runterlaufen, warteten auf meine ohnehin schon demolierten Zehenspitzen und schmerzenden Knie. Das Ziel war Brand. Und es rentierte sich, weiter zu gehen. Der Marsch dorthin war einfach unglaublich. Ein Wald wie man ihn sich in Märchen vorstellt. Hohe Farne, ein Bächlein mit Wasserfall, idyllische Plätzchen – ein zauberhafter Weg, der fast über meine Schmerzen hinwegtäuschte. Zwar eben nur fast, aber immerhin.
Nach mehr als 12 eindrücklichen Stunden, und mehr als 2800 Metern Höhenunterschied kamen wir endlich in Brand an. Total erschöpft, aber überglücklich über eine solch schöne, und auch lange Tour, geleitete uns der letzte Bus ins Tal nach Bludenz!

Bemerkungen:
Würde ich die Zimba Tour nochmal planen, würde ich einen genussvollen Aufstieg zur Sarotlahütte wählen, dort übernachten und am nächsten Tag die Zimbabesteigung in Angriff nehmen.

Auf alle Fälle ist die Variante über den Normalweg am Westgrad am geeignetsten, da sich der östliche Weg als relativ brüchig und dadurch umso gefährlicher entpuppt. Auch rein optisch sei der östliche nicht so empfehlenswert.

Für nicht so geübte ist ein Bergführer empfehlenswert. Hier ist nicht nur Trittsicherheit, sondern auch Know-How im Seilhandling gefragt. Dass man Klettern kann, ist, wenn man vorangeht, definitiv kein Nachteil.

Auf den Hütten (Sarotlahütte und Heinrich-Hueter-Hütte) sollte man am Besten vorab nach einer Übernachtungsgelegenheit fragen. Zur Hauptsaison können diese Restlos ausgebucht sein.

INFO

Empfohlener Reiseführer

Facts
Die Zimba gehört zum Massiv des Rätikons. Ihr Gipfel (2643m) ist Teil der Vandanser Steinwand und liegt zwischen den Grenzen der Gemeinden Vandans und Brand.
Schon 1848 wurde die Zimba von Anton Neier erstbestiegen.

„Gastbeitrag von Martina Scheichl“

 

 

Auf dem Karhorn Klettersteig

Outdoor in Warth-Schröcken – Folge 2: Klettersteig & Flying Fox

Mit Christian, dem Bergführerweltmeister, im kniffligen Klettersteig auf das 2.416 Meter hohe Karhorn und mit Josef, dem Herrn über die Seile, in 90 Metern Höhe über der Wildwasserschlucht in der Flying Fox Safari: Outdoor-Abenteuer in Warth-Schröcken. Weiterlesen

Professionelle Klettersteigausrüstung, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind auch am Karhorn Klettersteig, ein Klettersteig mittlerer Schwierigkeitsstufe, unbedingt erforderlich. Das mit den Klettersteigen ist eine spezielle Sache. Während leichte Mittelgebirgswanderer hier aufgrund der alpinen Beschaffenheit oft schon mental an ihre Grenzen geraten („Wie, da soll ich rauf?“), werden in der Climbing-Szene Klettersteiggeher schon mal spöttisch als die „E-Biker“ unter den Kletterern betrachtet. Doch der Vergleich hinkt, so ungefährlich ist das Klettersteig gehen nicht, und die Ausrüstung sollte auf dem neuesten Stand sein.

Schwindelfreiheit und Trittsicherheit sind erforderlich

Schwindelfreiheit und Trittsicherheit sind erforderlich

Der Einstieg in den Karhorn Klettersteig befindet sich am Wartherhornsattel, welcher mit dem Steffisalp-Express von Warth aus schnell erreicht ist. Die Bergbahn bringt Outdoor-Urlauber bis Mitte Oktober in die alpine Bergwelt. Steil angelegt ist der Einstieg in den Klettersteig, um Leichtsinnige abzuhalten. Wer den Klettersteig geht, muss sich auf 2 Stunden alpines Kraxeln bis zum Gipfel (2.416 Meter) einstellen. Wem das alles plötzlich doch ein bisschen zu viel ist, der kann immer noch das wesentlich leichtere Warther Horn (2.256 Meter) ohne Klettersteigset besteigen. Wem es hingegen noch zu wenig ist, nimmt vor dem Abstieg noch die erst 2009 angelegte 600 Meter lange Erweiterung des neuen Panorama-Klettersteiges über den Westgrat mit, welcher traumhafte Aussichten zu den Viertausendern in der Schweiz und bis zum Bodensee bietet.

 

Bergführer-Weltmeister Christian Fritz

Bergführer-Weltmeister Christian Fritz

Wer mit Klettersteigen noch keine Erfahrung hat, nimmt sich am besten einen Guide. Am besten Christian Fritz, staatlich geprüfter Bergführer und Leiter der Alpinschule Widderstein. „Das ist kein Beruf für mich, sondern Berufung“, erklärt der Bergführerweltmeister 2012. Der 33-jährige ist in Warth-Schröcken aufgewachsen und seit Kindesbeinen in den Bergen zuhause – mit einem Vater als Ski- und Bergführer und einer Mutter als Wanderführerin. Im Preis ab fünfzig Euro ist bei geführten Touren die Sicherheitsausrüstung mir Helm, Klettersteigset und Karabiner bereits enthalten. Auch das Klettern am Seil kann in der Alpinschule Widderstein erlernt werden – von der „Schnupper-Gaudi“ bis zum Vorstieg. Am sichersten ist natürlich eine mehrwöchige Vorbereitung in der Kletterhalle.

 

Flying Fox im Abenteuerpark Schröcken

Flying Fox im Abenteuerpark Schröcken

Adrenalin Pur bei der Flying Fix Safari

In 20 bis 90 Metern Höhe über dem Boden über wilde Schluchten gleiten, nur in einem Seil hängend: Das kann man in der Flying Fox Safari im Abenteuerpark Schröcken erleben. Insgesamt 300 Höhenmeter werden in kurzer Zeit in luftiger Höhe überwunden. Was allerdings je nach Grad der Schwindelfreiheit auch wieder einige Überwindung kostet. Mit den Tipps und Tricks von Bergführer Josef Staggl sollte das eigentlich kein Problem sein. Schließlich machen das auch schon kleine sechsjährige Jungs und denken sich nichts dabei. „Das Seil müsste heben“, witzelt Staggl auf besorgte Fragen. Aber natürlich ist alles genau berechnet und alle Einrichtungen sind bestens gewartet.

 

Josef Staggl führt durch die Flying Foxes

Josef Staggl – der Herr über die Seile

Ich jedenfalls wünsche mir an jeder der sechs aufeinanderfolgenden Zip Line Bahnen beim Blick in die Schlucht wieder Nerven wie Drahtseil. Besonders oben schlottern die Knie und das Herz pocht. An einer Stelle müssen wir uns von einer Leiter ins Ungewisse stürzen. Besser nicht nach unten schauen, denke ich mir. Dabei wird eine wunderschöne Schlucht überquert, in der auch Canyoning angeboten wird. Vielleicht lieber doch mitten durch die Schlucht, den reißenden Gebirgsbach hinab! Nach den ersten Überquerungen der Schlucht macht es aber schon weniger aus und der Spaß überwiegt. Zumindest die letzte Bahn geht dann auch schon recht locker. Ein paar Abenteuerlustige sind heute schon ein paar Mal auf der Flying Fox unterwegs.

Und hier noch einmal die schönsten Bilder zum Ansehen:

 

Info

Alpinschule Widderstein
www.alpinschulewidderstein.com

Alpinschule Schröcken / Flying Fox Safari
www.alpinschule-schroecken.at

Warth-Schröcken Tourismus
www.warth-schroecken.com

 

Rund 250 Sportkletterrouten am Achensee

Vom kniffligen Fels ins kühle Nass: Klettern am Achensee

Rund 250 Sportkletterrouten, acht Klettersteige und bis zu 400 Meter hohe Wände: Das Rofan- und Karwendelgebirge am Achensee zieht immer mehr Kletterer an. Sowohl Anfänger als auch Profis finden hier den passenden Fels. Dennoch sind die Kletterrouten noch nicht überlaufen. Zauberhaft Reisen hat die Region unter die Lupe genommen. Nach drei Tagen professionellem Klettertraining können wir diese Region nur empfehlen.

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Sammle Klettertage & gewinne einen Urlaub im Vier-Sterne-Hotel Achentaler Hof am Achensee!

Erste Übungen im Fels

Erste Übungen im Fels

Übung macht den Meister. „Die Almkuh ist sicher, weil sie pausenlos geht“, erklärt Bergführer Stefan Wierer, der 280 Tage im Jahr im Gebirge ist und schon Berge wie den Alpamayo (5.947 Meter) in Peru und den Ama Dablam (6.812 Meter) im Himalaya bestiegen hat. Seit 1989 ist Stefan Bergführer, im Sommer bietet er Einführungen ins Sportklettern, im Winter bietet er Skitouren an. Am ersten Tag trainieren wir zunächst den sicheren Tritt im groben und steilen Gelände. An einem Naturkletterstein unweit der Bergstation der Rofanseilbahn (1.840 Meter) üben wir erst einmal, auf unsere Füße zu vertrauen und nicht zu sehr die Hände einzusetzen. Eine wichtige Vorübung, damit uns beim Klettern im Fels nicht gleich die Kraft ausgeht. Mit kleinen Tritten und Hüfteinsatz erhöhen wir die Balance.

Nur fünf Minuten entfernt befindet sich unterhalb der  Mauritzalm auch schon unsere erste Übungswand. Vier kurze, etwa acht bis zehn Meter hohe Routen mit den Namen Pippi Langstrumpf, Popeye, Donald Duck und Biene Maja eignen sich für Kinder und Anfänger. Stefan macht sich erst mal ein Bild, wie sicher wir uns beim Klettern in der Wand fühlen.

Klettern bis 5c an der Grubastiege

Klettern bis 5c an der Grubastiege

Die erste seilgesicherte Kletterei im Freien erleben Bernadette, Daniela, Martin, Peter und ich nach etwa zwanzig Minuten an der Grubastiege. Wir klettern an einer schönen, etwa fünfzehn Meter hohen Wand  direkt am aussichtsreichen Wanderweg zur Rofanspitze  (2.259 Meter). In einem schönen, mit Wasserrillen übersäten Fels stehen sieben Routen zur Wahl. Dabei reicht der Schwierigkeitsgrad bis zu 5c (franz. Skala) bei der der Pinocchio Route. Aufregend genug, um mit den ersten Impressionen den Freunden daheim schon mal eine lange Nase zu machen. Ich klettere an der Goofy, während mich Martin mit der Tube am Seil sichert. Bernadette und Daniela üben auf der Snoopy das Absichern am Halbautomaten. Herausfordernd ist auch die Route „Spider Man“, wo wir das Reibungsklettern trainieren.

Ab in die Vertikale

Bei herrlichem Sonnenschein führt uns Stefan am nächsten Tag zum Klettergarten am Bärenkopf. Das aufregende neue Klettergebiet liegt nur etwa zehn Minuten hinter dem ruhig gelegenen Karwendel-Camping in der Lärchenwiese bei Maurach. Ein kleiner Pfad führt nach oben in den Wald. Kurz darauf erblicken wir die Felsen. Steil ragen sie empor und das Gelände ist abschüssig. Vom Schwierigkeitsgrad ist das hier etwa gleich wie gestern, und dennoch wirkt das hier doch etwas gefährlicher als gestern.

Aber dennoch steht heute auch neues im Lehrprogramm: Vom Nachstieg zum Vorstieg heißt das Motto. Unser Bergführer erklärt den feinen Unterschied. Bernadette klemmt sich mit einer Reihe von Expressschlingen und dem Seil bewaffnet in den Fels, während Stefan unten sichert. Es gilt, das Seil über eine Reihe von Zwischensicherungen ganz oben einzuhängen. Wer sich das noch nicht traut, immerhin ist heute erst Tag zwei und wir sind ja noch weitgehend untrainiert, klettert weiter auf Top Rope Basis. Aber auch das ist nicht so ohne.

Sportklettern am Bärenkopf beim Karwendel-Camping

Sportklettern am Bärenkopf beim Karwendel-Camping

Senkrecht steigen die Kalkfelsen empor, teilweise mit Überhängen. Äußerste Aufmerksamkeit und zugleich alle Kraft in den Beinen und Armen sind gefordert. Ob „Johannesbär“ oder „Stoanbeißer“ – jetzt heißt es beißen! Peter hat schon am Vortag alles gegeben und sich die Daumen getaped. „Heute wird ein harter Move gezogen“, kommentiert Stefan die leichten Blessuren und feuert uns an, nicht aufzugeben. Immer hält er eine passende Lebensweisheit bereit: „Mit dem Klettern ist es wie mit einer schönen Frau – man darf nicht zögerlich sein.“ Im oberen Routenabschnitt wird laut gestöhnt und öfters geflucht. „Da ist nichts“, hallt es vom Fels herab. Kurze Zeit später ist dann doch ein Halt entdeckt. Wir ringen mit unseren Kräften. Noch ein Überhang, ein fester Tritt. Geschafft.

 

Klettern im Karwendel

Am nächsten Morgen brechen wir ins Karwendelgebirge auf. Im neuen Klettergebiet Gramai nördlich von Pertisau finden Felsbegeisterte alles, was das Kletterherz höher schlägen lässt. Nicht alle Routen sind sofort zu finden, aber sie sind ein Geheimtipp und sollten bei allen, die Ruhe und Abgeschiedenheit suchen, unbedingt auf der To-Do-Liste stehen. Wer den Zustieg über grobes Geröll geschafft hat, darf sich über traute Zweisamkeit mit seiner besten Kletterpartnerin oder seinem Lieblings-Kletterpartner freuen. Denn hierher finden auch bei schönstem Wetter bislang kaum andere. Zehn neue Mehrseillängenrouten wurden etwa zwanzig Minuten von der Gramaialm in den Karwendelstein gebohrt.

Neue Kletterrouten oberhalb der Gramai-Alm

Oberhalb der Gramai-Alm

Was für eine Szenerie. Uns erwartet eine kleine aber feine Kletterroute am Fuße des Sonnjoch (2.475 Meter) mit herrlichen Ausblicken ins Karwendelgebirge. Beim Aufstieg schweifen die Blicke hinüber zur Lamsenspitze (2.508 Meter), ein alpines Klettergebiet mit bis zu 400 Meter hohen Wänden. Auf den Rücken tragen Stefan, Martin und ich drei 55 Meter lange Doppelseile. „Hoch das Bein, die Liebe winkt“, scherzt unser Bergführer. Endlich sind wir angekommen. Auf einem versteckten Schild ist der Name der Kletterroute eingraviert:  „Paparazzi im Rücken“. Irgendwie passend, denn links davon wird gerne ein Schnappschuss nach dem anderen im Fels geschossen. Insgesamt gibt es im Klettergebiet Gramai schon zehn neue Routen.

 

In der chilligen Strandlounge in Pertisau lassen wir gemeinsam mit Stefan das Gelernte anschließend noch einmal Revue passieren. Alle sind vom Klettervirus infiziert und hätten nicht manche eine lange Abreise, wären wir noch länger oben am Fels geblieben. Blitzartig rückt die Abreise näher. Aber für ein erfrischendes Bad im smaragdgrünen Achensee mit Trinkwasserqualität bleibt noch ausreichend Zeit. Dann heißt es auch schon Abschied nehmen. „Immer fleißig dran bleiben“, treibt uns Stefan an.

Aus heiterem Himmel zieht kurz darauf plötzlich ein Gewitter auf. Regen peitscht herab, und unter dunklen Wolken schnauft die Dampflok der Achenseebahn durch das Tal. Aber selbst das wirkt irgendwie zauberhaft. Zwei Stunden später ist der Spuk schon vorbei und die Sonne lacht wieder. Einmal infiziert, lässt einem der Klettervirus vom Achensee nie wieder los.

Ach, wie gern wär ich noch eine Woche hier geblieben.

INFO

Klettern am Achensee

Empfohlener Reiseführer

Allgemein

Achensee Tourismus
Im Rathaus 387
6215 Achenkirch
Österreich

www.achensee.info

www.climbers-paradise.com/achensee

Prospekt als PDF: Kletterführer Achensee

Kletterausrüstungsverleiher

Anreise

Auto

1. Inntalautobahn A12 (Vignettenpflicht), Ausfahrt Wiesing/Achensee

2. Mautfreie Anreise über den Achenpass oder Bad Tölz.

Bahn und Bus

Mit Zug bis Bahnhof Jenbach, anschließend umsteigen auf die Achensee Dampf-Zahnradbahn (verkehrt bis zur Anlegestelle der Achenseeschifffahrt) oder weiter mit dem Linienbus. Die An- und Abreise mit dem Linienbus von Jenbach zu den Orten Achenkirch, Maurach, Pertisau, Steinberg und Wiesing ist gratis für alle Gäste, die die Reservierungsbestätigung Ihrer gebuchten Unterkunft am Achensee zeigen. Schon seit 10 Jahren können Gäste am Achensee kostenlos die Busse der Region nutzen.
www.oebb.at

www.achenseebahn.at

Kletterkurse und Bergführer 

Einführung ins Sportklettern – 2 Tage
Gebiet: In den Klettergärten der Region Achensee. Buchbar ab 2 Personen.
Preis: EUR 125,- pro Person pro Tag exkl. Kletterausrüstung und Liftkarte.
Programm: Vermitteln von Klettertechnik, Sicherungstechnik, Seil und Knotenkunde, Abseilen auf Toprope Basis, Von Nachstieg zum Vorstieg, Zwischensicherungen, Standplatzbau.

Um eine rechtzeitige vorherige Anmeldung bei Stefan Wierer wird gebeten.

Kontakt: Stefan Wierer
Staatlich geprüfter Berg- und Skiführer
Mitglied im IVBV (Internationaler Verband der Bergführer Verbände)
Mobil: +43 (0)664 1240069
stefan.wierer@gmail.com