Archiv der Kategorie: Allgemein

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Radurlaub an der Ruhr bietet Naturgenuss pur

Wie ein grünes Band verbindet die Ruhr die Gebirgsregion des Sauerlands mit den aufregenden Metropolen im Pott. Statt rauchenden Schloten wird allerhand Natur geboten: Auf über 230 Kilometern gibt es auf dem Ruhrtalradweg nicht nur Industriegeschichte an vielen Ecken, sondern auch herrliche Seen und eine faszinierende Vogelwelt zu entdecken. Weiterlesen

Ruhrtalradweg begins here: Beim Start in WinterbergVon der Quelle bis zum Rhein
Die Ruhr ist sicher eines der abwechslungsreichsten Flüsse Deutschlands. Sie bietet Natur pur und zahlreiche Stauseen, aber auch kleine stillgelegte Zechen und spannende Industriekultur zu besichtigen. Mit einer überaus sympathischen Radlergruppe bin ich den Ruhrtalradweg von der Quelle bis zur Rheinmündung gefahren!

Mit internationaler Fahrradkarte erreiche ich am Abend Winterberg im Sauerland. Bei einer köstlichen Ofenkartoffel besprechen wir in Bennys Kartoffelkiste Details unserer viertägigen Tour durchs Ruhrtal. Nicht weniger als 232 Streckenkilometer, 543 Meter Aufstieg und 1158 Meter Abstieg stehen bevor. Lecker und gesund gestärkt, peilen wir das Nachtquartier an.

Nach wenigen Höhenmetern erreichen wir am nächsten Tag die Ruhrquelle. Herrlich im Grünen gelegen, wie der Großteil des Radwegs bis zur Rheinmündung. Hier  ein kleines Bächlein, ist die 218 Kilometer lange Ruhr erst ab Fröndenberg schiffbar. Bis dahin ist es noch ein weiter Weg. Melanie von „Simply out Tours“ begleitet uns dabei mit allerhand Wissenswertem über das Ruhrtal und seine Geschichte. Munter radeln wir das Ruhrtal Richtung Arnsberg, unserem ersten Etappenziel, hinab. Die zunächst noch recht frostige Witterung macht Hoffnung auf mehr Sonne. Allerdings ist dadurch auch so mancher Gegenanstieg leichter. Bei Meschede wechseln wir die Ruhrseite und machen einen Abstecher nach Wehrstapel.

Gastlichkeit hat einen Namen: Hier empfängt uns das Restaurant St Wendelin mit heißer Spargelsuppe und einer Brotzeit. Als Abschluss wähle ich das Zipfelmützchen, heißer Zwetschgenschnaps und Likör mit Sahne. So´n usseliges Wetta, sagt man im Ruhrgebiet. Köstlich von innen gewärmt, fallen die letzten Kilometer bis Arnsberg dennoch nicht schwer.

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Das Kettenschmiedemuseum in Fröndenberg

Am nächsten Morgen brechen wir wieder zu einer etwa 70 km langen Etappe auf. Mittags machen wir in Fröndenberg am einzigen Kettenschmiedemuseum Deutschlands Rast. Bei sprühenden Funken und klirrenden Schmiedehämmern lässt sich hier Industriegeschichte mit allen Sinnen  erleben. Manchmal springt der Funken auch auf andere Art über, denn heute ist die Kettenschmiede auch eine Heiratsschmiede.

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Blässhuhn und Kormoran: Vogelwelt an der Ruhr

Besonders lieblich wird der Ruhrtalradweg bei Herdecke am Hengsteysee und Harkortsee. Gleich hinter Herdecke verzaubert das imposante Ruhrtalviadukt, das den Beginn des Harkortsees markiert. Hier erwartet den Ruhrtalradler eine außergewöhnliche Vielfalt an Wasser- und Sumpfvogelarten. Blässhuhn, Haubentaucher, ja sogar Kormoran und Eisvogel fühlen sich hier heimisch.

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Fahrradfähre bei der Burgruine Hardenstein

Bei der Burgruine Hardenstein hat man das Vergnügen, die Ruhrseite mit der Fähre zu wechseln. Ende des 19. Jahrhunderts verkehrte an dieser Stelle ein Ruderboot. Heute nimmt die Fähre Radfahrer und Spaziergänger an Bord. Am anderen Ufer lädt das Schleusenwärterhäuschen mit Biergarten zur Rast ein. Hier erfrischt ein kühles Pils aus der Bochumer Privatbrauerei Moritz Fige die Radler.

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Viel Grün rundum die stillgelegte Henrichshütte.

So lecker verwöhnt, fällt die Weiterfahrt in die schöne Altstadt von Hattingen leicht. Highlights sind das Bügeleisenhaus und die St Georgskirche mit schiefem Kirchturm. Ausgezeichnete Eiscafés laden zur Rast. Am Stadtrand kann die in den 80ern stillgelegte Henrichshütte besichtigt werden. Hier wird Industriegeschichte für Groß und Klein verständlich erklärt, zudem lockt ein gigantischer Ausblick.

 

Unser abendliches Ziel lautet Essen, wo wir den Abend nach einer anstrengenden Etappe in der Rüttenscheider Hausbrauerei ausklingen lassen. Wir genießen unfiltriertes Kellerbier im gemütlichen, rustikalen Ambiente. Zwei gebürtige Iraner haben die einzige Hausbrauerei in Essen übernommen und führen diese schöne Tradition fort.

Tags drauf steht der letzte Tag der Tour an. Vorbei an Baldeneysee und Villa Hügel erleben wir noch einmal eine schöne Fahrt ins Grüne. Am Aquarius Wassermuseum in Mülheim an der Ruhr erfahren wir, welche Bedeutung das Wasser nicht nur an der Ruhr hat.

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An der Rheinorange ist das Ziel der Tour erreicht.

An der Rheinorange, einer orangenen Steele, mündet die Ruhr in den Rhein und in der Ruhrmetropole Duisburg endet unsere Tour. Wer sich etwas Wellness gönnt, radelt weiter Richtung Dinslaken und schließt die Tour in der Niederrhein-Therme ab.  Entspannt im Solebecken, beim Erlebnis-Aufguss in der Kelosauna oder beim Sonnenbad lässt sich hier die aufregende Tour Revue passieren.

 

INFO

Allgemein
Ruhrtalradweg
www.ruhrtalradweg.de

Organisierte Touren
Simply Out Tours
www.simply-out-tours.de

Daten & Fakten
Start: Winterberg (Sauerland)
Ziel: Duisburg
Schwierigkeit:   mittel
Strecke: 232 km
Aufstieg: 543 m
Abstieg: 1158 m
Tiefster Punkt: 23 m
Höchster Punt: 694 m
Dauer: 3-4 Tage

An- und Abreise
Internationale Züge bis Dortmund, Umstieg auf RE 57 nach Winterberg.
An verkehrsreichen Tagen verkehren zusätzlich Busse mit Fahrradanhängern zwischen Dortmund und Winterberg. Abreise von Duisburg ebenfalls mit IC oder City Night Line mit Fahrradmitnahme (reservierungspflichtig) möglich.
www.bahn.de

Unterkunft
Alle Betriebe entlang des Ruhrtalradwegs sind vom ADFC Bett+Bike zertifiziert

Entdecken

Henrichshütte Hattingen
www.route-industriekultur.ruhr/ankerpunkte/henrichshuette.html
Ruhrtalradweg-Kurzfilm
www.ruhr-tourismus.de/radrevierruhr/ruhrtalradweg.html

Einkehren

Bennys Kartoffelkiste, Winterberg
www.bennys-kartoffelkiste.de

Restaurant St Wendelin, Meschede-Wehrstapel
www.restaurant-sanktwendelin.de

Rüttenscheider Hausbrauerei, Essen
www.ruettenscheider-hausbrauerei.de

Entspannen

Niederrhein-Therme
www.niederrhein-therme.de

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Mit der Bahn auf die Bretter (1): Zügig nach Davos

Ist zuhause mal nix los, fahr´n wir zügig nach Davos. Im Klassiker des alpinen Skilaufs der Schweiz ist dieses Motto wörtlich zu nehmen. Schon vor über 80 Jahren wurde eine Standseilbahn auf den Hausberg Parsenn errichtet, die noch heute die spektakuläre Bergwelt erschliesst. Man steigt am Weissfluhjoch (2.662 m) aus, schnallt die Ski und ist fast am Gipfel. Weiterlesen

Schon allein durch das Wort Davos werden Bilder tief verschneiter Pisten wach. Die Parsenn ist die Wiege des Skisports in der Schweiz. 1895 verirrten sich vier englische Touristen mit ihren Skiern unterwegs nach Arosa und landeten in Küblis. Einheimische wiederholten ein Jahr später die Abfahrt von der Weissfluh nach Küblis: Die legendäre Skiabfahrt, eine der längsten der Schweiz, die noch heute viele lockt, war entdeckt. Die Bahnlinie ins Prättigau ist sogar noch ein paar Jahre älter, schon 1890 fuhr sie von Landquart über Küblis nach Davos.

Foto: RhB

Rhätische Bahn im Prättigau Foto: RhB

Die Reise über Landquart nach Davos führt auch heute über Küblis. Ein Blick aus dem Auto oder Zugfenster offenbart , ob Frau Holle schon Schnee ins Tal brachte, oder ob der Winter bisher nur in den Bergen Einzug hielt. Liegt der Schnee schon bei der Anfahrt an den Gleisen, ist die legendäre Parsenn-Abfahrt von der Weißfluh nach Küblis vielleicht schon möglich. Im aktuellen Pistenplan ist sie mit der Nummer 56 eingetragen.

 

Im oberen Abschnitt der legendären Parsenn (Foto: Heilmann)

Im oberen Abschnitt der legendären Parsenn

Die wichtigsten Daten zur Parsenn-Abfahrt: Über 2.000 Höhenmeter, 12 Pistenkilometer, Start auf 2.843 Metern auf dem Weißfluhgipfel im Skigebiet Parsenn, Ziel in Küblis auf 814 Metern. 2011 wurde die Legende nach vielen Jahren das erste Mal wieder präpariert. Die Rückfahrt von Küblis nach Davos ist in Wintersportbekleidung mit Skipass in der Rhätischen Bahn gratis.

 

Wer zur Vor- oder Nachsaison nach Davos-Klosters reist, muss zwar meist auf das Highlight der Parsenn-Abfahrt verzichten, kommt aber in den Genuss vergünstigter Skipässen oder sogar von Gratis-Skipässen für Hotelgäste. Das Klischee, dass die Schweiz generell teurer ist, stimmt nicht immer. Für 44 CHF darf ich um halbzwölf ins Skigebiet Parsenn einsteigen. Um diese Zeit wäre es am Arlberg sogar teurer, und die Standseilbahn fährt unheimlich zügig ins weisse Glück. Kaum zu glauben, dass die Wurzeln der Bahn in den 30er Jahren liegen.

Oberer Abschnitt der Parsennbahn (Foto: Heilmann)

Oberer Abschnitt der Parsennbahn (Foto: Heilmann)

Die neue Parsennbahn ist außerordentlich flink. An der Mittelstation am Höhenweg startet die 2. Sektion der Bahn, welche sich der Piste entlang aufs Weissfluhjoch schlängelt. Wer sich die rote Piste 4 hinabschwingt, hat an der Mittelstation die Wahl, in den Sessellift „Rapid“ oder in die Bahn einzusteigen. Spannend ist, dass die Bahn bei gleichzeitigem Start den Lift sogar überholt.

 

Bergrestaurants sorgen für das leibliche Wohl und laden zum Sonnentanken auf den Terrassen ein. Wer es etwas sparsamer haben möchte: Sich an der Piste selbst zu verpflegen, ist nirgendwo schöner, als am Skilift Hauptertäli auf Parsenn, wo sich auf klappbaren Bänken das ganze Alpenpanorama der Bündner Alpen wie auf einer Leinwand präsentiert.

Das Skigebiet Parsenn ist von Davos und Klosters aus zugänglich und ist das grösste der fünf Skigebiete in Davos Klosters, zu denen zudem Madrisa, Pischa, Jakobshorn und Rinerhorn zählen. Seine breiten, langläufigen Pisten machen Parsenn neben Carvern auch bei Snowboardern sehr beliebt, die gerne kleine Schanzen errichten und in der Schneebar Totalp chillen. Ein Geheimtipp ist der Morning Flow Ride: Dabei besteht Anfang April die einmalige Chance, die Parsenn Abfahrt mit einem Mountainbike auf Schnee zu befahren.

INFO

Lage
Davos liegt auf 1560 m ü.M. im Bezirk Prättigau des Kantons Graubünden, ca. 1,5 Stunden mit dem Auto von Zürich entfernt. Ausgezeichneter Bahnanschluss mit Bernina Express, Glacier Express und Regionalzügen der Rhätischen Bahn.

Saison
20.11.2015- 10.04.2016

Skigebiet Davos-Klosters
(gesamt / Parsenn)

Höhenlage: 810-2.844 m
Saison: 20.11.2015- 10.04.2016
Pistenkilometer: 320 (102)

Mit der kostenlosen App von Davos Klosters ist man immer schnell informiert, welche Anlagen und Pisten gerade geöffnet sind.

www.davos.ch

Events

Morning Flow Ride
Parsenn-Abfahrt mit dem MTB, 5. Edition
Sa, 02.04.2016
www.morningflowride.ch

Adressen
Destination Davos Klosters
Telefon +41 (0)81 415 21 21
E-Mail: info@davos.ch
www.davos.ch

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Wanderlust an der Costa Dorada

Ein Urlaub an der Costa Dorada, der Goldküste Kataloniens, ist ohne die goldenen Berge im Hinterland nicht komplett. Beim Wandern längs Weingärten,  im Kloster oder beim Klettern, unter Steineichen und in der Serra del Montsant entdeckt man erst die ganze Vielfalt und Schönheit der Region. Ein organisiertes Wanderprogramm macht das Ganze unvergesslich.
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Costa Daurada - Tarragona 005 -® Tarragona Turisme

Antikes Weltkulturerbe vor blauem Meer: Tarragona

Ein schöner Auftakt zum Wandern an der Costa Dorada ist Tarragona. Die antike Stadt mit Weltkulturerbe hat nicht nur ausgezeichnete Restaurants mit viel Flair, sondern auch eine Rambla mit Balkon. Am Ende der Flaniermeile hat man eine großartige Aussicht auf das Meer. Lohnenswert ist auch ein Spaziergang entlang der Stadtmauern und über den Archäologischen Spazierweg.

 

Am Morgen darauf empfängt uns schon der Krauland Wanderbus, um mit uns die herrlichen Berge im Hinterland der Costa Daurada zu entdecken. „Ich hoffe, ihr habt´s alle Steigeisen und genug Seil dabei“, scherzt Wanderführer Gregor, als sich „Montblanc“ Wegweiser verdichten. Aber das gleichnamige Städtchen ist nicht ganz so alpin und liegt nur wenige Kilometer von Poblet, dem Ausgangspunkt unserer heutigen Wanderung, entfernt.

Mirador de la Pena bei Poblet

Mirador de la Pena: Fantastische Aussicht bei Poblet

Aussichtsloge mit Picknick
Gleicht hinter Poblet steigen wir in unsere erste Bergwanderung ein. Durch einen grandiosen Steineichenwald wandern wir bei herrlichem Herbstwetter aufwärts zum Mirador de la Pena auf 950 Metern Meereshöhe. Hier empfängt uns ein atemberaubender Rundblick in die weite Landschaft der Costa Daurada und ein Picknick mit Aussichtsloge.

 

Das mächtige Zisterzienserkloster Santa Maria de Poblet, 1151 gegründet und heute das größte bewohnte Zisterzienserkloster Europas, empfing uns als zweites Ausflugsziel. Seit etwa einem Jahrtausend  ist der Zisterzienserorden mit dem Weinbau verbunden. Hier wird der „Pinot Noir“ kultiviert, eine zarte und schwierige Sorte, die weiche und elegante Weine hervorbringt. Das Weingut Abadia de Poblet entstand aus dem Wunsch des Klosters heraus, die tausendjährige Weintradition wieder aufleben zu lassen. Heute werden hier edle Tropfen aus der Region verkostet, gern auch schon vor der anschließenden Klosterbesichtigung.

Santa Maria de Poblet, größtes bewohntes Zisterzienserkloster Europas

Das Zisterzienserkloster Santa Maria de Poblet

In Santa Maria de Poblet fanden einige katalanische und aragonesische Könige in kunstvollen Sarkophagen ihre letzte Ruhe. In dem schon 1991 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärten Zisterzienserkloster lohnt sich, die schönen Bögen des Kreuzganges in Augenschein zu nehmen ebenso wie das Brunnenhaus. Am Abend werden schöne gregorianische Choräle vorgetragen.

 

Zedern und Zypressen
Tiefenentspannt von gregorianischen Gesängen lasst Gregor auf der Weiterfahrt noch mal verschiedene Pflanzenarten und Tiere des Tages Revue passieren. Salbeiblättrige Zistrose, Zedern und Zypressen. Bienenfresser und Eichelhäher. Unser abendliches Ziel heißt etwas später Falset. Die noch ursprünglich erhaltene Kleinstadt im Priorat strahlt eine behagliche Ruhe aus. Durch enge Gässchen erreichen wir unser gemütliches Hotel „L´Escoleta“, das auf mehreren Etagen einer alten jüdischen Schule schöne Appartements bietet.

La Villela Baixa in der Serra del Montsant

La Vilella Baixa: Montsant für die Fototapete

Nach einem reichlichen Frühstück geht die Fahrt in unserem bequemen Wanderbus morgens weiter. Bei blauem Himmel tingeln wir in die schmucken Berge des Montsant hinein. Einen ersten Stopp legen wir mit Aussicht auf das Bergdörfchen „La Vilella Baixa“ ein, das vor den Felswänden des Montsant seine Reize entfaltet. Nur etwa 200 Einwohner leben in dem verschlafenen Ort, der sich wie ein Gemälde in die Landschaft schmiegt.

Hier sind wir bereits am Eingang der Serra del Montsant. Noch etwa acht weitere Bergdörfer  zählen  zu dem Küstengebirge, das vor allem bei Kletterern äußerst beliebt ist. Die sich hoch auftürmenden Kalkfelsen des Montsant sind ein wahres Eldorado für Sportkletterer. Weltweit bekannt ist vor allem Margalef. Hier befinden sich einige bekannte und sehr schwere Routen. Etwas weniger bekannt Cornudella de Montsant, weit bekannter dessen Teilörtchen Siurana – mit einigen der schwersten Kletterrouten der Welt wie „La Rambla“.

Wanderlust zwischen Weinreben und Wacholder

Wanderlust zwischen Weinreben und Wacholder

Wein und Wacholder
Siurana ist aber erst unser morgiges Ziel, heute begnügen wir uns mit einer spätsommerlichen Wanderung, die weder Seil noch sonstige Sicherungen erfordert. Herrlich, zwischen bunt gefärbten Weinreben und Wacholderbüschen zu wandern und die Aussicht auf die Felsmassive des Montsant zu genießen. Von Ulldemolins nach Sant Bartomeu führt die von Gregor ausgewählte Tour.

Zum ersten Mal werden die Beine etwas schwer, die Sonne brennt und der Durst meldet sich. Zuerst mal ein Bier. Hervorragende Weine lassen den späteren Nachmittag in der benachbarten Weinregion Priorat äußerst lustig ausklingen. Entspanntes Mittagessen vom Grill im Les Figueres, anschließend eine Weinprobe in der Weinkellerei Clos Figueres. Syrah und Carbernet Sauvignon, gemischt mit den lokalen Traubensorten Garnacha und Carinena. Durchaus erschwinglich, eine Weinprobe ist ab etwa 15 Euro möglich.

 

Wacholder wächst am Wegesrand

Wacholder wächst am Wegesrand

Morgens im schunkeligen Bus nochmal Pflanzenkunde zur Auffrischung: Sternanis und Hagebutte, Immortelle und Currygewächs, Haselnuss und Bittermandel zählen wir auf, welchen wir bereits begegnet sind. Gregor ist stolz auf uns. Noch zu erwähnen ist der Wacholder, der auch im Gin sowie im wieder sehr beliebten Wermut Verwendung findet. Weiter geht die Fahrt ins schmucke Siurana.

 

Schön und spektakulär: Siurana

Auf einem beeindruckenden Felsplateau thront Siurana, ein kleines spektakuläres Bergdorf, das zu den 10 schönsten Dörfern Kataloniens zählt. Heute zählt der bei Kletterern beliebte Ort gerade mal drei Dutzend Einwohner und weit mehr Besucher, die entweder nur die Aussicht genießen oder die reizvolle Umgebung beim Wandern, Biken und Klettern erkunden.

Siurana thront auf einem Felsplateau

Siurana thront auf einem Felsplateau

Dennoch wurde Siurana (737 m ü.M.) nicht wegen des schönen Blicks in so schwindliger Höhe errichtet. Vielmehr diente die Lage zur Verteidigung, als die Christen versuchten, das Land den Mauren abzuringen. Lange galt Siurana als uneinnehmbar. Auch wer ganz einfach das Panorama und die Restaurants in Siurana genießt, hat eine Menge Spaß.

 

Nicht entgehen lassen sollte man sich die Küche im La Siuranella. Entenleber mit Mango, Gänseleberpastete, Kaviar mit luftgetrocknetem Schinken: Alles mit Liebe kunstvoll zubereitet. Vegetarier kommen bei Himbeer-Ziegenkäse, überbackenem grünen Spargel und Steinpilzen auf ihre Kosten. Dazu ein edler Tropfen Rot- oder Weisswein im urgemütlichen Gastgarten und dabei der unbezahlbare Blick in die Berge des Priorat.

Sonniger Sonntagsbrunch im La Siuranella

Sonntagsbrunch im La Siuranella

Ein Ort, den man gar nicht wieder verlassen möchte. Wer sich Hals über Kopf in das bezaubernde Bergdorf verliebt, kann im Hotel La Siuranella in einem der sechs hübschen Zimmer, welche nach Weintrauben benannt sind, vielleicht gleich ein Quartier beziehen. Es geht natürlich auch günstiger in einem nahe gelegenen Camping. Die goldene Mitte ist eine geführte Wanderwoche mit Krauland in Kooperation mit Neckermann Reisen. Das von Wolfgang Krauland geführte Familienunternehmen aus Österreich schnürt für Gruppen auch Wanderpakete nach Maß und bietet das genussvolle Wanderprogramm „Wanderlust an der Costa Dorada“ wieder ab Mitte März an (das Detailprogramm steht unter www.krauland.at zum Download bereit).

 

INFO

Allgemein

Katalonien Tourismus
http://katalonien-tourismus.de/

Fremdenverkehrsbüro des Priorat
www.turismepriorat.org/de/

Patronat de Turisme de la Diputació de Tarragona Costa Daurada
www.costadaurada.info

Krauland Reisen
Wandern mit Krauland: Katalonien – Costa Dorada

Facebook
www.facebook.com/catalunyaexperience.de/?fref=ts

App
katalonien-tourismus.de/app-katalonien-ist-aktivurlaub

Anreise

Flug
Abflughäfen für Wanderprogramm „Wanderlust an der Costa Dorada“ siehe Neckermann Reisen-Katalog Spanien Festland.

Individuelle Anreise mit Flug: Die nächstgelegenen Flughäfen sind Reus und Barcelona. Entfernung Reus-Tarragona 13,5 km, Reus-Siurana 35 km.  Barcelona-Tarragona 98,5 km, Barcelona-Siurana 147 km
Individuelle Anreise mit Bahn: Bahnhof Marsa-Falset, ca. 2 Std. Fahrtzeit ab Barcelona

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Glückselige Fasnet in Oberschwaben

Nach Bad Waldsee kann man auch zur Kur fahren. Oder aber zur Fasnet. Letztendlich ist Oberschwaben zur närrischen Zeit doch einfach am schönsten. Nach fünf Tagen kann man erstaunliche Parallelen in der gesundheitsfördernden Wirkung feststellen. Weiterlesen

Manche kommen immer wieder. Einfach nur zum Fasnet feiern, die es im Norden Baden-Württembergs gar nicht so richtig gibt. Hier dafür umso mehr. Oft beginnt die hohe Phase der Fasnet schon eine Woche vor Aschermittwoch. In den „Gompigen Donstig“ wird wild hineingefeiert. In Bald Waldsee wird dabei der „Schrättelestanz“ auf dem Marktplatz aufgeführt. Dabei dreht es sich um einen symbolischen Kampf zwischen den Wintermächten, den Schrättele, und dem Frühling, vertreten durch die Weißnarren (Faselhannes und Narros).

Guggamusig spielt auf

Nach dem Schrättelestanz auf dem eiskalten mitternächtlichen Marktplatz gibt es in der Gaststätte „Grüner Baum“ kein vor und zurück mehr, Guggamusigen spielen auf, das Bier fließt und es wird wild auf den Tischen getanzt. Wozu Sauna, wenn man es doch auch in einer dichtgedrängten Kneipe schön heiß haben kann und man noch dazu im Auf und Ab der Menschenmenge durchgeknetet wird? „Narra-hi, Narra-her, richtet ebbes z´saufet her!“

Brezeln, Würstle und Landjäger für die Kinder beim "Wächsebrauch"

Brezeln & Landjäger für die Kinder beim „Wächsebrauch“

Sorgen sind schnell vergessen. Die schwäbische Fasnet macht glückselig, weil die weltlichen Mächte für ein paar Tage wirklich nichts zu sagen haben und echte Narrenfreiheit herrscht. So werden nicht nur der Bürgermeister und der Gemeinderat, sondern konsequenterweise auch die lästigen Schulleiter und sonstigen Amtsleiter (Amtsrichter, Bankenchefs) abgesetzt.

 

 Fasnet mit Aha-Erlebnis

Am „Gompigen“ Donnerstag findet dann in Bad Waldsee schon ein großer Umzug statt. Der Fasnetsruf „Aha! schallt die Straße auf und ab, wenn sich die Federle, Schrättele, Faselhannes, Narro, Schorrenweible und Werners Esel zum Narrensprung versammeln. Beliebt ist auch der Wächsebrauch: Dabei versammeln sich die Kinder vor dem Haus Albrecht, um neben „Gutsla“ auch Würste und Wecken zu fangen. Dieser Brauch geht auf den Wachszieher Alois Albrecht, der mit übergroßen Köpfen, genannt „Wächseköpfe“, in den Giebelfenstern seines Hauses erschien und den Kindern Wurst, Wecken, Äpfel oder Süßigkeiten zuwarf.

Ebenso ausgelassen wird die Fasnet in Bad Saulgau gefeiert. Wer die Fasnet so richtig nach Tradition feiern will, trifft sich zum „Sauschwanzessen“ (der Sauschwanz ist eine Spezialität von hier) und zieht anschließend im Fasnetshäs durch die Bad Saulgauer Lokale. Spät in der Nacht treffen sich dann meist alle auf der großen Fasnetsparty im Hotel Kleber Post.

Guggamusigen spielen auf den Umzügen, in Lokalen und Geschäften auf.

Guggamusig spielt auch in Lokalen und Geschäften auf.

Nach einer Nacht mit viel Tanz und Polonese skandieren wir am Tag drauf in Weingarten „Breisgau Ofaloch!“, den traditionellen Fasnets-Schlachtruf der Stadt. Dabei wird es uns trotz dichter Nebelglocke auch schnell warm. In jedem Ort sind die Sprüchle verschieden. „Doraus, detnaus, bei der alte Linda naus“, heißt es in Bad Saulgau, „Aha“ in Bad Waldsee. Die Vielfalt und die Gaudi sind enorm.

 

Fazit: Die oberschwäbische Fasnet macht alle gesund, denn Lachen hält gesund, heiß wird einem auch, und wer je mal ins Frieren kommt, findet in den Thermen in Bad Waldsee oder Bad Saulgau den Ausgleich zum vielen Schunkeln und „Viertele schlotza“.

Zu den schönsten Fasnets-Versen zählen übrigens die folgenden: Horig, horig, horig isch dia Katz, und wenn die Katz nit horig isch, no fängt sie koine Mäuse nicht! Sara, Sara, Pfanna hot a Loch! d´Knöpfla sind verfahra, d´Suppa hommr doch. Herrlich isch dia Fasenacht, weil mei Muttr Kiachla bacht,wenn se aber koine bacht, no pfeif i auf die Fasenacht!

 INFO

Oberschwaben Tourismus GmbH
www.oberschwaben-tourismus.de

Ausflugsziele und Events in Oberschwaben
www.oberschwaben-tipps.de

 

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Wagrain: Wallrides, Wurzeln, waghalsige Jumps

Wo sich knifflige Wurzelpassagen mit bis zu 4,50 Meter hohen Wallrides abwechseln: Im Bikepark Wagrain lockt ein cooler Streckenmix aus einer flowigen Hauptline und zahlreichen liebevoll angelegten Obstacles wie Jumps, Tabletops und Steilkurven, welcher sich durch seine Vielseitigkeit sowohl für Anfänger als auch für Fortgeschrittene eignet. Nicht umsonst zählt der Park spätestens seit dem Ausbau im Sommer zu Europas besten Bikeparks. Weiterlesen

_wagrain_heilmann_imArtikel3Es ist Mitte September. Dichtes Gedränge vor den Schulen und das zugesperrte Freibad sind ein untrügliches Zeichen dafür, dass die Sommerferien endgültig vorbei sind. Erst gestern war Schulbeginn. Aber statt die Schulbank zu drücken, darf ich noch einmal ins Grüne ausrücken. Wagrain heißt mein Ziel, dass erst im Sommer seinen Bikepark ausgebaut hat und mich nun zu ein paar Tagen Bike-Spaß einlädt.

Mit dem Mountainbike im schönen Wagrain im Pongau im Salzburger Land bin ich Mitte September schon etwas spät dran. Die Hauptsaison geht von Anfang Juli bis Anfang September, also zu den Schulferien in Österreich. In dieser Zeit ist der Bikepark täglich geöffnet, in der Nebensaison meist nur Dienstags, Donnerstags, Samstags und Sonntags. Aber Wagrain und das Kleinarltal haben nicht nur den Bikepark zu bieten, sondern mehr.

_wagrain_heilmann_imArtikel4Für Liebhaber von Bergromantik, die neben rasanten Abfahrten auch urige Gastgärten und Gebirgsseen lieben, haben Wagrain und das Kleinarltal ebenso etwas zu bieten. An der Talstation des Flying Mozart treffe ich mich Mittwochs mit Bikeguide Daniel Müller von Bike World , welcher mich auf eine Tour begleitet. Zunächst strampeln wir zur Mittelstation der Seilbahn hinauf, wo wir in die MTB-Tour Baierwaldstraße einsteigen.

Abstecher zum Jägersee

Weil ich ja den ganzen Tag Zeit habe und wir sowieso ins Kleinarltal fahren, entschließe ich mich spontan, die Tour zum Jägersee im hinteren Tal zu verlängern. Hier wartet das gleichnamige Gasthaus die durstigen Wanderer und Radler, welches mit Blick auf die vorbeiziehenden Schwäne im kristallgrünen Gebirgssee hausgemachte Schmankerl sowie heimischen Fisch und Wildspezialitäten bietet. Natürlich auch ein frischgezapftes Paulaner oder Stiegl.

Verlockend wäre es nach der Rast am Gasthaus Jägersee auch, den idyllischen See mit dem Rad zu umrunden oder hier noch tiefer ins Gebirge vorzudringen, aber dieses Vergnügen ist Wanderern vorbehalten. So ist es in Wagrain und im Kleinarltal zumeist geregelt – klare Bereiche für Wanderer und Biker. Doch dafür darf ich mich ja morgen im Bikepark austoben.

_wagrain_heilmann_imArtikel6An der Seilbahn Flying Mozart erwartet Biker eines der besten Bikeparks Europas. Im Bikepark Wagrain gilt auch die Gravity Card, welche in vielen Bikeparks Europas gültig ist: In Leogang, Saalbach-Hinterglemm, Semmering, Planai, Winterberg, Lenzerheide, Serfaus-Fiss-Ladis, Bikepark Tirol Steinach am Brenner, Geißkopf in Bischofsmais, Spicak in Tschechien und in der Bike World Jasná in Liptovský Mikuláš in der Slowakei.

Bikepark fast verdoppelt

Naturbelassen: Das klingt nicht nur beim Bier und beim Bio-Saft gut, sondern auch wenn ein Singletrail ebenso gestaltet ist. Der neue Trail „Hard Rock“ mit Start direkt an der Bergstation Flying Mozart wurde erst Ende Juni eröffnet und führt auf über 3,7 Kilometer talwärts. Dieser Track wird nicht nur durch die Länge eher für geübte Freerider klassifiziert (rot/schwarz), sondern auch durch die vielen Wurzelpassagen. Durch die Eröffnung dieses neuen Trails hat sich die Größe des Bikeparks Wagrain diesen Sommer nahezu verdoppelt.

_wagrain_heilmann_imArtikel2Der Bikepark Wagrain bietet Anfängern und Fortgeschrittenen einen coolen Mix an Trails, Jumps, Tables und unzähligen Steilkurven. Diverse Hindernisse zweigen immer wieder von einer flowigen Hauptline ab, die sich auch für Anfänger und Familien gut eignet. Bike Guide Daniel von Bike World zeigt genau, wo der Haupttrail On Air langführt und wo die Spezialstrecken abzweigen.

 

Für die Downhill Garde wird Angry Ants & Memories empfohlen. Lillys Treat ist spielerisch wie ein Singletrail angelegt und das perfekte Kurventrainingsgelände. Northshore Experten müssen RnB Fans sein – aber Achtung: Hier kann der Abstieg auch „schmutzig“ ausgehen. Als Highlight gilt Symphony mit ihren vielen Höhen & Tiefen.Ob die einzelnen Strecken geöffnet sind, ist an einer Tafel an der Talstation der Flying Mozart Seilbahn zu sehen.

Nach ein paar Stunden ist das Bike-Vergnügen für mich im Bikepark Wagrain auch schon zu Ende. Ein klasse Einstieg ins Downhill-Biken, der dank Schutzausrüstung und Sicherheitseinweisung auch für mich als Bikepark-Neuling nicht mit großen Gefahren verbunden war. Rauf geht es blitzschnell mit der Flying Mozart, aber ins Schwitzen komme ich trotzdem. „Hängt auch mit dem Angstschweiß zusammen“, scherzt Daniel von Bike World , der einige gewagte Jumps vorführt, aber dennoch immer auf die Sicherheit im Bikepark achtet.

Fazit: Super gepflegt und sehr abwechslungsreich. Der Bikepark Wagrain schließt Ende September, sollte aber unbedingt für die nächste Saison 2016 vorgemerkt werden!

 INFO

Allgemein
Wagrain-Kleinarl Tourismus
Markt 14
5602 Wagrain-Kleinarl
www.wagrain-kleinarl.at

Anreise
Mit der Bahn bis Bahnhof St Johann im Pongau (8,5 km von Wagrain).

Mit dem Auto über die Tauernautobahn A10 aus Richtung Salzburg oder Villach. Autobahnausfahrt 66 „Flachau“. 10 km Bundesstrasse nach Wagrain-Kleinarl.

Bikepark Wagrain
Der Bikepark Wagrain befindet sich an der Seilbahn Flying Mozart (Ortsteil Kirchboden)
www.bikewagrain.com

Fachgeschäft, Verleih, MTB-Guides
Bike World (an der Talstation der Seilbahn Flying Mozart)
Verleih hochwertiger Markenräder von Giant und Bergamont
Mo & Mi zur Hauptsaison Schnuppertrainings im Bikepark
www.bike-world.at

Übernachten
Alpina Aktiv & Family Hotel, Wagrain-Kirchboden
www.hotelalpina.at
Sporthotel Wagrain
www.sporthotel.at

 

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Pitztal Bike: Bike & Bus mit viel Naturgenuss

Teils schon ein Klassiker bei Transalp Alpenüberquerungen, teils noch ein echter Geheimtipp: Das Pitztal bietet Mountainbikern sowohl entspannte Touren als auch echte Wadenbeisser. Der Pitztal Bike Trail schlängelt sich im Auf und Ab durch das gesamte Tal, hier und da zweigen aussichtsreiche Touren zu Almen hoch über dem Tal ab und der bequeme Bike-Transport mit dem Bus ist die ideale Ergänzung. Bike-Guide Franz ist hier mit Stock und Stein per Du. Weiterlesen

Bike-Guide Franz kennt Stock und Stein

Bike-Guide Franz kennt Stock und Stein

Im Pitztal gibt es kein schlechtes Wetter. Nur unangepasste Kleidung. Bei meiner Ankunft am Arzler Hof gießt es in Strömen. Bike-Guide Franz erwartet mich schon mit Regenjacke, Regenhose, Neopren-Überschuhen und natürlich mit Regenschutz über dem Rucksack. Wir trinken einen Kaffee und besprechen die Route. Auf die Venet Alm soll es gehen, einem Rastpunkt vieler Transalp-Etappen auf knapp 2000 Metern. Nur nicht gleich einknicken: Genau so stelle ich mir professionelles MTB Guiding vor. Gut 1200 Höhenmeter sind von Arzl am Eingang des Pitztals bis auf die Venet Alm zu bewältigen. Die ersten Serpentinen hinaufgestrampelt sticht schon die Sonne unter den Wolken hervor. Und strahlender Sonnenschein wäre ja heut auch gar nicht so fein.

 

 

Hochaster Alm

Hochaster Alm

Kurven und Käsknödel
Die frische Luft ist eine Wohltat auf dem teils steilen und kräftezehrenden Anstieg. Eine Rast auf der Hochaster Alm weckt Kräfte für die letzten Höhenmeter. Belohnt werden die Mühen auf der Venetalm. Nicht allein wegen der Käsknödel. Hier hat man bei schönem Wetter einen Rundblick von den Lechtaler Alpen über Zugspitze, Karwendel und Stubaier Alpen bis hin zu den Ötztaler Alpen.

94 Meter hoch: Benni Raich Brücke

94 Meter hoch: Benni Raich Brücke

Traditionelle Transalp
Eine Handvoll Transalp Fahrer mit großen Rucksäcken macht heute ebenso Rast auf der Venetalm.Bike-Guide Franz gefällt´s, und er erklärt, dass die Route über den Fernpass und durchs vordere Pitztal weiter bis zum Gardasee eine der direktesten Möglichkeiten der Alpenüberquerung ist. Sogleich heckt er auch eine schöne Runde für die Heimkehr aus. Über Wenns und Leins strampeln wir nach einer rasanten Talfahrt noch einige Höhenmeter auf der anderen Talseite hinauf und erreichen die 94 Meter hohe Benni-Raich-Brücke, unter welcher sich die gewaltige Schlucht der Pitzenklamm auftut. Hier kann man bei schönem Wetter Bungee-Jumpern zuschauen, oder selbst den Sprung in die Tiefe wagen.

 

Vorderes Pitztal und Eingang hinteres Pitztal

Vorderes Pitztal und Eingang hinteres Pitztal

Wo einst der Inn floss
Eine geologische Besonderheit des Pitztals ist besonders schön von der Venet Alm zu beobachten, nämlich die Zweiteilung des Tals in das weite vordere Pitztal und das eng zur Seite zulaufende hintere Pitztal. „Bis zur Eiszeit war das vordere Pitztal ein Teil des Inntals, der Inn floss über die heutige Piller Höhe weiter. Erst nach der Eiszeit fand der Inn bei Landeck sein neues Flussbett“, erklärt Franz.

Während das vordere Pitztal heute von vielen Transalp Fahrern in Richtung Serfaus und Reschenpass durchquert wird, bleibt der noch ruhigere hintere Teil Urlaubern im Pitztal vorbehalten, die einfach nur die Natur genießen oder die eine oder andere Alm mit dem Bike erklimmen möchten. Dank einer perfekten Organisation samt einem Wanderbus mit einfacher Bike-Mitnahme sind die Voraussetzungen dafür perfekt.

Flowige Passage auf dem Pitztal Bike Trail

Flowige Passage auf dem Pitztal Bike Trail

Die Pitztal Bike Route
Die „Pitztal Bike Route“ wird in der Regel mit Start am Bahnhof Imst/Pitztal bis nach Mittelberg beschrieben. Wesentlich einfacher ist die Strecke in umgekehrter Richtung ab Mittelberg. Und dank der Bikemitnahme mit dem talweiten Wanderbus, welcher mit dem Pitztaler Umweltticket (zum Preis von 5 EUR beim Gastgeber erhältlich) während des gesamten Aufenthalts genutzt werden kann, ist das auch kinderleicht.

Der Bus nimmt das Bike auf dem Heckträger oder dem Fahrradanhänger bis ins hintere Pitztal Huckepack, wo Gäste beim Ausstieg ein herrliches Alpenpanorama und auf der „Pitztal Bike Route“ auch einige flowige Trails hinab ins Pitztal erwarten. Insgesamt ist die „Pitztal Bike Route“ 42 Kilometer lang und führt von Mittelberg weitgehend bergab, ist aber auch mit Gegenanstiegen gespickt.  Der Anstieg durch den Matzlewald kurz vor Jerzens wird mit einem sehr schönen Ausblick in das gesamte vordere Pitztal belohnt – eine lohnenswerte „Schikane“.

Nach dem steilen Anstieg zur Arzler Alm sind die Käsknödl verdient.

Steiler Anstieg zur Arzler Alm: Käsknödl sind verdient

Abstecher zu den Almen
Öfters zweigen von der „Pitztal Bike Route“ gekennzeichnete Mountainbikerouten zu idyllischen Almen ab. Wer wissen möchte, was ihn dabei erwartet und ob er den Aufstieg wagen soll, findet am Einstieg Hinweisschilder mit Länge, Höhenunterschied und Fahrzeit vor, sodass gar nicht erst das Smartphone gezückt werden muss. Besonders reizvoll ist ein Abstecher zur Arzler Alm (1.875 m).

Dabei sind zwar „nur“ 495 Höhenmeter zu überwinden, bei einer durchschnittlichen Steigung von 13 Prozent ist der Aufstieg aber dennoch ganz schön „zach“, also schweißtreibend. Nach einer sehr leckeren Käsknödelsuppe kann das Abenteuer schnurlos als Bike & Hike fortgesetzt werden: Von der Alm weiter bis zum Wegweiser Rappenkopf (ca. 2.000m) biken und dann zu Fuß auf den Rappenkopf-Gipfel (2.320m). Oder die sogenannte „Almentour“ fahren und noch auf die Tiefental Alm (1.880 m). Kenner schätzen hier den besten Kaiserschmarren.

Bike-Waschplatz im Arzler Hof

Bike-Waschplatz im Arzler Hof

Qualifizierte Unterkünfte
Eine qualifizierte Rad- und Bike-Unterkunft zu finden, ist manchmal schwer. Leichter hat man es dagegen in Tirol, wo es fixe Qualitätskriterien für solche Unterkünfte gibt: Sportlerfrühstück, absperrbarer Fahrradraum, Info-Ecke mit Tourenbeschreibungen, Tourentipps auf der Webseite, Waschplatz, Liste mit Bikeschulen & MTB Guides etc.

 

Ein Geheimtipp ist der Arzler Hof, welcher seinen Gästen geführte Mountainbiketouren mit ausgezeichneten Guides sowie einen Anhänger für bis zu 15 Bikes bietet. Die Gastgeber Andrea und Franz Staggl sind selbst leidenschaftliche Wanderer und Radfahrer. Zudem befindet sich die Haltestelle des Busses mit der Fahrradmitnahme direkt vor dem Hotel, sodass das Radl jederzeit Huckepack ins hintere Tal mitgenommen werden kann.

Herrliche Wasserfälle erfrischen im Pitztal

Herrliche Wasserfälle im Pitztal

Abwechslungsreiches Terrain
Insgesamt gibt es im Pitztal 95 Kilometer ausgewiesener MTB-Strecken aller Schwierigkeitsgrade, darunter manche leichte, aber auch solche mit Stufen und Wurzelpassagen. Schotterwege überwiegen, doch auch einzelne flowige Trails sind vorzufinden. Die Mischung macht´s, und an steilen Steigungen zu manchen Almen finden auch sportlich ambitionierte Biker ihre Herausforderung. Erfrischung an heißen Tagen versprechen zahlreiche Gebirgsbäche, Seen und Wasserfälle. Leichten Überblick erhalten Mountainbiker auf der interaktiven Karte maps.pitztal.com. Dort sind etliche Touren mit Streckenbeschreibungen verzeichnet, GPX-Daten stehen zum Download bereit.

 

INFO

Anreise
Umweltfreundliche Anreise mit der Bahn bis Bahnhof Imst-Pitztal
Gratis-Transfer vom Bahnhof zur Unterkunft (Gastgeber stellt Gutschein aus)

Beste Reisezeit
Juni – September

Geführte Bike-Touren
Di & Mi geführte Mountainbike-Touren vom Tourismusverband
(bis 22.09.2015, siehe Aktiv-Kalender Pitztal)

Geführte Mountainbiketouren bietet auch der Arzler Hof für seine Gäste an.

Touren-Tipps
Übersicht
maps.pitztal.com/

Pitztal Bike Trail
Start: Imst (alternativ Wanderbus bis Mittelberg/Mandarfen und Biketour talauswärts)
Ziel: Mittelberg/Mandarfen (alternativ Arzl oder Imst)
Länge: 42 km Höhenmeter: 1444 (taleinwärts)
www.mountainbikers-paradise.com/track/pitztal/pitztal

Arzler Alm
Start und Ziel: Scheibe Länge: 7,9 km Höhenmeter: 500
www.mountainbikers-paradise.com/track/pitztal/arzleralm_pitztal

Qualifizierte Rad- und Bike-Unterkünfte
Arzler Hof, Ostersteinstraße 15, 6471 Arzl
www.arzlerhof.at

s´Waldhaus, Plangeross 74, 6481 St Leonhard
www.swaldhaus.com

Adressen
Tourismusverband Pitztal
Unterdorf 18, 6473 Wenns
Tel. +43 5414 86999
www.pitztal.com