Archiv des Autors: Henning Heilmann

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Helgoland – eine kleine Insel, die süchtig macht

Schon in meiner Kindheit bereicherte eine kleine Seehundfamilie meine Kuscheltiersammlung. Nun hatte ich tatsächlich Gelegenheit, sie aus nächster Nähe zu betrachten und die Vögel beim berühmten „Lummensprung“ auf Helgoland, der Insel meiner Kindheitsträume, zu beobachten. Weiterlesen

helgoland_galerie01Endlich in diesen Sommerferien kam die Gelegenheit, das Inselparadies meiner Kindheitsträume zu bereisen. Von Hamburg aus sollte es möglich sein, die Insel direkt anzusteuern und dies sogar im einfachen Tagesausflug. Schnell waren die notwendigen Erkundigungen eingeholt und das Ticket für den schnellen Catameran erwartete mich am Anlegeplatz. Wie empfohlen war ich eine halbe Stunde vor der Abfahrt schon im Hafen.

Schon in meiner frühen Kindheit spielte Helgoland eine große Rolle für mich. Dorthin begab sich nämlich meine Großmutter jedes Jahr aufs Neue, um einige erholsame Tage am Meer zu erleben. Jedes Mal kam sie mit einem Koffer voll Fundstücken und Souvenirs zurück. Kleine Seehundbabys zum Spielen, interessante Steine, Muscheln, Donnerkeile und einmal sogar einen echten Bernstein, den sie dort gefunden hat. Mich faszinierten diese Dinge stets und von dem Bernstein wurde für mich einst ein wunderschöner kleiner Kettenanhänger gefertigt.

„Das Wetter schien heute meinem Vergnügen wohl nicht hold zu sein!“, so dachte ich etwas enttäuscht bei meiner Ankunft. Dichte Wolken hingen an diesem Morgen über Hamburg und die Elbe lag dunkel vor mir. Immer mehr Reisende erschienen, manche mit schweren Koffern. Dann öffneten sich die Tore. Endlich konnte ich an Bord. Hier fand ich meinen Fensterplatz und vom freundlichen Schiffspersonal umsorgt, konnte ich schon bald ein zweites Frühstück einnehmen. Der Hafen und das Elbufer waren mit vielen Sehenswürdigkeiten gespickt.

helgoland_story01Fuhren wir an besonderen Schiffen vorbei, so strömten viele Interessierte aufs Außendeck, um diese zu bestaunen. Interessant waren Hinweise auf Vogelschutzgebiete in den Elbauen. Seltene Brutvögel gäbe es dort und sogar Seeadler könnten gesichtet werden. Idyllisch sah die Landschaft hier aus. Auf den grünen Deichwiesen grasten Schafherden. Rotweiße Leuchttürme leuchteten hervor.

Ab Cuxhaven ging die Fahrt nun übers Meer weiter. Möwen begleiteten die rasante Fahrt. Leichter Seegang war nun zu spüren. Immer häufiger zog es mich auf das Außendeck, denn nun zeigten sich immer mehr Risse in der grauen Wolkendecke. „Es wird nun heller und schöner!“, jubelte ich in mich hinein. Der Fahrtwind mit dem frischen Salzgeruch des Meeres wurde zum Hochgenuss. Wild flackerte die Schiffsfahne und mein Haar wehte in diesen Böen hoch auf. Sämtliche Abenteuergeschichten beflügelten nun meine Fantasie. Heute war ich auf „Großfahrt“ wie einst die Wikinger, Piraten und Weltumsegler. So vergingen die Stunden wie im Flug.

helgoland_galerie03Da erschien die Silhouette der Insel am Horizont, ganz klar und sonnenbeschienen. Bei meiner Ankunft zierten einige wenige weiße Wölkchen den azurblauen Himmel über dem Anlegehafen der Insel. Vergessen war nun der Nebel über der dunklen Stadt.
Im Strom der Touristen wanderte ich zuerst an kunterbunten Häuschen vorbei, um dann in die wenigen Einkaufsstraßen mit den Läden voller Zollfreiangeboten zu gelangen.

Hier verweilte ich jedoch nicht lange. Es zog mich weg von diesem Getümmel hinauf zu den Felsen, denn in den wenigen Stunden meines Aufenthalts wollte ich möglichst viel von der einzigartigen Natur sehen, die Vögel beobachten und das brausende Meer erleben.
Es war sehr einfach, sich zu orientieren, denn die Inselumrundung ist vorbildlich ausgeschildert. Nach einer kleinen Steigung wird ein Höhenweg erreicht. Der Leuchtturm, vielfältige Ausblicke auf das felsige Ufer, Bergschafe und Zwergrinder, Möwen, Kormorane und Basstölpel begleiteten nun meinen Weg. Interessanterweise erreiche ich sogar ein Gipfelkreuz.

helgoland_galerie24Beim sogenannten „Lummenfelsen“ verweilte ich dann lange Zeit. Hier findet im Juni das Spektakel des „Lummensprungs“ statt, las ich auf den Infowänden. Vom hochgelegenem Felsennistort springen die flügge gewordenen Jungvögel todesmutig in die Tiefe, um ab diesem Zeitpunkt mit den Altvögeln in den Weiten des Meeres zu fischen. Die Felsen waren nun aber immer noch bewohnt.

Jetzt im August waren hier in unmittelbarer Nähe des Weges noch hunderte Basstölpel mit der Fütterung ihrer Nestlinge beschäftigt. Reges Treiben herrschte hier, stetes Quäken, Schnattern und Flattern. Die Altvögeln standen regelrecht im Gegenwind über der Brutkollonie. Zielsicher fanden sie ihre Partner, die sie schnäbelnd begrüßten. Für die Jungvögel in ihrem weichen Daunenkleid gab es einen frischgefangenen Imbiss. Es wird daher nicht mehr lange dauern, dass auch diese Kinder flügge werden, um sich wie die Alten mühelos im Wind zu wiegen.
Ein Vogel müsste man über diesen Klippen sein und sich erheben über Fels und Getöse!

helgoland_story02Berauscht von diesem Traum vom Fliegen schloss ich auf einer der vielen Rastbänke verträumt die Augen, um dann ganz still meine mitgebrachte Brotzeit zu geniesen. Die „Lange Anna“ im Blick ließ ich nun einige Besucherströme passieren. Ich verweilte hier, denn dies schien ein Ort zu sein, an dem andere Gesetzmäßigkeiten gelten. Gezeiten und Winde bestimmten hier mein Denken. Ich weidete mich am blauen Horizont.

Im lauten Rauschen der Wogen, die seit Urzeiten hier an die Felsen prallen, verebbten die Geräusche und Stimmen der Zivilisation. Einen Moment fühlte ich mich eins mit diesem Kosmos. So gestärkt wanderte ich meine Runde weiter. Wieder richtete sich mein Blick über die Klippen hinunter. Was waren das für Bewegungen im Meer? Was tummelte sich dort in den Wellen? Robben – auf einmal erkannte ich es klar. Ja, sogar mehrere Kegelrobben schaukelten dort in den Wogen und zogen verspielt ihre Kreise. Nun trieb es mich hinunter ans Meer.

helgoland_story03Ein Steig mit vielen Treppenstufen führte hier zu einem Sandstrand hinunter. Endlich konnte ich den weichen Sand unter den Füßen spüren. Hier war Seetang angeschwemmt worden und Muscheln leuchteten hervor. Ein kleiner Strandvogel tippelte dazwischen mit schnellen Schritten. Immer wieder pickte er sich wohl einen kleinen Leckerbissen auf.

Mein Weg führte mich nun in die Nähe vom Hafen. Von hier aus gäbe es Fährfahrten zur Helgolanddüne, erlas ich auf einen Hinweis. Dort könnte man Baden oder auch sich sonnende Robben und Seehunde beobachten. „Schade, dass mir dazu nun die Zeit nicht mehr reicht“, dachte ich voll Sehnsucht, denn langsam musste ich an die Rückfahrt denken. Erfüllt von diesem ersten Inseleindrücken kehrte ich zum Anlegehafen um. Immer wieder blieb ich noch einmal stehen, um jeden Augenblick auszukosten. Dann spurtete ich zum Boot zurück.

helgoland_galerie27Die Rückfahrt wurde im Austausch mit den Mitreisenden sehr kurzweilig. Einige verbrachten hier wie jedes Jahr ein paar Tage. Viele kleine, private Pensionen gäbe es auf der Insel. Leider hatte ich dieses Mal nur diesen einen Tag gehabt. Aber sicherlich werde ich noch einmal diesen Ort aufsuchen, wieder als Tagesausflug oder auch mit Übernachtung. Auf dieser Hochseeinsel wird es immer wieder neu etwas zu entdecken geben. Einen Abend auf den Klippen zu verbringen, den Sonnenuntergang zu bestaunen oder auch frühe Morgenstunden allein mit dem Wind und den Vögeln – ja, das alles muss ein Traum sein! Nein, ich habe noch nicht alles gesehen, was diese Insel bieten kann, aber ich verstehe nun sehr gut, dass sie so viele Freunde hat.

Auch ich würde Helgoland nicht so schnell überdrüssig werden, so glaube ich, denn so klein dieses Atoll auch ist, dies ist ein Ort, der schon an einem einzigen Tag süchtig machen kann.

Text und Fotos: Susan Wehrmaker

INFO

Helgoland Touristik
www.helgoland.de

Schnellfähre Helgoline
Verkehrt ab Hamburg, Wedel und Cuxhaven
www.helgoline.de

Helgoland-Fotoworkshop mit dem Naturfotografen Uwe Schmid
Helgoland Fotoworkshop von Nordsee Tourismus

 

 

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Canyoning – magisches Abenteuer an der Kobelache

Canyoning ist etwas unglücklich übersetzt und meint: Rutschen, Springen und Abseilen in der Schlucht. Die Kobelache bei Dornbirn ist eine der schönsten Touren im deutschsprachigen Raum und zeichnet sich für die Teilnehmer durch ein wunderschönes Naturerlebnis aus. Weiterlesen

Die Kobelache ist einer der Bäche, die durch das Gütle in die Dornbirner Ach fließen und auf dem Weg dorthin gibt es einiges zu entdecken. Auch wenn der folgende Bericht voller Spaß, Action und Adrenalin ist: Canyoning kann gefährlich sein, der maßgebliche Faktor ist immer der Wasserstand. Wenn ihr die Tour machen möchtet, erkundigt euch besser im Vorhinein, wie stark der Strom ist, oder geht mit einem erfahrenen Guide oder einer professionellen Firma.

So schaut der fertige Canyonaut aus.

So schaut der fertige Canyonaut aus.

Aber nun geht’s los! Naja zumindest fast, denn ohne Ausrüstung ist so eine Schluchtentour nicht zu machen. Der Neoprenanzug schützt vor kaltem Wasser und Abschürfungen, und auch die Neo-Socken sind unverzichtbar, denn mit kalten Füßen macht die Tour nicht wirklich Spaß. Der Helm schützt Denkorgan und Gesicht, der Gurt lässt schwierige Stellen per Abseilen sicher meistern. So (wie rechts) schaut dann der fertige “Canyonaut” aus…

Safety First: Das Sicherheitsgespräch

Zuerst gibt es ein Sicherheitsgespräch. Je nach Canyoning-Erfahrung der Teilnehmer kann dies umfangreich oder kompakt ausfallen. Wichtig ist aber, dass vor der Tour alle Fragen geklärt sind und alle wissen, was auf sie zukommt.

 

canyoning_detail02Bei fitten Gruppen wählt Chris mit seinem Unternehmen Bergwasser oft die Methode “aktives Abseilen”, bei dem die Gäste sich selbst abseilen und natürlich vorher eine vollumfängliche Einweisung und Abseiltraining erhalten müssen. Das erscheint natürlich ein wenig theoretisch und übertrieben, aber beim links abgebildeten Canyonauten, der sich 20 Meter in der Schlucht abseilt, wird schnell klar, warum Sicherheit auf Canyoning Touren allerhöchste Priorität genießt und immer an erster Stelle stehen sollte, damit sich keiner der tapferen Canyoning-Teilnehmer in der wildromantischen Schlucht der Kobelache verletzt und unten alle heil und mit atemberaubenden Erlebnissen bereichert die Schlucht wieder bis zum nächsten Canyoning-Abenteuer verlassen.

 

canyoning_detail03Enge Schlucht vs. Kraxeln in der Sonne

Die Kobelache ist schwer zu beschreiben oder auf eine Erscheinung festzunageln. Denn der Beginn der Tour ist sehr “klamm”, also eng, aquatisch und durchaus angsteinflößend – andere Abschnitte sind wiederum sonnige Kraxeleien im türkisgrünen Wasser. Der letzte Abschnitt führt durch den Dom – ein imposante Felsformation, bei der kaum Sonnenlicht in die Schlucht fällt und so  Canyoning Teilnehmer oft fast andächtig hinterlässt – eben wie in einem großen Gotteshaus. Wer erst einmal vom Rausch des Wassers und der Tiefe der Schlucht ergriffen ist, kann nicht genug kriegen und dem Abseilen in der Schlucht immer neue Facetten abgewinnen.

Rutschen, Springen und Abseilen

Rutschen, Springen und Abseilen sind natürlich das Salz in der Suppe des Canyoning. Wenn die Bedingungen und die Sportlichkeit der Teilnehmer es hergeben, gibt es hier eine Reihe von Abenteuern zu erleben. Bereits der zweite Abseiler führt uns 12 Meter in’s Weißwasser und erfordert starke Nerven. Über die komplette Tour verteilen sich zahlreiche Sprünge, die zwar freiwillig sind, aber einfach auch viel Spaß machen. Die sogenannte “Bobbahn Rutsche” führt um zwei Kurven und hier schauen Teilnehmer beim Auftauchen schon etwas verstörend.

Alles in allem ist es so, dass die Kobelache eine sehr imposante Tour ist, die alle Wünsche des Canyoning-Enthusiasten erfüllt – Rutschen, Sprünge und Abseiler wechseln sich in wunderschönem Naturambiente ab, wie beschrieben birgt Canyoning aber auch Gefahren. Wer noch ohne Canyoning – Erfahrung ist, sollte sich im großen Internet einen guten Anbieter suchen.

canyoning_detail04Chris führt seine Gäste mit dem Unternehmen Bergwasser (https://canyoningallgäu.de)  nun schon seit über 10 Jahren auf Canyoning Touren im Allgäu, Vorarlberg und dem Tessin. Er hat uns mit allen Informationen, Bildern und Videos ausgestattet. Eine Haftung für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Informationen übernimmt weder Chris noch Zauberhaft Reisen. Seid schlau und bringt euer Leben und eure Gesundheit nicht in Gefahr, gebt euch stets der alpinen Gefahren bewusst hinauf in die Berge! „Älles goht da Bach `na“, sagt der Schwabe, und hat mit diesem Spruch sowohl die lauernden Gefahren von Verschleiß und Verletzung im Auge wie auch ab und zu ein ganz vergnügliches, gut gesichertes  Canyoning-Vergnügen in den schönsten Schluchten der Alpen.

INFO

Bergwasser Canyoning
„Bergwasser“ von Christian Lemke bietet besondere und außergewöhnliche Canyoning Touren. „Im Fokus stehen auf die Gäste abgestimmte Touren , sodass alle Spaß haben“. erklärt Chris.
https://canyoningallgäu.de

Bergwasser auf Facebook
www.facebook.com/Bergwasser/

Bergwasser auf Youtube
https://www.youtube.com/channel/UCLigF0hAtmDwoCtOM_jdPhw

Kontakt
Bergwasser – Christian Lemke
Tel. +49 8326 997 97 98

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Donau, Dampf & Drahtesel: Biketouren mit dem Naturpark-Express zwischen Schwarzwald und der Schwäbischen Alb

Der Naturpark-Express macht´s möglich: Zug-Hopping mit Bike und Bahn ist fast nirgendwo so schön wie im Naturpark Obere Donau. Auf vielfältigen Strecken gibt es viel Natur zu entdecken. Vom Sauschwänzle bis auf die Schwäbische Alb, mit Fahrradwagen und Zoller Zwickl on Board. Weiterlesen

Bildquelle: TMBW

Genussvoll radeln im Oberen Donautal (Bildquelle: TMBW)

Vom imposanten obere Donautal mit seiner beeindruckenden Felslanschaft bis zum großen Heuberg mit den höchsten Erhebungen der schwäbischen Alb umfasst der Naturpark Obere Donau eine Fläche von über 149.000 Hektar. MIt etwas Geduld gibt es Vielfältiges zu entdecken: Gämse und Luchse, Storche und Füchse, ja sogar der Eisvogel hat hier  sein Zuhause.

 

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Gasthof Bahnhof (Bild: Heilmann)

Auf Radtouren genießt man sofort die frische saubere Luft an der hier noch intakten Natur der Donau, die sich wie ein blaues Band durch den besonders geschützten Naturpark hindurch schlängelt. Das ständige Auf und Ab des Donauradwegs macht freilich schon bald Durst. Aber Durststrecke ist nicht, denn der lässt sich hier in  urigen Gastronomien und Biergärten einzigartig stillen. Da ist zum einen die Ziegelhütte an der grünen Donauschleife von Beuron nach Fridingen. Eine Oase der Ruhe: Wo kein Auto und nicht mal die Bahnlinie die Radlerruhe stört, da ist Einkehr natürlich Pflicht. Bahnhofsgaststätte kann so schön sein: Wenigstens einmal „Warmer Speisewagon“ oder Schaffnerplatte mit Schwarzwälder Schinken mit einem frischen Leibinger vom Fass im Landgasthof Bahnhof in Hausen im Tal muss ebenso sein, bevor man dieses Idyll verlässt.

 

Wie gut, dass es hier den Naturpark-Express mit großem Fahrradwagen gibt und man das Auto gleich zu Hause stehen lassen kann. Dem Naturpark-Verein ist zu verdanken, dass dieser sogar von Donaueschingen und Blumberg-Zollhaus, wo der Dampfzug der Sauschwänzlebahn wartet, bis Sigmaringen und Gammertingen, wo´s ins Killertal und bald nach Münsingen geht, verkehrt.

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Naturpark Express:  Bahnfahren für Biker (Bild: Heilmann)

Lange vor dem Siegeszug der Klimaanlagen war es der größte Spaß, das Zugfenster zu öffnen und ein Bierchen zu trinken. Der Naturpark-Express ist noch ein bisschen Bahnfahren wie früher: Freundliches Personal hilft beim Ein- und Ausladen des Rads, stets ist ein kühles Zoller Zwickl Bier an Bord, und viele Zugfenster lassen sich kippen, um eine herrlich frische Brise Naturpark  hereinwehen zu lassen.

 

Hop on und hop off. Ergänzt durch die weiteren in den angrenzenden Regionen verkehrenden Sonderzüge und dem Naturpark-Express wird das Bahnfahren mit dem Drahtesel schon bald zu einem Intervalltraining als reinem Vergnügen. Ganz und gar außergewöhnliche Radtouren sind möglich. Das Programm heißt Entschleunigung mit dem Zug und Beschleunigung mit dem Rad.

_sauschwaenzle_galerie_01Besonders aufregend ist eine Anreise mit der Museumsbahn Sauschwänzlebahn zum Naturpark-Express nach Blumberg-Zollhaus. Auf Anmeldung nimmt das Sauschwänzle Fahrräder mit. Die DB fährt von Waldshut direkt zur Sauschwänzlebahn nach Weizen, hier wird in den Dampfzug umgestiegen. Nun geht es durch zahlreiche Tunnel und Kehrtunnel die Wutach hinauf nach Blumberg-Zollhaus.

Hier kann man nach einer köstlichen Mittagspause in den Naturpark-Express umsteigen und ins schöne Donautal fahren. Ein Tipp ist, nur bis Fridingen zu fahren, von hier dem Donauradweg die autofreie Donauschleife nach Kloster Beuron zu folgen und in der Ziegelhütte einzukehren. Sportliche Radler strampeln weiter bis Hausen zum Landgasthaus Bahnhof. Es gilt aber, den Naturpark Express Fahrplan genau zu studieren, dass der Zug auch am gewünschten Tag fährt.

_oberesdonautal_galerie08Eine verwunschene kleine Eisenbahnstrecke, die vor zehn Jahren speziell für Wanderer und Radfahrer wieder aktiviert wurde, führt vom oberschwäbischen Aulendorf nach Pfullendorf. Die Rede ist von der „Räuberbahn“, der durch das Niemandsland ehemaliger Landesgrenzen führt, wo sich einst gern die Räuber aufhielten. Mit dabei Max Elsässer, Nachfahre des Räubers “Grandscharle”. Wer mag, steigt einfach in  den Räuberzug bis nach Pfullendorf, um von dort übers Ablachtal, wo die verwunschenen Schienen der Hegau-Ablachtalbahn liegen, die Donau anzusteuern. Nach nur etwa 25 km wird bei Gutenstein das Donautal erreicht, wo man die Tour nach Beuron oder Fridingen fortsetzen und genüsslich abrunden kann. Die Rückreise kann mit dem Naturpark Express nach Sigmaringen und mit DB nach Aulendorf erfolgen.

Aufmerksame Beobachter des Baden-Württemberg-Schienennetzes werden im Schwarzwald noch einen lockenden Lückenschluss zwischen zwei reizvollen Bahnen entdecken, der mit dem Fahrrad in zwei bis drei Stunden zu bewältigen ist: Nämlichkeit die Reise mit der 3Seenbahn nach Seebrugg (verkehrt im Frühjahr und Sommer mit Dampflok von Titisee über Schluchsee dorthin), und von dort weiter nach Blumberg-Zollhaus, wo der Naturpark-Express startet.

_oberesdonautal_galerie09Überhaupt kein Problem, denn die 3Seenbahn nimmt nicht nur Kinderwagen sondern auch Fahrräder mit, nur bei größeren Gruppen oder Sonderfahrten kann es mal eng werden. Die Fahrt mit der 3Seenbahn ist ein wahres Spektakel. Dabei wird auch die höchste Bahnstation Deutschlands, Feldberg-Bärenthal, passiert. Ein Ausstieg, um zum Beispiel den Romartihof anzusteuern, lohnt sich immer.

INFO

Mit Bike und Bahn rund um den Naturpark Oberes Donautal fahren

Tour 1 
Schluchsee – Blumberg Zollhaus
Anreise: Mit RE der DB ab Freiburg & wahlweise 3Seenbahn ab Titisee durchs Höllental und weiter nach Schluchsee (Schwarzwald). Rückreise von Sigmaringen mit DB nach Freiburg.
37,6 km, 669 Höhenmeter. Abfahrt des Naturpark-Express Richtung Sigmaringen um 14:08 (Samstage, Sonn- und Feiertage vom 1. Mai bis 20. Okt 2019).

Tour 2
Pfullendorf-Fridingen an der Donau
Anreise: Mit DB bis Aulendorf, weiter mit der „Räuberbahn“ (ebenfalls DB) bis Pfullendorf
Die Räuberbahn verkehrt vom 1. Mai bis 21. Oktober 2019 jeden Sonn- und Feiertag 3 mal.
Rückreise ab Fridingen an der Donau mit DB oder Naturpark-Express über Sigmaringen nach Aulendorf.  (Achtung: Letzter Naturpark-Express 19:02 hält nicht in Fridingen, nur Beuron)

Allgemeine Infos

Naturpark Obere Donau und Naturpark-Express
www.naturpark-obere-donau.de

3-Seenbahn (Dampfzug Titisee-Schluchsee-Seebrugg)
www.3seenbahn.de

Sauschwänzlebahn
https://sauschwaenzlebahn.de/

Räuberbahn (Aulendorf-Pfullendorf)
www.raeuberbahn.de

 

 

 

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Bella Italia am Idrosee: Die besten MTB- und Wandertouren

Es muss nicht immer Tremalzo und Gardasee sein. Der Lago d´Idro, sonst eher fürs Surfen bekannt, bietet auch viel Spaß für Mountainbiker, und besonders schöne Bike- und Hike-Touren. Vom Monte Censo bis zum Monte Stino lockt Bergfreunde ein faszinierendes Panoramakino. Weiterlesen

Zwischen Gardasee und Iseosee liegt etwas versteckt der Idrosee, wo zwar wenig MTB Strecken ausgewiesen sind, dafür wird der Sprung ins Abenteuer mit anderen Annehmlichkeiten versüßt. Der Idrosee ist der höchstgelegene Voralpensee der Lombardei und bietet an der Grenze zum Trentino Ruhe und Erholung pur. Im Gegensatz zum Gardasee, der mit seinen MTB- Klassikern wie Tremalzo speziell im Sommer sehr überlaufen ist, erlebt man hier noch Touren, wo man den unter sich ist und je nach Jahreszeit sogar die Gipfel für sich exklusiv hat. Oben am Monte Censo merkt man: Der Idrosee ist definitiv einer der Seen in Italien, die es zu sehen lohnt.

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Aktiv in Bewegung

Der Idrosee bietet auf nur 10 Kilometern Länge alles, was Aktivurlauber wünschen: Biken und Hiken, Klettersteige und Kletterwände, Canoning, Surfen und Kitesurfen, Stand-Up-Paddling und Segeln, individuelle sowie geführte Touren. Natürlich spricht im Sommer auch nichts gegen eine Partie Beachvolleyball. Das Azur Sportcamping Rio Vantone ermöglicht für alle, die einen Aktivurlaub mit einem Campingurlaub verbinden wollen, alle diese Aktivsportarten, an einem schönen, gut ausgestatteten Campingplatz direkt am Idrosee.

 

 

Entspannt genießen

Beim Bike & Hike auf aussichtsreiche Gipfel mit Blick auf den Idrosee oder beim Passieren umliegender Alpenpässe wächst mit gesammelten Höhenmetern der Hunger und Durst oder doch zumindest der Appetit auf ein Eis. Auf gar keinen Fall kann man vom Idrosee abreisen, ohne wenigstens einmal das unglaublich leckere Eis der Boom Boom Gelateria in Crone, oder zumindest eine der unglaublich vielfältigen, leckeren Pizzas in der Pizzeria Bar Cinzia in Idro, einem der bekannten Biker Hot Spots, genussvoll ausprobiert zu haben. Gehobene Küche gibt es im Hotel Pizzeria Ristorante Albergo Milano.

INFO

Anreise
Auto
Von Norden über die Brenner-Autobahn A 22 Richtung Verona-Modena, oder über Reschenpass und Meran in Bozen auf die A 22 Richtung Verona-Modena. Von der Ausfahrt “Rovereto” über Riva Richtung Gardasee  zum Idrosee. Alternativ Ausfahrt „Trento Nord“ und über Vezzano Richtung Idrosee. Im Sommer ist eine Anreise über das Stilfser Joch zum Idrosee möglich.
Bahn, Bus und Rad
Eine nachhaltige Alternative zur Anreise mit dem Auto ist die Anreise mit der Bahn, wobei ab Rovereto auf Busse umgestiegen (über Riva del Garda mit den Buslinien 301/214/215) oder viele Restkilometer mit den Fahrrad zurückgelegt werden müssen. Als Bahn & Bike Kombination empfiehlt sich eine Anreise bis Desenzano del Gardo, ab hier ca. 50 km, 1300 hm / 4,5 Std Fahrt. Keine Fahrradmitnahme im ÖBB Nightjet.
www.oebb.at
www.trenitalia.it
www.trentinotrasporti.it

Beste Reisezeit
Mai -September

Touren
Bike & Hike auf den Monte Censo (1.013 m) – Schönster Aussichtsberg am Idrosee
Beim nördlichen Ortsausgang von Anfo die Asphaltstraße links hoch Richtung  Rifugio  Baremone.  Auf  halber  Höhe  beim  Cuca Chetoi  =  926m  die  Straße  rechts  verlassen  (Kammhöhe)  und dem Wegweiser zum Monte Censo auf einem Waldweg folgen.  Die  letzte Viertelstunde zum  Gipfel  muss  man  das Fahrrad abstellen und wandern. Start & Ziel: Anfo Dauer: ca. 2h Höhenmeter: 700 m

Monte Stino (1.466 m)
Entweder auf alten Kriegspfaden wandernd oder auf Umwegen mit dem Bike

PDF-Download: MTB-Touren am Idrosee

Unterkünfte

Bed & Breakfast Tulipano
Bed and Breakfast Tulipano – rundum empfehlenswert und besonders herzlich dank der wundervollen Gastgeberin Susy!
Hervorragend ausgestattet mit Kühlschrank, Kartenmaterial für Ausflüge, Bike-Garage und vielem mehr.
Via Giorgio La Pira, 11, 25074 Idro BS, Italien, www.booking.com

 

Casa Ruth, Via Sasse, 1, 25074 Vesta, Italien, einfache Ferienwohnung für Selbstversorger

AZUR Sportcamping Rio Vantone,
www.idrosee.eu

Genießen
Boom Boom Gelateria Crone, Via Lungo Lago Vittoria, 18, 25074 Crone BS, Italien

Bar Pizzeria Cinzia, Via Lungo Lago Italia, 33, 25074 Crone BS, Italien

 

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Den schönsten Almabtrieb der Alpen gibt´s im Primierotal

San Martino di Castrozza, das Primierotal und Vanoi in den südlichen Dolomiten begeistern den Reisenden nicht nur mit der berühmten Palagruppe, die heuer 10 Jahre Weltkulturerbe feiert. Wer hier Urlaub macht, der findet in nächster Nähe einen riesigen Abenteuerspielplatz vor,
der Outdoor-Liebhabern mit Bergwandern, Klettern, Canyoning, MTB und Rennrad viel bietet. Aber auch das ursprüngliche alpine Leben hat sich noch erhalten, das auf einem großen Fest zum Almabtrieb mit einer Parade der Kühe, Schafe, Ziegen, Esel und Hirtenhunde gefeiert wird. Weiterlesen

Jedes Jahr im September findet im Primierotal bei St Martino in den südlichen Dolomiten das „Gran Festa del Desmontegar“ statt, das den Almabtrieb der Kühe und anderen Tiere von den Bergen feiert. Der Almsommer ist vorbei, und das Vieh wird zurück ins Tal in die Ställe gebracht. Nun ist es Zeit, den Alphirten einmal zu danken und sie ihre Geschichten erzählen zu lassen, die von einem einfachen Leben, alten Traditionen und vor allem von großer Leidenschaft handeln.

Gleich an vier aufeinanderfolgenden Tagen, die ganz dem bäuerlichen Leben in den Bergen, dem Käse und den köstlichen kulinarischen Produkten des Region gewidmet sind, wird in den Dörfern gefeiert und auf den Maisäßen gefeiert und das Vieh nimmt zum Abschluss an einer bunten Parade mit den Alphirten teil. Zur Parade des Almabtriebs am Sonntag lohnt es sich, sich einen Platz im Dörfchen Siror zu sichern, wo die große  Parade gegen 10 Uhr startet. Musikkapellen, Folkloregruppen, Schützen, Alpgenossenschaften und Almhirten nehmen am Alpabtrieb des Viehs und der Hirtehunde teil. Neben den Familien der Alphirten mit ihren Kindern und den bunt geschmückten Kühen nimmt auch alles weitere teil, was den Sommer auf der Alp verbrachte: Bernhardiner, Esel, Hühner, Pferde, Ponys, Schafe und Ziegen.

x_desmontegar_detail_01Eines der weiteren Highlights des zauberhaften Events ist „Agritur in Piazza“, das jedes Jahr in einem ausgewählten Dorf stattfindet. Hier können kulinarische Highlights der Region gekostet und in das bäuerliche Leben eingetaucht werden. Ställe stehen offen und verschiedene Alpen und Bauernhöfe kochen typische lokale Gerichte aus der Region nach uralten traditionellen Rezepten. Die Kinder können Esel und Ziegen streicheln. Weitere Spezialitäten aus den nahen Bergen wie Kräuter und Honig werden ebenso angeboten wie regionales Olivenöl und natürliche Pflegeprodukte. Musik-und Folkloregruppen sowie Alphornbläser runden den äußerst schmackhaften Einstieg in das große Festival rund um den Almabtrieb des Viehs der Berge von St Martino Primiero und Vanoi ab.

x_desmontegar_detail_03Nicht verpasst werden sollte „En Di al Maso“. Zum günstigen Pauschalpreis (Kinder bis 6 Jahren gratis) führt die geführte  kulinarische Wanderung zu den typischen Maisäßen aus der Region („masi“), welche sich zum Beispiel im bezaubernden Val Noana befinden. Wanderer können dabei bis in den späten Nachmittag von einer Berghütte zur nächsten wandern, dabei allerlei köstliche Spezialitäten und „Dolce“ probieren, sich mit Polenta vom Feuer stärken und zum Beispiel beim Kraut einhobeln oder der Zubereitung des heimischen Tosela Käse bei einem Gläschen Wein zuschauen. Es wird während der Wanderung auch gezeigt, wie das Leben auf den Maisäßen in der Vergangenheit war. Zwischen den einzelnen Mahlzeiten treten Musiker und Chöre der umliegenden Berge auf.

Wer dazu das Glück hat, dass die wärmende Septembersonne vom Himmel lacht, der kann vor oder nach den Feiern zum Almabtrieb spannende Touren in den Dolomiten unternehmen. Besonders empfehlenswert ist eine Wanderung auf dem Trekking del Christo Pensante mit herrlichem Blick auf die Pale di San Martino oder eine entspannte Biketour zur Baita Segantini. Zu beiden Abenteuern brecht Ihr am Passo Rolle auf, der der bei An- oder Abreise passiert wird. Beides lässt sich auch als Hike & Bike kombinieren. Die Panoramawanderung des „denkenden Jesus“ führt von der Segantinihütte zum majestätischen Gipfel Monte Castelaz (2.333 m.ü.M.)

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Einmal weg von dem ganzen Trubel? Dieses Panorama erwartet Euch am Trekking del Cristo Pensante am Passo Rolle

INFO

Allgemein

San Martino di Castrozza, Primiero und Vanoi liegen malerisch in den südlichen Dolomiten. Berühmt ist der Urlaubsort vor allem für die Pale di San Martino, seit 2009 Weltkulturerbe.
Im Winter lockt ein abwechslungsreiches und naturnahes Skigebiet mit 60 km Pistenvergnügen sowie die Möglichkeit zum Eisklettern. Im Sommer können Aktivurlauber zwischen Wandern, Klettersteigen, Canyoning,  Mountainbiken und Rennrad über historische Alpenpässe wählen. Dank eigener Brauerei und vielen Volksfesten wird hier auch der Genuss groß geschrieben.

Tourismusbüro
ApT San Martino di Castrozza, Passo Rolle, Primiero e Vanoi
Tel. +39 0439 768667
www.sanmartino.com

Almabtrieb

Das große Fest des Almabtriebs Gran Festa del Desmontegar  findet heuer vom 19/09/2019 bis 22/09/2019 statt. Für einzelne Programmpunkte wie die geführte kulinarischen Wanderung „En dì al Maso“ ist die vorherige Reservierung wegen begrenzter Teilnahmezahl obligatorisch. Weitere Infos werden vor dem Fest aktualisiert auf www.sanmartino.com/DE/desmontegada/ https://granfestadeldesmontegar.it/ Tel. +39 0439 62407 infoprimiero@sanmartino.com

Anreisen

Per Auto erreicht man San Martino di Castrozza wie folgt: Autobahn A22 vom Brenner Richtung Modena/Verona, Ausfahrt Neumarkt-Auer (BZ). Von hier auf  SS48 (Richtung Val di Fiemme) bis Predazzo, dann auf SS50 Richtung Passo Rolle, San Martino di Castrozza und Fiera di Primiero. Auer – San Martino ca. 85 km. Tipp: bei Anreise über den Reschenpass bis Bozen weniger Maut.

Übernachten

Absolut empfehlenswert: Das Hotel Castel Pietra, ein idealer Ausgangsort für den Aktivurlaub. Das Active Family Hotel in Transacqua di Primiero bietet MTB Fahrern vom Waschbereich bis zum Werkzeugkasten alles was das Herz begehrt inklusive geführten Mountainbike Touren.
Spezialisiert auf Aktivurlaub, kennt das Hotel alle Varianten des Outdoorsports vor der Haustür: Die schönsten Wanderungen, Trekking Touren und Klettersteige, das Canyoning im Naonatal, Mountainbike Touren und Rennrad Touren sowie vieles mehr. Riesiges Bergsteigerfrühstück.
www.hotelcastelpietra.it

Hotels, Bed and Breakfast & Co in San Martino di Castrozza Primiero Vanoi buchen
www.sanmartino.com/DE/hotels/

 

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Autofrei im Aostatal: Charmantes Chamois & La Magdeleine

Autofreier Urlaub in Italien? Das gibt es nur einmal in einem kleinen Ort südlich des Matterhorns. Wer weit weg sein will vom Rummel, der sollte sich im Aostatal die alpine Perle Chamois aussuchen. In Ruhe mit dem Hund spazieren, eine Runde Mountainbiken oder Wandern auf einsamen Wegen. Danach eine köstliche Polenta vom Ofen. Hier ist es noch möglich. Weiterlesen

Das Auto muss sich nicht den Berg hinaufschinden. Die 700 Höhenmeter aus dem Aostatal  hinauf in das autofreie Chamois auf 1.800 Metern lassen sich nur mit der Seilbahn überwinden. Der Urlaub im kleinen hundert Seelen Dorf Chamois oder nebenan in La Magedeleine (welches zur Not mit PKW erreichbar ist) beginnt ebenso entspannt, wie er irgendwann wieder aufhört. Vielleicht bei Polenta mit Fontinakäse über dem Feuer nach einem genussvollen Spaziergang.

Als Alpine Perlen haben sich 25 schöne Urlaubsorte in sechs Alpenländern zusammgeschlossen, die sanfte Mobilität und umweltfreundlichen Urlaub mitten in alpiner Bergkulisse versprechen. Zum ABC dieser besonderen Orte zählt neben mondänen Orten wie Arosa und Berchtesgaden auch das kleine autofreie Chamois mit dem benachbarten La Magdeleine. Wer sich hierher verirrt, findet noch nachhaltige Urlaubsfreude, echte Ruhe und sanft-mobile Ferienerlebnisse.

Mit Hund oder Helm
Von leichten Biketouren übers Gleitschirmfliegen bis hin zu spannenden Hochgebirgswanderungen reicht die Vielfalt der Urlaubserlebnisse. Wanderer finden in Chamois und La Magdeleine ein vielfältiges Angebot aussichtsreicher Spazier- und Wanderwege mit einem besonderen Startvorteil: Beide Orte liegen auf 1.600 bis 1.800 n Seehöhe und ermöglichen, auch das Hochgebirge ohne allzu große Anstrengung zu Fuß zu erreichen. Auch Mountainbiker mit etwas Abenteuergeist finden schnell spannende Wege & Touren. Familien mit Hund fühlen sich speziell in La Magdeleine wohl. Hier heißen nicht nur Hotels und Gasthäuser Hunde ausdrücklich willkommen, es gibt auch einen tollen „Trekking & Dog Bike Park.“

Chamois heißt übrigens auf Französisch Gams, so heißt aber auch das Polster der Radlerhose. Gämsle wurden zwar nicht gesichtet, dafür aber schöne Radwege und auch spannende Trails, die allerdings erst einmal entdeckt werden wollen. Der Mountainbiker kann sich dafür auf Lifte freuen, auch wenn diese vielleicht etwas altmodisch sind. Gern wird das Bike an den Sessellift  angehängt und fährt rauf zum Lago Lod, von wo aus gern Touren in Angriff genommen werden. Vom benachbarten La Magdeleine sind vor allem Touren über den Col Pilaz empfehlenswert.

20180906_140047Großer Genuss
Groß wird der Genuss geschrieben, sowohl in den ausgezeichneten Restaurants wie auf den vielen Festen. Probiert werden sollten Crespelle (Pfannkuchen) alla Valdostana, Pasta alla Valdostana, Spezzatini di Vitello (Kalbsgeschnetzeltes) sowie natürlich Polenta: Polenta Concia mit Fontina Käse aus dem Aoastatal oder Tomino alla boscailola mit Pilzen. Ausgezeichnet ist auch die Küche im Hotel Albergo Residence du Village in La Magdeleine, wo Fabio immer etwas Herzhaftes zubereitet,  das er bei Lob bescheiden mit „meno male“ quittiert. Echte Genießer sollten nicht „Il Gusta di una Passeggiata“ verpassen: 60 Stände mit regionalen Spezialitäten stehen am dritten Sonntag im August auf dem Weg von La Magdeleine nach Chamois zur Wahl. Hochprozentig gehts Anfang September beim „Grappa Summit“ zu.

Sowohl Chamois als auch La Magdeleine haben beide nur jeweils rund einhundert Einwohner. Dem nachhaltigen Tourismuskonzept der beiden Gemeinden als „Alpine Perlen“ ist Erfolg zu wünschen,  aber natürlich ist auch hier die Überalterung ein Problem. Viele Junge wandern ab.

chamois_galerie12Nachhaltig in die Zukunft
Nicht so Simone und David. Sie haben eine klare Idee davon, von dem was sie hier oben erreichen wollen. Sie setzen ein starkes Zeichen gegen die Abwanderung, ihre Leidenschaft hat nichts mit iPhones und Discoteken zu tun, von dem ihre Altersgenossen schwärmen. Sie haben beschlossen, Ziegen zu hüten. Mitten in Chamois grüßen sie uns von einem Bild. Beste Wünsche dabei, Jungs! La Magdeleine und Chamois zeigen, dass abseits der Gigantomanie riesiger Skigebiete auch ein nachhaltiger Tourismus möglich ist, der im Sommer wie im Winter sowohl die landwirtschaftlichen Wurzeln erhält als auch Urlaubsgäste dazu einlädt, schöne Urlaubstage in einem Alpendorf zu verbringen, wie es früher einmal war.

INFO

Allgemein
Alpine Pearls
www.alpine-pearls.com

Chamois und La Mageleine – Alpine Perlen
www.alpine-pearls.com/urlaub/italien/chamois-la-magdeleine/

Verkehrsamt Chamois
Loc Corgnolaz
E-Mail: info@infochamois.it

Anreise
Bahn: Eurocity bis Mailand, Umstieg auf Regionalzüge, Zielbahnhof Chatillon. Ganzjährig verkehrt die Seilbahn von Buisson hinauf nach Chamois. Vom Bahnhof Chatillon ins Aostatal verkehren Busse von SAVDA/Arriva, die in Buisson halten (Aktuelle Linienpläne im Internet).
Viele Unterkünfte arrangieren aber auch gerne eine Abholung ab Chatillon.
www.savda.it

Aktiv
Sommer
Mountainbike- und Fahrradverleihstation sowohl in Chamois als auch in La Magdeleine
Winter
Im Winter lockt Chamois mit einem preiswerten Skigebiet bis auf 2.470 Meter, in dem es noch Tagesskipässe zu  20 EUR (Mo-Fr) bzw. 26 EUR (Sa-So) gibt.

Unterkunft
Residence du Village, La Magdeleine